
Südafrika – 2022 (Ostern)
Freitag, 08.04.2022
Von Rosenheim zum Franz-Josef-Strauß-Flughafen



Zunächst läuft alles wie geplant. Pünktlich von der Schule nach Hause – kein Stress zuhause – trotz viel Verkehr und Regen …
Zunächst läuft alles wie geplant. Pünktlich von der Schule nach Hause – kein Stress zuhause – trotz viel Verkehr und Regen verläuft die Fahrt zur Katzenpension und später zum Flughafen entspannt. P7 ist recht voll, nichtsdestotrotz finden wir einen Parkplatz auf der Ebene 3. Den Boardingpass haben wir schon, beim Abgeben des Gepäcks am Automaten haben wir leichte Probleme, denn wir buchen versehentlich die zwei Koffer auf eine Person ein. Aber man hilft uns, und wir kehren wie üblich zum Terminal 1 zurück. Drei warme Leberkäse- und zwei Salamisemmeln – der Einkauf beim Edeka, wir sitzen wieder „oben“. Dann wird es erstmals unangenehm, denn das große Objektiv löst beim „neuen“ automatischen Securitycheck Sprengstoffalarm aus. Wir werden nochmals kontrolliert und auch das manuelle Überprüfen des Objektivs bestätigt den Verdacht. Man telefoniert sogar wegen uns – nachdem wir mit der Kamera ein Foto machen, lässt man uns endlich durch. Erfreulicherweise war die Dame trotz alledem immer erfreulich, wir bedanken uns dafür. Unsere Meinung, dass das Securitypersonal in Frankfurt uns mehrmals unfreundlich aufgefallen ist, bestätigt sie auch. Nun sitzen wir beim Gate 27, vom 26er soll unser Frankfurtflug, der übrigens voll belegt sein soll, losgehen.
Wir kommen ein paar Minuten zu spät weg. Wir sitzen wie zuletzt in der Economy in der ersten Reihe mit dem erweiterten Fußraum und den etwas engeren Stühlen. Anfangs ist der Flug etwas unruhig, eine Stunde später ist wieder alles normal und es gibt Lasagne. Dann versuchen wir zu schlafen.
Samstag, 09.04.2022
Von Johannesburg in den Kruger zum Berg-en-Dal-Camp














Gegen 5 Uhr wachen wir wieder auf, um 7 Uhr gab es Frühstück mit irgendeinem grünen, sonderbaren Wrap und einen künstlichen Bauerjoghurt. Um 8:37 Uhr landen …
Gegen 5 Uhr wachen wir wieder auf, um 7 Uhr gab es Frühstück mit irgendeinem grünen, sonderbaren Wrap und einen künstlichen Bauerjoghurt. Um 8:37 Uhr landen wir, die Immigration bringen wir rasch hinter uns, der zweite Koffer dauert etwas lange. Schnell auf die Toilette und zum Geldwechseln und dann zu Europcar – alles läuft nach Plan. Wie erwartet bekommen wir einen weißen Hilux mit gut 25000 km, im Gegensatz zum letzten Jahr allerdings mit Schaltgetriebe. Johannesburg lassen wir zügig ohne sich zu verfahren hinter uns. Es hat 14 Grad und es ist ziemlich bewölkt. Knapp 400 km liegen vor uns, es beginnt auch einmal zu regnen, wir stoppen zweimal kurz bei Raststätten, aber gegen 14:40 Uhr stehen wir wie geplant beim Malananegate. Der Kruger hat uns wieder und nach wenigen Minuten überkommt uns das Gefühl als seien wir nicht weg gewesen. Die Wiesen und Pflanzen sind tatsächlich grüner als im Winter, die hüglige Landschaft um Berg-en-Dal ist wirklich toll. Die Tierwelt macht ebenfalls seine Aufwartung: Impalas, Zebras, Giraffen, Pumbas und eine Elefantenherde direkt um unser Auto herum. Ganz zum Schluss entdecken wir sogar noch einen Löwen im Gebüsch, für ein perfektes Fotos ist er allerdings zu weit entfernt. Nach 17 Uhr erreichen wir das Berg-en-Dal-Camp. Die Häuschen – wir bekommen Nr. 31 – sind geräumiger als die in Skukuza mit ausreichend Abstand zu den Nachbarhütten. Hier ist die Küchenzeile innen, wir verzichten aber aufgrund unser Müdigkeit auf das Abendessen, obwohl wir uns im Campshop Toastbrot, Butter und Marmelade besorgt haben. Schon um 19 Uhr liegen wir „flach“.
Sonntag, 10.04.2022
Auf zum nächsten Camp in Skuzuza












Der Wecker geht um 5:15 Uhr, wir frühstücken schnell und um 6:10 Uhr verlassen wir unsere erste Unterkunft. Unser Ziel für heute ist Skukuza, kreuz und quer fahrend …
Der Wecker geht um 5:15 Uhr, wir frühstücken schnell und um 6:10 Uhr verlassen wir unsere erste Unterkunft. Unser Ziel für heute ist Skukuza, kreuz und quer fahrend begeben wir uns wieder auf Tiersuche. Morgens ist großteils blauer Himmel, je später es wird werden die Wolken immer mehr und nachmittags beginnt es ebenfalls wieder zu regnen. Im Grunde sehen wir auch heute wieder die gleichen Tiere wie schon am Vortag, die Zebras und die Elefanten kommen uns verdammt nah, die Löwen halten weiterhin Sicherheitsabstand. Gegen 15:10 Uhr erreichen wir Skuzuza und genießen trotz erneut aufkommenden Regen die Ruhe und erholen uns vom doch recht stressigen Vortag mit Flug und der Fahrt in den Kruger. Unser Häuschen – Nr. 96 – ist ganz vorne am Fluß, mit tollem Blick und weniger „Verkehr“ als im Vorjahr, als wir mittendrin eine Hütte hatten. Allerdings müssen wir hier vermehrt auf die Frechdachse – sprich Affen aufpassen, die anscheinend rund um die Uhr darauf bedacht sind, irgendetwas von den offenen Kochzeilen bzw. von den Abfalleimern zu stehlen. Auch hier waren wir kurz im Shop, um das, was wir in Berg-n-Dale vergessen hatten, zu besorgen. Folglich wird heute das Self-Made-Dinner mit Toast und Käse nicht ausfallen. Ins Restaurant gehen wir aber in Erinnerung an den wenig schmackhaften Hamburger im August nicht. Außerdem stehen wir ja wieder vor zwei Full-Service-Tagen in der Hoyo-Hoyo-Lodge, es schadet uns also nicht, uns etwas „sparsamer“ zu ernähren. Nichtsdestotrotz sind wir gespannt, was uns Hoyo Hoyo bringen wird – sei es an Komfort, an Essen und auch an Tiereindrücken.
Montag, 11.04.2022
Von Skuzaza zur Hoyo-Hoyo-Lodge









Pünktlich verlassen wir Skukuza zu gewohnt früher Stunde. Es nieselt leicht und wir fahren wir hin- und her. Es beginnt mit Affen, einer Hyäne …
Pünktlich verlassen wir Skukuza zu gewohnt früher Stunde. Es nieselt leicht und wir fahren wir hin- und her. Es beginnt mit Affen, einer Hyäne, Giraffen, dann einem majestätischen Löwen aus der Distanz auf einem Stein liegend. Nach einem Kurzstopp in Lower Sabie spaziert eine Löwe noch vor uns her, leider sind wir nur das dritte oder vierte Auto, sodass wir ihn von vorne nur ganz kurz sehen können – just in dem Moment, als er nach links ins Gebüsch abbiegt und dabei einen Blick zurück auf die ihn begleitende Autoschlange wirft. Kurz nach 13 Uhr sind wir in unser ersten Luxuslodge, ein Haupthaus und sechs Rundhäuschen, von denen nur drei belegt sind. Die Atmosphäre wirkt folglich weitaus intimer und persönlicher als beispielsweise die Nachbarlodge Imbali vom Vorjahr oder die Rhino Post. Der Empfang durch Harold ist herzlich, nach dem Einchecken zeigt man uns die vornehmen, aber etwas beengten Rondells mit Außendusche. Kurz darauf gibt es schon Lunch mit drei Gängen – ein erster Hinweis für uns, sich bei den Essen eher zurückzuhalten. Hier stoßen wir auch auf die anderen Gäste, zwei junge Spanier, von denen einer anscheinend in Miami lebt und ein älteres Ehepaar, Norddeutsche, wobei sie seit zwei Jahren an der deutschen Schule in Praetoria unterrichtet. Die Spanier sind – wie wir beobachtend feststellen – offen für jede Form alkoholischer Getränke, die deutsche Frau wird dem Klischee gerecht, dass der Berufsstand Lehrer grundsätzlich alles besser weiß. Um 15:30 Uhr startet der Gamedrive, zu sechst, wir sitzen in der letzten Reihe. Unser Fahrer mit dem Namen Mosche passt sich den anderen Beschäftigten, die wir beim Lunch kennengelernt haben – Ralf und Give and Take – an: sympathisch, humorvoll und für uns recht gut zu verstehen. Der Gamedrive bietet aber leider wenig, im Mittelpunkt stehen die Wild Dogs, die wir eher zufällig entdecken, mehr an außergewöhnlicher Tierwelt bleibt uns verborgen. Das Dinner auf der Veranda des Haupthauses schmeckt aber gut, die geringe Anzahl an Gästen mit den Späßen der Beschäftigten trägt sicherlich dazu bei, dass wir den Abend trotz der eher enttäuschenden Safarifahrt genießen. Danach geht es ins Bett.
Pünktlich um 5:30 Uhr werden wir geweckt, ein erster Kaffee im Zimmer, ein zweiter …
Pünktlich um 5:30 Uhr werden wir geweckt, ein erster Kaffee im Zimmer, ein zweiter auf der Veranda und um 6 Uhr geht es los mit dem Morninggamedrive. Wieder zeigen sich die Tiere eher zurückhaltend, ein Rhino kreuzt unseren Weg und für 30 Sekunden erhaschen wir den Blick auf einen Leoparden, ehe dieser wieder abdreht und im Busch verschwindet. Die erhofften Löwen meiden uns weiterhin. Beim ausgiebigen Frühstück „besucht“ uns noch eine kleine Elefantenherde, die gut 50 Meter entfernt direkt gegenüber von unserem Tisch das Wasserloch der Lodge aufsucht. Nun sitzen wir im Schatten vor unserem Häuschen und warten auf den Lunch. Bis jetzt ist das Wetter insgesamt recht schön, mit anderen Worten sind wir gezwungen, vor unserem Häuschen den Tisch und die beiden Stühle in den Schatten zu rücken. Unser Nachbarhäuschen bekommt „großen“ Besuch, ein Elefant erfreut sich der Sträucher um’s Haus herum. Dass er dabei von uns beobachtet wird, scheint ihm – als wir ihm zu nahe kommen – nicht so recht zu passen. Etwas später erscheint er dann deutlich friedlicher unterhalb der Veranda vor dem Haupthaus. Gespannt sind wir natürlich, ob wenigstens nachmittags der „König der Tiere“ uns seine Aufwartung macht, aber es kommt so wie befürchtet: no lions, no cheetah. Erfolgreich sind wir insofern, dass wir einer drohenden Gewitterwolke auskommen und dass wir unseren ersten Gin Tonic während eines Gamedrives genießen können. Zum Dinner gibt es Kudusteak, als Dessert eine auf dem Tisch-flambiert-angekündigte und dann noch nicht flambierte Crêpes.
Mittwoch, 13.04.2022
Von der Hoyo-Hoyo ins Satara-Camp






Der Morning-Drive beginnt mit zahlreichen Hyänen, zu denen sich bei einer Furt mit Wasser auch noch Wildhunde gesellen. Ob die gegenseitigen Rangeleien ernst gemeint sind, erschließt …
Der Morning-Drive beginnt mit zahlreichen Hyänen, zu denen sich bei einer Furt mit Wasser auch noch Wildhunde gesellen. Ob die gegenseitigen Rangeleien ernst gemeint sind, erschließt sich uns nicht. Für uns ist aber dieser Aufeinandertreffen dieser beiden Tierarten wirklich ein Highlight. Erstmals rattern unsere Kameras durch. Nach gut 20 Minuten verlassen wir diese Stelle und hoffen weiterhin vergeblich auf Löwen. Allerdings wird uns eine andere Raubkatze „geboten“: In vielleicht 80 Metern hängt ein Leopard mit den Beinen nach unten seine Beute bewachend auf einem Baum. Nur schade, dass sich der Baum in dem Bereich befand, der für unseren Führer nicht befahren werden darf. Gegen 9:15 Uhr geht es dann wieder zurück zur Lodge. Noch vor dem Frühstück bringen wir die beiden großen Koffer zum Auto. Nach dem Omelette, den Croissants und dem Toast mit anschließender Verabschiedung starten wieder unsere private tour. Der Abschied tut einerseits weh, weil Hoyo Hoyo wirklich eine tolle Wahl war, andererseits wiederholen sich die Abläufe und wir „schreien“ dann doch irgendwie nach Abwechslung. Was bleibt ist die außergewöhnliche Atmosphäre bedingt durch die überschaubare Größe, dem freundlichen Personal – Harold, Give and Take and Ralf – und die faszinierende Ruhe beim Abendessen mit Blick auf die Tierwelt beim Wasserloch.
Unser privater Hiluxgamedrive bietet keine überragende Höhepunkte mehr, außerdem einen kurzen Blick auf einen im schattigen Gebüsch liegenden Geparden und einen im See badenden Elefanten. Dass Elefanten sogar tauchen, war uns auf jeden Fall neu. Satara erreichen wir gegen 15:30 Uhr. Unser Hüttchen – Nr. 163 – kann man mit denen in den anderen staatlichen Camps vergleichen. Etwas ärgerlich ist, dass es hier kein öffentliches Internet gibt. Unser Abendessen wird nach zwei Tagen vornehmen Dinieren wieder bescheiden ausfallen. Froh sind wir, dass die Klimaanlage anscheinend recht gut funktioniert, haben wir heute den ersten extrem heißen Tag mit 37 Grad hinter uns.
Donnerstag, 14.04.2022



Des fehlendes Internets wegen geht es über S100, S41 und die S37 über Tsokwane heute wieder zurück nach Skukuza ohne aber das primäre Ziel, dass wir Löwen …
Des fehlendes Internets wegen geht es über S100, S41 und die S37 über Tsokwane heute wieder zurück nach Skukuza ohne aber das primäre Ziel, dass wir Löwen zu Gesicht bekommen, aufzugeben. Das „Internetziel“ in Skukuza erreichen wir – die Süddeutsche der letzten Tage ist schnell heruntergeladen, die Mails sind großteils Werbung – aber die Löwen bleiben verschollen. Auf jeden Fall sind wir nahezu ohne Pause 10 Stunden unterwegs, sehen Elefanten, Zebras, Giraffen, Pumbas, Impalas, eine Schildkröte, der wir den Namen Harry geben, Büffel, Waterbucks, Kudus, Gnus – aber eben keine Raubkatzen. Es sollte halt nicht sein, maybe tomorrow … . Um 16:10 Uhr erreichen wir Satara. Den ganzen Nachmittag war es irgendwie drückend, um die 32, 33 Grad, und jetzt sitzen wir verschwitzt vor unser Außenküche unseres Häuschens. Morgen geht es gen Sabie Sands, wir werden also den Kruger beim Orpen Gate verlassen in Richtung Elephants Sands Game Reserve. Wir wechseln also wieder vom einfachen Camp in eine vornehme Lodge mit Full-Service-Programm samt dementsprechendem Essen.
Karfreitag, 15.04.2022
Von Satara zur Elephant Plains Game Lodge














Der Karfreitag wird zum Raubkatzentag. Überpünktlich fahren wir los, stehen beim Sataragate trotzdem noch in der Schlange und 5 Minuten später ist die erste Großkatze …
Der Karfreitag wird zum Raubkatzentag. Überpünktlich fahren wir los, stehen beim Sataragate trotzdem noch in der Schlange und 5 Minuten später ist die erste Großkatze da. Wir entdecken sie zunächst zwischen den Autos an der Kreuzung S100 und H1 und folgen ihr. Die Löwin ist aber nicht allein, zwei kleine cubs folgen ihr auf Schritt und Tritt. So begleiten wir die kleine Familie fast eine halbe Stunde entlang der H1 – manchmal in der ersten Reihe, phasenweise parallel, großteils aber den wenige Meter hinter ihr. Dass mittlerweile ein Dutzend Autos als „Begleitfahrzeuge“ sich eingefunden haben, scheint die drei nicht sonderlich zu stören, denn sie bleiben schön brav immer auf der linken Straßenseite. Wir profitieren davon, dass zeitbedingt kein Gegenverkehr kommt, allerdings versucht der eine oder andere rechts uns zu überholen, was wir so gut es geht zu unterbinden versuchen, um ja nicht den freien Blick zu verlieren. Trotzdem wird es manchmal arg eng, man hat direkt Angst vor allem den kleinen über die Beine zu fahren. Irgendwann biegen die drei aber nach links ab und sind Sekunden später im meterhohen Gebüsch nicht mehr zu sehen. Bei der nächsten Gelegenheit drehen wir um und kehren mit mittlerweile heiß gelaufener Kamera zurück an die Kreuzung und biegen links in die S100 ein, die wir ja schon am Tag zuvor gefahren waren. Und wieder sollte es keine 5 Minuten dauern, bis wir links von uns ca. 80 Meter entfernt einen männlichen Löwen entdecken. Manchmal haben wir den Eindruck, er läuft parallel zur Straße, dann dreht er nach links von uns ab, um Sekunden später wieder die Richtung zu ändern. Phasenweise spielen wir mit dem Gedanken, weiterzufahren und uns mit den Distanzphotos zufrieden zu geben, plötzlich wendet er sich der Straße zu und beginnt seine „Wanderung“ auf der Straße – begleitet von uns auf gleicher Höhe maximal nur 1 Meter entfernt. Wir sind tatsächlich das Nr. 1-Begleitfahrzeug, sitzen in der sozusagen in der ersten Reihe und knipsen und knipsen. Sekundenweise „schleift“ er direkt an unserem Auto entlang und wir hätten ihm problemlos in die Mähne greifen können. Dann entscheidet er sich für eine Ruhepause – auf einen halbhohen Wiese ca. 15 Meter von uns entfernt. Wir erfreuen uns immer noch über diesen so positiven Start des Tages, als ca. 10 Meter hinter uns am Straßenrand zwei weitere, jüngere Löwen zu sehen sind – eine leider mit einem großen Geschwulst. Irgendwie scheint uns das „Tierglück“ wohl-gesonnen zu sein, denn auch hier haben wir freien Blick. Dann entscheiden wir uns aber weiterzufahren, immer noch euphorisch gestimmt, denn die Fahrt zum Orpen Gate nach Sabie Sands zur Elephant Plains steht uns ja noch bevor. Kurz stoppen wir bei der Picknickstation Timbavati – dieses Mal total überfüllt – und gegen 11.10 Uhr verlassen wir den Kruger N. P. Die Strecke zur Lodge meistern wir trotz der extrem schlechten Straßenbedingungen problemlos, die hier vorherrschende Armut in den Dörfern, die wir durchfahren, stimmt uns aber wie schon letztes Jahr nachdenklich.
Der Empfang ist freundlich, ein junges blondes Mädchen begrüßt uns. Die Anmerkung, dass wir bereits letztes Jahr hier waren, verkürzt das Erklärungsprozedere enorm. Nach 10 Minuten sind wir bereits in unserem Zimmer – es ist das erste Häuschen mit dem Namen Leopard – etwas offener gestaltet als das Häuschen Lion vom Vorjahr. Es gefällt uns sehr gut – die erste Dusche draußen – es hat fast 34 Grad – die Klimaanlage macht Zicken – der Lunch schmeckt außergewöhnlich gut, vor allem die Erdbeermousse mit Teigsträusel, so „vertrödeln“ wir die Zeit bis zum ersten Gamedrive. Leider türmen sich die Gewitterwolken auf, es donnert und wir starten die Safari eingepackt in Regenponchos – dieses Mal für uns ungewöhnlich in der vorderen Reihe – pünktlich um 15:30 Uhr.
Es dauert nur wenige Minuten und die Raubtiershow findet seine Fortsetzung. Der Safariwagen mit unserer Führerin Kylie biegt links ins Gebüsch ab und der erste „nahe“ Leopard „posiert“ vor uns nur zwei, drei Meter entfernt. Aufmerksam beobachtet er eine Hyäne, die ein Auge auf seine Beute geworfen hat. Er wechselt die Stellung, Kylie stößt mit dem Safariwagen ebenfalls zurück, um wieder einen besseren Blick für uns zu finden, als plötzlich ein Leopardencub von rechts erscheint. Wieder fotografieren und fotografieren wir, die Leopardenmutter deponiert mittlerweile ihre Beute auf dem Baum. Irgendwann verschwindet auch das Cub und wir setzen unsere Tour fort. Gott sei Dank lässt auch der Regen nach und mittlerweile ohne Ponchos verfolgen wir die Spuren eine Nashorns, das wir dann im abendlichen Sonnenlicht auch noch zu Gesicht bekommen. Bei dem Tümpel, an dem wir 2021 die Wildhunde gesehen hatten, machen wir noch Hippofotos, bei der Fahrt zurück zur Lodge bewundern wir auch noch ein Chamäleon.
Mit dem Abendessen um 19:30 Uhr endet dann der zum Raubtiertag gewordene Karfreitag. Im Vergleich zur Hoyo-Hoyo-Lodge ist die Atmosphäre eher „emotionslos“. Man isst und geht, die Mädchen, die uns bedienen, sind zwar sehr freundlich, aber beschränken sich wirklich auf das Bedienen und Abtragen. Die Lodge ist übrigens nicht ganz gefüllt, auch ein paar Deutsche sind darunter, wobei diejenigen, die auch bei uns im Safariwagen waren, nicht sonderlich „höflich“ zu sein scheinen, da sie auf das für uns übliche „Hello“ gänzlich verzichten.
Samstag, 16.04.2022



Wir werden um 05:30 Uhr geweckt. Die Klimaanlage leistet zwar wieder seinen Dienst, aber ….
Wir werden um 05:30 Uhr geweckt. Die Klimaanlage leistet zwar wieder seinen Dienst, aber in der Nacht hat es anscheinend so stark geregnet, dass die Wege an vielen Stellen matschig sind und Kylie beim Gamedrive auch nicht querfeldein fahren kann. Es nieselt, die Ponchos werden zwar wieder wieder herausgerissen, „groß“ zu regnen beginnt es jedoch nicht. Die Tierwelt bleibt uns nahezu gänzlich verborgen, laut Kylie eine Folge des Regens und dennoch auch für sie ungewöhnlich. Nach dem guten Frühstück wechseln wir nun ständig von der Veranda ins Zimmer und wieder zurück. Draußen ist es zwar relativ warm, aber es tröpfelt immer wieder, drinnen ist es arg kühl, da wir der „launischen“ AC nicht mehr zu nahe kommen wollen. Für den Nachmittagsdrive sind wir aufgrund der Witterung eher pessimistisch gestimmt. Gott sei Dank war der Vortag so voller Highlights, sodass wir auch einen zweiten tierarmen Gamedrive ohne Misslaune werden ertragen können. Und es kommt fast so wie befürchtet, nur dass der Regen sich großteils zurückhält. Mit im Wagen sind zwei neue Gäste, ein südafrikanisches Paar, anscheinend Farmer für Macademianüsse. Ein Elefant zeigt sich, drei Waterbucks, ein Giraffe und dann doch noch ein kleines Highlight: ein auf einem Stein ruhender Leopard. Zum Fotografieren ist es fast schon zu dunkel, nur die ersten Fotos sind noch OK. Ein außergewöhnliches Foto ist dann doch dabei, denn ein Schnappschuss gelingt mithilfe des Blitzlichts, das ein anderer Tourist in einem anderen Wagen benutzt hat. Und zu guter Letzt fängt es dann doch wieder zu regnen hat. Beim Abendessen nervt etwas die Lautstärke im Raum, für die eine angekommene Großgruppe verantwortlich ist.
Ostersonntag, 17.04.2022
Von der Elephants Plains Game Lodge zurück in den Kruger N.P. ins Mopani Rest Camp









Der Tag beginnt mit Regen, den Gamedrive in den Regenponchos bricht unsere Führerin Kylie zu unserer Freude nach …
Der Tag beginnt mit Regen, den Gamedrive in den Regenponchos bricht unsere Führerin Kylie zu unserer Freude nach 1,5 Stunden ab. Dicht scheinen die Ponchos nicht zu sein, mit nasser Kleidung kehren wir in unser Zimmer zurück. Die Zeit bis zum Frühstück nutzen wir für eine warme Dusche bzw. um unsere Hosen und Taschen und Pullis mit der Fön provisorisch zu trocknen. Das letzte Frühstück …, dann checken wir aus, unser Hilux wird geholt und dann verlassen wir die Elephants Game Lodge. Recht traurig sind wir darüber nicht, denn Wetter und Tierwelt und auch die Atmosphäre waren nicht so wie wir es erhofft haben. Bedingt durch den starken Regen von Freitag auf Samstag sind die Straßenbedingungen noch schlechter als bei der Hinfahrt. Die eine oder andere Furt ist voller Wasser, an einigen Stellen hat es Teile der Sandfahrbahn weggeschwemmt. Summa summarum ist die Fahrt unangenehm, aber für unser Auto kein Problem. Über das Orpengate kehren wir zurück in den Kruger National Park. Unser Übernachtungsziel ist heute das Mopanicamp im Norden. Wir fahren und fahren, sind froh im trockenen Auto zu sitzen und sehen im Grunde zwar nicht viele, aber mehr Tiere als bei unseren Safaris der letzten Tage. Ein Gepard aus der Entfernung ist das erste kleine Highlight, Hyänen neben der Straße und schließlich – als wir schon auf die Uhr und die Entfernungskilometer zum Camp blicken – eine Löwengruppe in ca. 20 Meter Entfernung etwas oberhalb im Dickicht. Mit etwas Hin- und Herrangieren haben wir dann doch freien Blick auf einzelne Löwen. Gegen 17 Uhr erreichen wir bei langsam beginnender Dunkelheit das Camp. Unser Häuschen mit der Nr. 102 erweist sich als topp, die Sanitärzelle ist neuwertiger als in den anderen staatlichen Camps und der Blick zum Fluss hinunter ist super. Im nahegelegenen Shop ergänzen wir wieder unsere Essensvorräte. Mittlerweile ist es stockdunkel und wir sitzen am Essenstisch vor unserem Häuschen und trinken Tee. Unterbrochen vom Hippogebrüll vom Fluss genießen wir wieder die Ruhe ohne andere Gäste. Es regnet zwar jetzt wieder, aber unsere Veranda ist ja überdacht. In ein paar Minuten werden wir wohl zu Abend essen und dann ins Bettchen verschwinden.
Ostermontag, 18.04.2022





Der Tag beginnt ohne großen Tagesplan – ohne ausgefeilte Route – ohne Regen, aber mit Löwen. Wir verlassen das Camp um kurz …
Der Tag beginnt ohne großen Tagesplan – ohne ausgefeilte Route – ohne Regen, aber mit Löwen. Wir verlassen das Camp um kurz nach 6 Uhr, fahren nur wenige Kilometer und schon kommen wir wieder zum Stehen. Zwei männliche Löwen liegen links in der Wiese auf der H1. Beide – ca. 15 Meter bis 20 Meter entfernt und für uns recht gut sichtbar – machen einen recht faulen Eindruck, heben vielleicht alle 5 Minuten einmal den Kopf und lungern nur herum. Wir bleiben geduldig und hoffen doch noch auf etwas Action. So kratzt sich einer mit dem Hinterbein am Hals, der andere wechselt kurz einmal den Platz. Auf jeden Fall bleiben wir so lange, bis einer endgültig sich unserem Sichtfeld entzieht. Auf einer recht einsamen recht schönen Straße mit kaum anderen Touristen geht es dann zum Aussichtspunkt Shibyatsangela direkt an der Grenze zu Moçambique. Immer wieder begegnen uns Zebras oder auch einzelne Elefanten. Der Aussichtspunkt verspricht zwar nicht das, was wir uns erhofft hatten, aber die Fahrt dorthin und die S143 – dem Tropic of Capricorn Loop – beeindruckt uns doch sehr. Irgendwann erreichen wir nördlich von Mopani wieder die Teerstraße. An Mopani vorbei geht es auf der H1 wieder südlich und wir biegen rechts ab zum Pioneer Dam mit zwei Aussichtspunkten, bei denen man das Auto verlassen darf, und von überdachten, geschützten Plattformen die Hippos, Krokodile und Vögel am Wasser beobachten kann. Dann geht es zurück zur Teerstraße und ca. 15 km weiter nach Süden, verbunden mit der Hoffnung, nochmals auf Löwen stoßen. Dabei passieren wir einen Unfall, bei dem vermutlich eine Hyäne überfahren wurde – auf jeden Fall stehen drei Autos incl. Rangerfahrzeug am Straßenrand. Schließlich drehen wir um, fahren noch den kurzen Riverloop und kehren ins Camp zurück. Wir tanken zuerst – die junge Dame freut sich liebevoll mit einem „That’s too much“ über das gegebene Trinkgeld – ungerechnet 2,40 € – und gehen, nachdem wir unsere Sachen ins Häuschen gebracht haben, schnell zum Shop. Dort entdecken wir einen kleinen Wanderweg hinunter zum Wasser, der „romantisch“ entlang des elektrisch geladenen Schutzzaunes führt. Unterhalb des letzten Häuschen gelangen wir wieder auf das normale Terrain des Camps. Nun sitzen wir erneut auf unserer Veranda, trinken Kaffee und Tee und hören den Vögeln zu. Aktuell lässt das Wetter hoffen, die ersten Sonnenstrahlen und teilweise „blaue Wolkenlücken“ zeigen sich. Morgen Früh steht ein relativ großer Fahrtag zur luxuriösen „AndBeyond-Lodge Ngala-Tented Camp“ vor der Tür. Im Innersten machen sich trotz dieser rosigen Aussichten auch negative Gedanken breit – die Sorglosigkeit des Urlaubs ohne Ukraine, Corona und Arbeitsstress geht dem Ende zu.
Dienstag, 19.04.2022















Überpünktlich verlassen wir Mopani. Es regnet nicht und wir fahren …
Überpünktlich verlassen wir Mopani. Es regnet nicht und wir fahren zügig gen Süden. Ein Schlenker übe die S46, S93 und S44 nach Letaba in Richtung Olifants bringt auch nicht den gewünschten Erfolg, die scheinbar heute sich vor uns versteckende Tierwelt zu Gesicht zu bekommen. Wir freuen uns sogar über einzelne Giraffen oder Elefanten. Auf der H1-5 bzw. auf der H1-5 geht es auf der Teerstraße weiter nach Satara und von dort auf der H7 westwärts gen Orpengate, das wir kurz nach halb Zwölf erreichen. Kurz nach der Schranke des Kruger N. P. – beim Kreisel – befindet sich auch die Abfahrt zum Ngala-tented-Camp. Alles scheint perfekt zu klappen, bis auf die Tatsache, dass wir an der falschen Stelle rechts ist abbiegen und wir sozusagen schnurstracks zur Ngala-Safari-Lodge unterwegs sind. Wir fahren und fahren und fahren und nach einer knappen halben Stunde überkommen uns die Zweifel. Schnell umgedreht geht es in Formel 1-Manier zurück und – man glaubt es kaum – 5 Minuten nach der Kreuzung, an der wir zuvor falsch abgebogen sind, erreichen wir das tented camp. Der erste Eindruck ist nicht der allerbeste, da wir immer noch den Vergleich mit der Phinda-Rock-Lodge ziehen. Der Parkplatz ist schon etwas sonderbar, kein Empfangskomitee, wir steigen aus, gehen auf den Wegen ca. 80 Meter bis zur Lodge, wo wir dann freundlich, aber scheinbar überrascht empfangen werden. Eine junge Frau mit langen Haaren und recht lautem Organ kümmert sich dann professionell um uns, ohne aber wirklich charmant oder liebevoll zu sein. Bewusst wird uns dies, als zwei Amerikaner kurz nach uns ankommen und denen mit nahezu den gleichen Worten die Lodge samt Zeitplan vorgestellt wird. Unser Zelt – die Nr. 3 – befindet sich vielleicht 100 Meter vom Haupthaus entfernt mitten im Grünen – parkähnlich angelegt mit sich verzweigenden Wegen zu den Zelten, zum Massagehaus und zum Swimmingpool. Das eine oder andere „wilde“ Tier nutzt die Grünflächen zum Grasen, das Zelt an sich ist dem AndBeyond-Preis entsprechend luxuriös. Vor allem die Außendusche entspricht unseren mittlerweile doch extrem Ansprüchen. Wir gehen zum Lunch – es gibt gebratenen Fisch mit Eis zum Nachtisch -, den wir auf der oberen Veranda mit Blick auf das Tibavatiflussbett einnehmen. Hier ist der Blick wirklich beeindruckend, die Zelte auf der rechten Seite mit diesem Blick wären sicherlich attraktiver gewesen als unseres im Park. Um 15:30 Uhr findet beim Haupthaus eine kurze Einweisung zum Nachmittagsgamedrive statt, bei der wir unseren, sehr sympathisch wirkenden Führer Mac und unsere „Mitfahrer – zwei junge Amerikanerinnen und ein junges britischen Paar – kennenlernen. Der Gamedrive startet furios, wir sind vielleicht 10 Meter von einer im Feld schlafenden Löwengruppe entfernt – unter ihnen auch der erste weiße Löwe, den wir in freier Wildbahn zu Gesicht bekommen. Leider schlafen unsere Hauptakteure mehr als sich zu bewegen, jede noch so kleine Regung ist für uns Anlass auf den Auslöseknopf unserer Kameras zu drücken. Dann geht es im Busch weiter, um die Wilddogs zu finden, die sich irgendwo in der Nähe aufhalten sollen. Bei beginnender Dunkelheit erreichen wir diese, das Spektakel, das diese uns bieten, ist für uns jedoch nur noch schwer fotografisch festzuhalten. Auf jeden Fall scheinen sich diese über die Rückkehr zweier weitere Wilddogs so zu freuen, dass sie mit eher quiekend klingenden Lauten turbulent herumlaufen. Den Abschluss des Gamedrives bilden dann wieder die Löwen, die sich auf den Weg gemacht haben, mit der Absicht zu jagen. Fotografieren ist kaum mehr möglich, mit der Videofunktion und den Leuchtstrahlern können wir diesen ebenfalls sehr beeindruckenden Moment doch noch recht gut festhalten. So verfolgen wir – und zwei weitere Safariwagen der Lodge – die auf der Straße entlanggehende Löwengruppe. Kurz nach 18:30 Uhr sind wir wieder der Lodge. Ein kurzfristiges Desaster – die Handysuche – löst sich mit dem Auffinden in der „falschen“ Rucksacktasche in Luft auf. Um 7 Uhr werden wir vom Zelt abgeholt, der beim Gamedrive ausgefallene Umtrunk mit Gin Tonic wird an der Bar nachgeholt, ehe es dann auf der unteren Veranda zum Dinner geht. Zu unserem Bedauern – die Kommunikation mit fünf „born English spoken“ human beings ist zuweilen doch recht anstrengend – sitzen wir an einem gemeinsamen Tisch. Zu unser Überraschung verläuft der Abend doch angenehmer als erwartet, das Kudusteak schmeckt und die Gespräche mit Mac sind zwar einerseits erwartungsgemäß oberflächlich, der eine oder andere Inhalt ist aber dann doch interessant.
Mittwoch, 20.04.2022









Um 5:15 Uhr wird das kleine Frühstück – Kaffee und Tee und Hartgebäck – zum Zelt gebracht. Um 5:45 Uhr treffen wir uns mit den anderen direkt beim Safariwagen. Hauptziel …
Um 5:15 Uhr wird das kleine Frühstück – Kaffee und Tee und Hartgebäck – zum Zelt gebracht. Um 5:45 Uhr treffen wir uns mit den anderen direkt beim Safariwagen. Hauptziel und leider auch das einzige Ziel des Morgendrives ist die Suche nach Rhinos. Die Suche nach ihnen ist dann doch nicht so einfach, aber Mac samt Wiseman – dem Fährtenleser, der sich zur Spurensuche auch für 20 Minuten allein in den Busch begeben hat – gelingt es doch noch, diese beeindruckenden Tiere zu finden. Vor allem der Nachwuchsrhino mit noch intaktem Horn macht uns die Freude, sich zwei, drei Meter vor unserem Safariwagen aufzuhalten. Nach einem Kaffeestopp geht zurück zu Lodge. Wir kehren zum Zelt zurück, dann geht es zum großen Frühstück auf der unteren Veranda, dieses Mal aber nicht als „Großveranstaltung“, sondern an Einzeltischen. Nun sitzen wir auf der Veranda vor unserem Zelt, es regnet Gott sei Danken nicht, wenngleich der Himmel arg bewölkt ist und der Wind durch die Bäume und Büsche unseres Parks bläst. Um 13:30 Uhr haben wir uns für den Lunch angemeldet. Für den Afternoongamedrive hoffen wir natürlich nochmals, den weißen Löwen zu Gesicht zu bekommen. Aus dem Löwen wird nichts – Mac will sich mit uns auf Leopardensuche begeben. Der Gamedrive verläuft dementsprechend enttäuschend – keine Tracks zu entdecken. Mac kündigt dann schon den Stopp für die Drinks an – und die erste Überraschung steht an: Der Tisch mit Decke, den Flaschen und den Snacks ist schon vorbereitet, umgeben mit einigen Lampen am Boden stehend wirkt es direkt stimmungsvoll. Die etwas getrübte Stimmung aufgrund der mangelnden Tierbegegnungen hellt sich auf. Wenige Minuten später hat jeder sein Getränk in der Hand, als seltsame, gefährlich klingende Geräusche zu hören sind. Mac bittet uns wieder auf den Safariwagen zu klettern, um geschützt die Ursache für diese rätselhaften Tönen herauszufinden. Und wenige Sekunden ist diese Frage geklärt: Vielleicht 80 Meter hinter uns macht sich eine Hyänegruppe wild streitend in den extremsten Tönen, die man sich vorstellen kann, über ein totes Impala her, das vermutlich zuvor von einem Leoparden erlegt worden war. Beeindruckend einerseits und grausam zugleich, wie dieses vorher schöne Tier in Einzelteile zerrissen wird. Man hört sogar das Knacken der brechenden Knochen – ein Schauspiel der Natur, das man nicht so schnell vergessen wird. Zurück in der Lodge gibt es das Dinner an separaten Tischen, was uns natürlich recht ist, genauso wie die Tatsache, dass es ausnahmsweise kein Steak, sondern Fisch gibt. Den letzten Abend lassen wir noch mit einem Pina Colada ausklingen.
Donnerstag, 21.04.2022
Von AndBeyond Ngala zur Mdluli Safari Lodge









Im Morningsdrive am Ngala-Abreisetag bekommen wir endlich unsere Löwen nochmals zu Gesicht, kurzfristig werden wir von drei Elefanten etwas „eingekreist“, was wir eher gelassen …
Im Morningsdrive am Ngala-Abreisetag bekommen wir endlich unsere Löwen nochmals zu Gesicht, kurzfristig werden wir von drei Elefanten etwas „eingekreist“, was wir eher gelassen zur Kenntnis nehmen, für die beiden Amerikanerinnen aber höchste Spannung bedeutet hat. Die anderen „normalen“ Tiere zeigen sich zum Abschied auch nochmals. Nach dem letzten Frühstück duschen wir nochmals, kurz darauf holt man unsere Koffer ab und wir laufen nochmals ein letztes Mal zum Haupthaus vor. Mac und Wiseman treffen wir nochmals beim Auto – das Goodbye von den beiden tut dann doch etwas weh. Wir machen uns auf den Weg nach Mdluli beim Numbigate – vielleicht in einer etwas depressiven Stimmung angesichts des anstehenden Urlaubsende mit einer eher geringen Erwartung, bei der Fahrt wieder viele Tiere zu sehen. Aber eine einsame Elefantenherde und ein Rudel von wild dogs auf der Straße, das wir wieder „ewig“ begleiten dürfen, helfen uns über unsre schlechte Laune hinweg. Auch der Nachmittag verläuft nicht ohne …. – wie erkunden einen tollen Aussichtspunkt mit einem spektakulären Blick und bedauern eine vermutlich verletzte junge Hyäne auf der Straße liegend, deren Mutter im Gebüsch liegt und deren Geschwisterkind scheinbar die Situation nicht verstehend vom Straßenrand zur traurig schauenden Hyäne hin- und herläuft. 200 Meter, bevor wir zur Mduli-Lodge abbiegen müssen, werden wir zu guter Letzt auch noch geblitzt. 61 km/h statt 50, eine uralte Kamera, die die Geschwindigkeit anzeigt, 600 Rand, die wir auf 400 Rand herunterhandeln können, ein Gespräch über den Fc Bayern und ein Foto mit den beiden sehr, sehr freundlichen Polizisten – all das macht Erinnerungen an Botswana wach. Wundern würde es uns aber nicht, wenn die 400 Rand nicht zur Aufbesserung der südafrikanischen Staatskasse verwendet werden, sondern von den beiden redlich privat aufgeteilt werden. Auf der Zufahrt zu Mduli zeigen sich nochmals Elefanten und Giraffen für uns – die letzten, in diesem Urlaub. Mduli überrascht uns etwas, eine ziemlich neuwertige Lodge, die den Eindruck erweckt, für Gruppen in Reisebussen ideal zu sein. Zu unserem Zelt, Nr. 9, werden wir samt Gepäck im Golfwagen gebracht. Alles dort wirkt auch wirklich noch sehr neu und eher funktional. Ganz besonders gilt das auch für das Restaurant, das angesichts der nur drei besetzten Tische den Charme einer Essenshalle versprüht und in dem das Abendessen als Buffet angeboten wird. Qualitativ erfüllt es seinen Zweck, man findet etwas, mit dem man den Hunger stillen kann, mehr aber auch nicht. Nachzutragen sind unsere Online-Eincheck-Probleme, die Coronaunterlagen, die man unverständlicherweise nochmals hochladen muss, und die instabile Internetverbindung sind die Ursache dafür. Uns kostet das zwar 40 Minuten, aber wir meistern die Lage.






Mit dem gleichen Thema beginnt der Abreisetag, denn wir haben in der Nacht eine erhalten, dass der Flug Frankfurt-München gecancelt wird. Kurz darauf erfahren wir, dass wir auf den 6:45-Uhr-Flug …
Mit dem gleichen Thema beginnt der Abreisetag, denn wir haben in der Nacht eine erhalten, dass der Flug Frankfurt-München gecancelt wird. Kurz darauf erfahren wir, dass wir auf den 6:45-Uhr-Flug umgebucht werden. Das Frühstück in Mduli setzt die Erfahrungen vom Abendessen fort. Alles wirkt wie eine unpersönliche, für den Massenbetrieb ausgelegte Einrichtung. Die Fahrt zum Flughafen verläuft problemlos, wir bleiben zweimal stehen, einmal an der gleichen Raststätte, wo wir schon bei der Anreise gestoppt haben, um uns einen Mocca zu besorgen und einmal zum Tanken. Auch hier freut sich unsere Tankwärterin über unser gegebenes Trinkgeld und läuft uns sogar zum Parkplatz nach, um herauszugeben. Um 14:07 Uhr „stehen“ wir bei Europcar, 30 Minuten später ist das Kofferabgeben auch schon erledigt. Um 19 Uhr geht unser Flieger, das Flugzeug parkt hinter dem Glasfenster direkt vor uns – mit anderen Worten ist der Urlaub vorbei.
In der ersten Nachbetrachtung war alles bis auf 1,5 Tage, als es geregnet hat, perfekt. Die Elephant Plains werden wir voraussichtlich in Zukunft eher meiden, die Ngala-And Beyond-Lodge konnte den Vergleich mit Phinda-Rock nicht ganz standhalten. Hoyo-Hoyo war hinsichtlich Essen und Service topp, die Tierbeobachtungen waren eher durchschnittlich. Den Kruger N.P. werden wir auf jeden Fall wieder und wieder besuchen, denn die Tierbegegnungen waren auch dieses Mal einfach super. Etwas „gefährlich“ ist die Zeit Ostern aufgrund der Regenhäufigkeit schon, wenngleich die Pflanzenwelt vielleicht doch schöner ist als im August, aber lieber friert man, als an einem Tag Regenponchos zu tragen und am nächsten Tag bei 37 Grad im Schatten auf eine funktionierende Klimaanlage zu hoffen.






