
Südafrika – 2019
Donnerstag, 1. August 2019 & Freitag, 2. August 2019
Franz-Josef-Strauß-Flughafen gen Tamboti Lodge, Tzaneen






Viel zu früh sind wir am Flughafen, der gemeldete Stau auf der Autobahn bei Haar hat …
Viel zu früh sind wir am Flughafen, der gemeldete Stau auf der Autobahn bei Haar hat uns veranlasst, um 14:10 Uhr unsere Zelte abzubrechen. Der verzweifelte Versuch Pumis, sich hinter der Couch zu verstecken, konnte uns nicht davon abgehalten. Um 14:50 Uhr sind wir in Faistenhaar in der Katzenpension, um 16:15 Uhr erreichen wir P7, unser Standardparkhaus mit dem besten Parkplatz, we ever had, ganz vorne auf dem Parkplatz 1306. Dann geht alles seinen gewohnten Lauf: Zeitungen, Leberkässemmel und ewig lang herumsitzen. Terminal 2, Erdgeschoss, gleich rechts, hier sitzen wir und warten. Am Schalter tut sich bis jetzt nichts, obwohl es schon 17:40 Uhr ist.
Sie kamen dann doch noch pünktlich gegen 18:00 Uhr. Security und Passkontrolle – alles verlief problemlos. Mit dem Zug ging es zum Satelittenterminal, Gate L13, wo wir jetzt gerade sitzen. Es ist gerade 19:15 Uhr und noch ziemlich ruhig. Der Flug mit South African geht pünktlich kurz nach 9:00 Uhr los, Reihe 55, Exitseats. Eigentlich wirkt er schon etwas antiquiert, aber im Nachhinein können wir nichts aussetzen. Kein Kindergeschrei, die Nacht ist ruhig und vergeht – wortwörtlich – wie im Flug. Pünktlich landen wir, das Gepäck kommt zügig und auch die Immigration dauert nicht lang. Europcar finden wir ebenfalls und müssen uns nicht – wie andere in einem Reiseblogg geschrieben hatten – mühsam durchfragen. Ein weißer Ford Ranger mit wenig Kratzern und 28000 km wird uns zugewiesen. So geht es los und kaum sind 5 Minuten vergangen, schon haben wir einen kleinen Schaden: Steinschlag – Windschutzscheibe. Was soll’s? Wir fahren zur Irene Village Mall und decken uns dort mit 4000 Rand und Getränken ein. Was fällt uns auf? Unser Ipod können wir – etwas mühevoll – mit Bluetooth verbinden und die Begeisterung für die Landschaft hält sich in Grenzen und der Himmel ist extrem diesig. Dann düsen wir weiter auf der Autobahn mit Ziel Polokwane, biegen dann aber Richtung Tzaneen zu unserer ersten Unterkunft, die Tamboti Lodge, ab. Jetzt wird die Landschaft hügeliger und schöner. Bananen, Mangos und vermutlich Kaffee wird hier angebaut. Um 14:00 Uhr erreichen wir die Lodge. Das Zimmer ist recht schön, müffelt etwas, Pool und Garten sind schön gepflegt. Das ganze Anwesen ist eingezäunt und videoüberwacht, unser Ford Ranger steht nur 10 Meter vom Zimmer entfernt. Leider gibt es nur den Kaffee im Zimmer, irgendwie gehofft hätten wir auf Kaffee und Kuchen. Hier sitzen wir jetzt in der Sonne, trinken besagten Kaffee vom Zimmer und Tee, hatten Kopfschmerzen und haben gerade das Abendessen dazugebucht. 200 Rand für ein Kudusteak sollten wir uns noch leisten können. Ob es das auch wert ist, wird sich zeigen. Festzuhalten bleibt, dass die Buchung nicht demokratisch erfolgt ist. Kartoffelsuppe, eine ganze Flasche Rotwein, Kudusteak mit Bohnen, Karotten und Süßkartoffeln und als Nachspeise ein Trifle. Das Steak war super, die Karotten zu süßlich, die Bohnen und die Kartoffeln gut, der Rotwein eher nicht, so ist das Essensresüme.
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Samstag, 3. August 2019
Hoedspruit | Ekaya Bush Lodge









Geschlafen haben wir gut, die Dusche ist eher ein Hauch von Wasser, das Frühstück – Omelette und pochierte Eier – gut, das Buffet auf den Tresen eher dürftig. Aber wir sind nicht …
Geschlafen haben wir gut, die Dusche ist eher ein Hauch von Wasser, das Frühstück – Omelette und pochierte Eier – gut, das Buffet auf den Tresen eher dürftig. Aber wir sind nicht unzufrieden und machen uns frühzeitig auf den Weg Richtung Blyde River Canyon. Erstes Highlight wäre eine Dame mit Besen auf dem Kopf gewesen, aber wir hatten keine Chance sie zu fotografieren. Der Abel Erasmus Pass wäre auch schön gewesen, aber wir konnten nicht stehenbleiben, um in Ruhe dies zu dokumentieren – uns bleibt hier nur ein Foto aus dem fahrenden Auto. Um 10:30 Uhr erreichen wir den Blyde River – first stop sind die Three Rondavels. Wie bei jedem Stopp hier bezahlt man fürs Anschauen, 60 Rand werden wir hier los. Tja, fotografiertechnisch gesehen haben wir das Geld aus dem Fenster geworfen, denn besagte Three zeigen sich im falschen Licht. African souvenirs – made in China – gibt es auf dem Parkplatz. Wir machen trotz miesem Licht ein paar Fotos, dann geht es weiter zu den Bourkes Luck Potholes. Hier passt die Sonne, wir stapfen herum, von Brücke zu Brücke, rutschen einmal ab, dass ein Fuß im Wasser ist, und knipsen mit unseren Kameras so fleißig, als ob wir noch nie einen Canyon gesehen hätten. Vorbei an den tanzenden Kindern – sie tanzen nur, wenn Touristen zum Fotografieren stehenbleiben – geht’s zurück zum Parkplatz. Dann wollten wir das „Blydeareal“ eigentlich schon wieder verlassen, wenn sich nicht die beiden Wasserfälle – die Lisbon Falls und die Berlin Falls – als näher an unserer geplanten Route herausgestellt hätten. Die Lisbon Falls waren es auf jeden Fall wert, die Berlin Fall, wegen denen wir sogar 4,251 km zurückgefahren sind, weniger. Aber gezahlt haben wir für beide, einmal konnte oder wollte die Dame nicht herausgeben – großzügig wie wir sind, haben wir ihr 10 Rand, umgerechnet 62 Cent, geschenkt. Bei den Berlin Falls bestaunen wir übrigens die gleichen Decken, die vor zwei Jahren schon in Botswana
gesehen hatten. Dann geht es 100 km Richtung Ekaya Bush Lodge in Huitspruit. Uns fällt auf, dass die Orte ziemlich „ausgedehnt“ sind, kein Vergleich zu Namibia oder Botswana. Oft fährt man kilometerlang durch dicht besiedelte Gebiete. Am Straßenrand stehen die einen Finger hebenden Hitchhiker, die auf Mitfahrgelegenheit hoffen oder auf die Kleinbusse warten. Der Samstagnachmittag scheint auch der Zeitpunkt zu sein, an dem sich die Jugend trifft. Pickups mit zig jungen Leuten auf der Ladefläche, viele mit Fahnen winkend, begegnen uns. Die Lodge befindet sich in einem abgesperrten Reservat, ist recht klein und wir entscheiden uns, auf das Dinner zu verzichten. Gerade sitzen wir unten vor dem Lagerfeuer, das jetzt – um 17:30 Uhr – angemacht wird und trinken den letzten Schluck Kaffee. Essen werden wir das kostenlose Obst, das wir uns stibitzt haben. Nach dem ausführlichen Dinner vom Vorabend sollte uns das nicht schwer fallen. Frühstück morgen Früh gibt es um 7:00 Uhr, früh genug, um uns gen Kruger Park auf den Weg zu machen.
Sonntag, 4. August 2019
Im Kruger National Park im Olifants Rest Camp










Das Frühstück ist dürftig, es gibt scrambled eggs, einen nicht guten Saft und Toast mit Marmelade. Wir verlassen unsere Lodge in Richtung Kruger, genauer gesagt dem Phalaborwa Gate …
Das Frühstück ist dürftig, es gibt scrambled eggs, einen nicht guten Saft und Toast mit Marmelade. Wir verlassen unsere Lodge in Richtung Kruger, genauer gesagt dem Phalaborwa Gate, das wir gegen 9:30 Uhr erreichen. Kurz davor waren wir noch beim Tanken, 1050 Rand, laute Popmusik und ein kleiner Tankwart, dem es nur mit Hocker gelingt, unsere Scheiben zu reinigen. Trotz wild card muss man zur Rezeption und bekommt seine Registration für den Kruger Park. Dann geht es nach einem freundlichen kurzen Check-in den wohl bekanntesten Nationalpark Afrikas. 50 km/h sind erlaubt, bis Letaba großteils auf Teer. Beim Sable Dam der erste Stopp ohne Tiere, dann entdecken wir die erste Raubkatze, einen Leoparden. Auf Gravelroads geht es dann weiter entlang am Fluss zu unserer staatlichen Camp mit dem Namen Olifants. Unser Häuschen mit der Nr. 4 ist direkt am Abgrund, mit Blick auf den Fluss, gesichert durch einen etwas martialisch wirkenden Schutzzaun, der es unmöglich macht, die Sicht zu genießen. Das Häuschen ist sehr einfach, außerhalb eine kleine Küche, innen stehen die Betten getrennt, die wir aber unverzüglich aneinander rücken. Gott sei Dank funktioniert die Klimaanlage bestens, denn die Temperaturen sind nachmittags auf sicherlich über 30 Grad gestiegen. Unseren Ranger können wir genau gegenüber parken. Irgendwie hatten wir Verhältnisse wie in Nambias Okaukujeo erwartet, hier ist es aber relativ ruhig. Auch im Restaurant, vielleicht 100 m entfernt, ist „tote Hose“. Wir bestellen Cola, Wasser und zwei Hamburger, einmal mit Salat und einmal mit Pommes. Der riesige Hamburger mit frittierten Zwiebelringen schmeckt erfreulich gut, wir löhnen 298 Rand, incl. Tipping 350 Rand, also knapp über 20 €. Der zuvor von der Chefin groß angekündigte Supermarkt erweist sich aber als Reinfall. Im Grunde ist es ein Souvenirladen mit erweitertem Getränkeangebot. Außer Cola und Wasser kaufen wir nichts, das Abendessen besteht aus einem Apfel und einem Stückchen Schokolade.
Montag, 5. August 2019
Ein ganzer Tag im Kruger | Olifants Camp









Um 5:50 Uhr stehen wir auf – die Tore öffnen um 6:00 Uhr –, und verzichten auf das Frühstück, das wir …
Um 5:50 Uhr stehen wir auf – die Tore öffnen um 6:00 Uhr -, und verzichten auf das Frühstück, das wir eh bezahlen hätten müssen und es erst ab 7:00 Uhr gegeben hätte. Mit leerem Magen machen wir uns kurz nach 6 Uhr auf den Weg. Wir stoppen auf der Brücke, auf der man ja aussteigen darf, fahren auf der H1, biegen dann auf die S39 in Richtung Timbavati Picnic Site. Fotos schießen wir hauptsächlich von den Elefanten, auf die wir in regelmäßigen Abständen immer wieder stoßen. Beim Picnic Site gibt es für uns leider wieder nichts zum Frühstücken, wir vertilgen mit knurrendem Magen sehnsüchtig auf den ersten Kaffee hoffend die anderen Touristen, die sich anscheinend besser auf diesen Stopp vorbereitet hatten, beneidend den letzten Apfel samt Ritter Sport-Schokolade. Auf einer Seitenstraße der S40 sollten wir dann unsere ersten Löwen sehen. Es kommt, wie es auf Safaris üblich ist. Man sieht eine Ansammlung von Autos und nähert sich dieser – in der Hoffnung, dass diese Touris irgendetwas entdeckt haben. Voller Erwartung parken wir, checken die Richtung, in der die anderen schauen, und sehen – man glaubt es kaum – nichts. So bleibt uns nichts anderes übrig als zu fragen und das Nachbarauto – wir vermuten ein italienisches Pärchen – weist uns auf vier Löwen hin, die sich in gut 50 Meter hinter Stock und Stein verbergend befinden. So sieht man manchmal ihn, den Cheflöwen, kurz auftauchen, und dann wieder eine Löwendame, dann sieht man wieder nichts und dann wieder nur ein Löwenohr. Mangels Aktivität des Löwenquartetts verdünnisieren auch wir uns wieder, immer noch auf einen Kaffee hoffend gen Sataracamp. Gegen 10:30 Uhr erreichen wir das Camp, am Take-away-Schalter ordern wir Kaffee – der Cappuccino-Automat funktioniert gerade nicht – Tee, ein Vanilla Muffin, ein Croissant und ein Tomaten-Käse-Sandwich. 123 Rand ärmer geht es zum Shop, der nun eher dem Anspruch “Supermarkt“ gerecht wird. Bewaffnet mit salted butter, cheese, tea und einem Toastbrot in Vorsorge für ein privates fürstliches Dinner kehren wir zu unserem Pickup zurück. Auf der S100, die wir erst beim zweiten Versuch finden, machen wir uns wieder auf den Weg zurück gen Norden. Bei einer Horde Affen, intensiv mit gegenseitiger Körperpflege beschäftigt, bei der Low-water-bridge, die zum Campingplatz Balule führt, stoppen wir nochmals. Kurz vor 17 Uhr erreichen wir dann unser Olifantscamp. Um noch problemlos bei Tageslicht draußen essen zu können, bereiten wir unser Abendessen mit dem extrem weichen, fast schon geschmolzenen Butter vor. Nichtsdestotrotz schmeckt es, einfach, not-luxury, aber irgendwie originell. Mit einer guten Flasche Rotwein, etwas Salami und einem frischen Baguette hätte man es zwar noch aufwerten können, aber was soll’s, „we are in Africa“. In Erwartung einer erneuten frühen Aufstehens springen wir schon bald ins Bett. Das problemlose Auschecken am Morgen mit dem Einwerfen des Schlüssels in die keybox haben wir natürlich auch schon abgeklärt.
Dienstag, 6. August 2019
Balule Private Game Reserve | Mohlabetsi











Gestärkt mit einem Teefrühstück plus Toast und dem übrig gebliebenen Croissant geht es wieder gen Satara, wir sehen natürlich wieder Elefanten, Giraffen, Kudus, wirkliche Fotohighlights gibt es aber nicht. Bei einem Fast-Stopp im Sataracamp mit Kaffee-to-go incl. warmen Muffin stärken wir unsere Lebensgeister nach dem zweiten frühen Aufstehen …
Gestärkt mit einem Teefrühstück plus Toast und dem übrig gebliebenen Croissant geht es wieder gen Satara, wir sehen natürlich wieder Elefanten, Giraffen, Kudus, wirkliche Fotohighlights gibt es aber nicht. Bei einem Fast-Stopp im Sataracamp mit Kaffee-to-go incl. warmen Muffin stärken wir unsere Lebensgeister nach dem zweiten frühen Aufstehen hintereinander. Da wir ja frühzeitig im Mohlabetsi ankommen wollen, drängt etwas die Zeit. Bevor wir den Kruger verlassen, erkunden wir nochmals die S100. Schon nach wenigen Minuten stoßen wir auf eine Autokarawane, die links, rechts parkend scheinbar erfolglos auf eine Gruppe Löwen in den Busch starren. Wir erhaschen einen kurzen Blick, für gute Fotos reicht es aber nicht. So entscheiden wir uns weiterzufahren. 15 Minuten später stoßen wir auf eine Elefantenherde mit ein paar kleinen „Elis“. Einer der kleinen macht uns die Freude, mit geschätzt 100 km/h von rechts nach links die Straße wieselnd zu überqueren. Wir drehen danach um und erleben einen wirklichen Fotohöhepunkt. Besagte vier Löwen von der Autokarawane hatten sich auf den Weg gemacht und waren in unsere Richtung unterwegs. Gerade als sie aus dem kleinen Tal, das parallel zur Straße verläuft, zur höheren Ebene hochmarschieren, entdecken wir die vier. Es scheint so, dass nur uns dieser Anblick vergönnt ist, denn wir bleiben recht einsam ohne Begleitfahrzeuge am Straßenrand. Nichtsdestotrotz wartet Mohlabetsi. So verlassen wir kurz vor 12 Uhr den Krüger durch das Orpengate.
Außerhalb des Parks darf man ja wieder schneller fahren und wir erreichen das Gate von Mohlabetsi in-time – obwohl wir uns kurz verfahren hatten – ziemlich genau um 13 Uhr. Begrüßt mit einem recht unfreundlichen „Good day“, einer verlangten Gebühr von 150 Rand, fahren wir 10, 15 km entlang dem Grenzzaun, ehe uns ein Schild auf die Lodge aufmerksam macht. Hier biegen wir links ab und eine recht malerisch im Busch gelegene Lodge erwartet uns. Der obligatorische Begrüßungstee mit Fragen nach besonderen Essensunverträglichkeiten – in unserem Fall natürlich mushrooms – bildet den Anfang. Dann werden wir zu unserer Hütte – klein, aber fein und mit Außendusche – gebracht. Um 14 Uhr gibt es dann im Garten Lunch. Alles wirkt perfekt hier und läuft außergewöhnlich ruhig ab, im Grunde wird einem hier alles abgenommen – Rundumversorgung. Man bekommt den Kaffee, auf den man schon den ganzen Tag gewartet hat und wartet auf Essen und auf die im Preis eingeschlossenen Safaris. Der Hamburger auf dem Lunchteller ist zwar gewöhnungsbedürftig, die Nachspeise erfreut den Süßspeisen liebenden Gaumen mehr. Frisch geduscht warten wir dann um 15:30 Uhr auf die erste Safari. Unser Guide, ein Südafrikaner, dessen Englisch man gut verstehen kann, ist recht sympathisch, ein italienisches Pärchen zwischen dreißig und vierzig und ein belgisches Paar sind die Begleiter. Letzteres Pärchen wiegt geschätzt 270 kg, ungerecht verteilt auf 200 kg für ihn und auf 70 kg für sie. Sie scheinen „Vielreiser“ zu sein, was wir aus ihren Erzählungen so hören. Die Safari ist gut, zieht sich vor allem bei Dunkelheit etwas in die Länge und hatte einen absolutes Toppevent: der liegende Löwe fünf Meter entfernt. Ihn knippsen und knippsen wir natürlich, die andere Tiere und Stopps waren für uns normal. Der sundowner ohne sun – sie war schon untergegangen – war eher dürftig, denn der Gin Tonic schmeckte eher wie Limonade. Tief beeindruckt immer noch vom king lion kehren wir um 7:00 Uhr – exakt auf die Sekunde – in die Lodge zurück. Um 7:30 Uhr versammelt sich das Touristenbataillon auf der offenen Veranda, man bestellt Getränke und geht dann – auf Befehl – gemeinsam zur „Dinnerabfütterungsstelle“, die zum Busch offen mit einer halbhohen Mauer eingefasst mit im Halbkreis aufgestellten Tischen gestaltet ist. So hält sich der Kontakt zu den anderen Gott sei Dank in Grenzen. Links von uns sitzen das junge belgische Pärchen, rechts das 270 kg schwere Belgienpaar. Irgendwann – während einer Wartezeit – erfahren wir, dass er – Mr. 200 kg – Arzt ist und seine Frau seine Sprechstundenhilfe. Das Essen ist recht gut, Tomatensuppe, dann Huhn mit Gemüse und als Dessert Eis mit einem nicht definierbaren Kuchen. Es sind erfreulich kleine Portionen, wir trinken Wasser und ein Glas Rotwein, der Gott sei Dank gut oder besser trinkbar ist. Den Abschluss bildet dann eine Tasse Kaffee, dann brechen alle zügig auf, sodass man doch recht frühzeitig im Bett ist.
Mittwoch, 7. August 2019
Ein ganzer Tag im Balule












5:15 Uhr stehen wir auf, kurz darauf werden wir geweckt. Dann geht’s zum Morgenappell auf der Veranda …
5:15 Uhr stehen wir auf, kurz darauf werden wir geweckt. Dann geht’s zum Morgenappell auf der Veranda mit einer Tasse Kaffee und einer Tasse Tee, ehe um Punkt 6 Uhr zur Safari geblasen wird. Anfangs wirkt es noch recht warm, wenn man dann länger unterwegs ist, wird einem doch recht kühl, sodass man gerne die Wärmedecken nutzt. Wir fahren los und treffen auf eine Gruppe Wildhunde, die vor uns im Rudel herlaufen. Da es noch ziemlich dunkel ist, ist die Jagd nach dem besten Foto gar nicht so leicht. Nächstes Ziel sind die Büffel, die uns Jock, so heißt unser Führer, zeigen will. So fahren wir hin und her, ja fast schon verzweifelt sucht er, bis er uns dann die keineswegs ungefährlichen Tiere präsentieren kann. Dann geht’s – gefühlt meilenweit – zurück in die Lodge. Um 9:30 Uhr sind wir „zuhause“, wir laden die Kameras schnell im Zimmer an, ehe es zum Frühstück geht. Dieses findet statt im angrenzenden Raum zur Veranda, zwei große Tische sind gedeckt, man sitzt nebeneinander und gegenüber – das obligatorische Gruppengefühl pflegend. Man holt sich vom etwas dürftig ausgefallenen Buffet Früchte, Jogurt oder Käse, dann kann man sich – wieder am Tisch sitzend – Eier bestellen. Das Omelette fällt riesig aus, die von der Chefin bestellten scrambled eggs sind normal. Dann hätte man Zeit. Uns fehlt diese, denn das Nachtragen der Reiseaufzeichnungen und Überspielen der Fotos dauert länger als erwartet. Um 14:00 Uhr ist wieder „Mampfen“ angesagt: das Buffet im Garten. Es gibt Roast Beef-Salat und als Dessert Maracujacreme. Die Zeitspanne zur zweiten Safaritour erweist sich für uns aber schon wieder als zu kurz. Nichtsdestotrotz erscheinen wir wieder pünktlich zum Meeting auf der Veranda. Besagte zweite Nachmittagstour ist geprägt von der Suche nach Leoparden. Ja, wir suchen ewig lange, und ja, wir bekommen einen Leoparden zu Gesicht. Wieder sind wir glücklich um der tollen Pictures und wieder sind wir pünktlich in der Lodge. Das Abendessen enttäuscht allerdings, es gibt ungutes Schweinefleisch, davor eine Scheibe Brot mit nicht exakt definierbarem Tunfischbelag, Fachbegriff Tunfischcroissini, und als Nachspeise Pumpkinpie, der nicht nach Pumkin geschmeckt hat. Ein Pärchen, besagtes jüngeres, kam übrigens in den Genuss eines isolierten Honeymoondinners mit privatem Feuer. An unserem Tisch brechen alle nach dem Essen zügig auf. Wir auch, umso schneller kommen wir ins Bett.
Donnerstag, 8. August 2019
Zurück in den Kruger N. P. – Tamboti tentet camp












Der Morgen verläuft wie am Vortag, frühes Aufstehen, Wecken, Morgenappell. Die Morgensafari ist geprägt …
Der Morgen verläuft wie am Vortag, frühes Aufstehen, Wecken, Morgenappell. Die Morgensafari ist geprägt von einer abgebrochenen Leopardensuche, als Ersatz dienen eine Löwin und eine Puffotter. Entdeckt wurde diese von unserem zweiten Führer – er war übrigens schon gestern Abend dabei und hatte den Fährtensitz vorne links. Viele Fotos stimmen uns zufrieden und pünktlich um 9:30 Uhr erscheinen alle drei Autos, die von der Lodge zeitgleich aufgebrochen waren, wieder at home. Ein Event ist aber noch erwähnenswert, die Commanderin-in-chief bemerkt nicht, dass die Löwin vielleicht drei Meter neben ihr im Gebüsch liegt. Frühstück und Auschecken bedürfen keiner besonderen Erwähnung, wir vergeben 200 Rand Tipping an unseren Jock. Nina weist uns noch daraufhin, dass auf unserer Route häufig Touristen von falschen Polizisten angehalten werden, um „bar“ das ausgestellte receipt zu begleichen. Wir fahren nach Huidspruit, holen Geld, gehen in den Spar, tanken und erreichen das Orpen-Gate um 12:40 Uhr. Unsere Unterkunft, das Tamboti tentet camp – ist cool, aber einfach, und liegt in Blickrichtung eines ausgetrockneten Flußbetts, gesichert durch eine Stromleitung. Wir deponieren unseren Koffer samt Einkäufe und starten gen Satara. Ein kurzer Löwenstopp mit ein paar Fotos waren die ersten Highlights. In Satara kaufen wir uns noch eine Flasche Rotwein, um uns dann auf den Heimweg zu machen. Exakt an der ersten Löwenstelle werden wir noch Gast einer Tierspektakels. Unsere Löwen werden von aggressiven Büffeln vertrieben, was wir – so gut es geht – fotodokumentarisch versuchen festzuhalten. Zurück im Tamboti sind wir gegen 16:45 Uhr, essen einfach, trinken den Rotwein und bekommen Besuch zuerst noch bei Tageslicht von einem Elefanten im Flussbett und bei Dunkelheit von einem Dachs auf der Veranda, der aber blitzschnell wieder den Rückzug antritt. So sitzen wir hier, genießen die Zweisamkeit, lesend und diese Aufzeichnungen schreibend. Nachzutragen ist der Toast-bedingte Stromausfall, den CiC aber beim zweiten Versuch scheinbar mühelos, aber auf Aufforderung, bewältigen konnte. Etwas Sorgen bereitet der CiC noch das Funken sprühende Grillfeuer verbunden mit dem aufkommenden Wind beim Nachbarzelt, irgendwann beruhigt sie sich aber dann doch noch.
Freitag, 9. August 2019
In der Rhino Post Safari Lodge






Die Nacht ist erfreulich kühl, obwohl wir hier keine Klimaanlage haben. Der Durchzug von den beiden Fenstern plus …
Die Nacht ist erfreulich kühl, obwohl wir hier keine Klimaanlage haben. Der Durchzug von den beiden Fenstern plus Deckenventilator reicht bestens aus. Gegen 4 Uhr erscheint der freche Dachs nochmals in der Absicht unseren Abfall zu plündern, was unsere CiC mit Händeklatschen gnadenlos unterbindet. Meister Frechdachs flüchtet, mault aber mit tiefen Tönen nach. Kurz nach 6 Uhr stehen wir auf und bereiten unser Frühstück auf unserer Veranda vor. Dieses Mal mit Kaffee, Tee und Toast, wir genießen eigentlich erstmals Bush feeling. Kurz nach 7 Uhr verlassen wir Tamboti und machen uns auf den Weg zur Rhino Post Lodge. CiC kehrt nochmals schnell zurück und überrascht die Affen beim Plündern unserer Essensrelikte. Wilde Tiere auf der Fahrt gibt es wenige, die Elefanten, die uns in den Vortagen in Scharen begegnet sind, scheinen heute dienstfrei zu haben. So fahren wir bei deutlich kühlen Temperaturen und bewölktem Himmel dahin, sehen Giraffen, Kudus, Impalas, die uns aber nicht mehr vom Hocker hauen. Wir stoppen kurz bei einer Picknickarea, sind aber die einzigen dort. Zurück auf der H1 „dieseln“ wir weiter, als wir plötzlich fünf Autos am Straßenrad stehen sehen. Wir reihen uns „brav“ in die Reihe ein, ohne zu wissen, was sich im Busch verbirgt. Plötzlich wechseln vier Cheetahs von links nach rechts die Straße, idealerweise so, dass wir problemlos unsere bis dahin ruhenden Fotomaschinen anwerfen können. Die Serieneinstellung rattert, das eine oder andere gute Picture ist sicherlich dabei.
Gegen 12:30 Uhr erreichen wir unsere Lodge. Sie ist nicht eingezäunt, wir parken in aller Ruhe und gehen Richtung Rezeption. Hier kommt uns Sorta – eine total nette Angestellte mit sympathischem Lächeln und schweren Halbschuhen – entgegen, die uns bittet, die Koffer einfach vor dem Auto abzustellen. Vor dem Haupthaus auf der Veranda sitzend werden wir in die Lodge-Gepflogenheiten eingewiesen, bekommen zunächst Standardicetea und dann noch die gewünschte Kanne Kaffee. Dann zeigt man uns das Zimmer, unser Häuschen ist zu unserer Freude das letzte in der Reihe. Diese sind an einem trockenen Flussbett gelegen, Buschbock, Warzenschweine und Kudus treiben sich ohne Scheu vor unserer Veranda herum. Hier sitzen wir gerade und warten auf Teatime um 15:30 Uhr, der Gamedrive startet anschließend um 4 Uhr. Das Häuschen ist topp eingerichtet, auch eine Außendusche ist dabei. Während der Teatime stellt sich Greg vor, recht ruhig und etwas zurückhaltender als Jock von Mohlabetsi. Das Essensangebot ist eher deftig, das Teilchenangebot ist – höflich ausgedrückt – auch zurückhaltend. Um 4 Uhr geht es los, Greg als Tourguide, ein älteres südafrikanisches Paar, wobei sie aus England kommt, und ein französisches Paar mit Tochter. Sie sprechen etwas dürftiges Englisch, sie ist Rechtsanwältin und er anscheinend Lehrer. Insgesamt ist die Tour vom Tierangebot auch mager, eine Hyäne, trainierende Giraffen und einen auf der Straße bei Dunkelheft gehenden Einzelelefanten. Ein kleines Highlight ist eine Leopardin samt Baby angestrahlt in der Dunkelheit von Gregs Taschenlampe. Zurück in der Lodge gegen 7:20 Uhr werden wir zum Zimmer begleitet, alleine darf man dies bei der Dunkelheit nicht mehr. Folglich werden wir auch wieder abgeholt, nach einem Pre-Drink auf der Veranda geht es um 20:00 Uhr zum Essen in das Extragebäude. Ein großer Tisch, die Südafrikaner sitzen uns gegenüber, die Franzosen neben uns. Der Rastatourguide stellt das Menü vor: Kartoffelsuppe, Springbocksteak und Pudding als Nachspeise. Mit der Zeit kommen wir mit dem Paar aus Südafrika recht gut ins Gespräch, er ist Pineapple Farmer und ist jedes Jahr im Kruger. Folglich kennt er sich bestens aus und war anscheinend auch in allen Lodges, unter anderem auch in der Tamboti. Um 10 Uhr sind wir dann im Bett.
Samstag, 10. August 2019
Unterwegs im Kruger | Rhino Post Safari Lodge





















Die Nacht ist zu kurz, kurz nach 5 Uhr stehen wir auf, der Weckservice ist für Viertel nach …
Die Nacht ist zu kurz, kurz nach 5 Uhr stehen wir auf, der Weckservice ist für Viertel nach angekündigt. Das short breakfast gibt es bei der Veranda, Kaffee und Muffins und einen Apfel für den CiC. Pünktlich six o’clock starten wir in der gleichen Besetzung wie am Vorabend, nur die südafrikanische Lady fehlt. Sie muss packen. Los geht es mit einer einzelnen Hyäne und dann ein unzufriedenes Hippo, weil ein Büffel es gewagt hat, ihr ihr Revier streitig zu machen. Letzter lässt sich vom Zähnefletschen nicht beeindrucken und bleibt cool im Wasser stehen. Und dann entdeckt die Französin links von uns einen Clarence-Löwen – optisch genauso, wie man ihn aus der TV-Serie kennt, natürlich ohne Schielen. Er wechselt vom Busch auf die Straße, wir überholen ihn, drehen um und er geht direkt auf uns zu. Ein faszinierender Moment. Irgendwann fahren wir nach gefühlten 300 Fotos weiter. Greg kündigt aber an, dass wir an diese Stelle zurückkehren werden. 20 Minuten später sind wir wieder da und das Spektakel findet seine Fortsetzung, denn Clarence ist mittlerweile im Kreise seiner Familie. Insgesamt fünf Löwen ziehen uns in ihren Bann, manchmal sind die Tiere nur zwei Meter von uns entfernt. Aus den gefühlten 300 werden nun 700 Pictures. Ein Fotoevent, wie wir es noch nie hatten und das wir auch nicht so schnell vergessen werden. Anschließend gibt es Frühstück, was hier als Brunch bezeichnet wird. Das Essensangebot ist normal, nichts Weltbewegendes. Bis zum Nachmittagsprogramm bleiben wir auf unser Zimmer eigenen Veranda, wir ruhen, duschen bzw. überspielen Fotos und schreiben an den Aufzeichnungen. Um 15:20 Uhr werden wir nach vorne gehen, um zur Teatime noch etwas im Internet zu surfen, ehe die zweite Tour beginnt. Sie ist zunächst einmal davon geprägt, dass unser Wagen vier neue Insassen hat und damit voll belegt ist. Ein älteres deutsches Paar aus Bochum, Klaus und Angela, und ein junges englisches Paar. Greg begibt sich erneut auf die Suche nach den Löwen, vergeblich, auch sonstige Highlights gibt es nicht zu vermelden. Abends unterhalten wir uns hauptsächlich mit Klaus und Angela, die uns aber nur bedingt sympathisch sind, ehrlicher wäre die Feststellung, dass es einen eindeutigen negativen Trend der Emotionen gibt. Wen wundert es, Bayern und Preußen, that often doesn’t work. Zu Essen gibt es eine Selleriemaissuppe bzw. Carpaccio, letzteres überraschend gut und aus drei unterschiedlichen Fleischsorten zusammengestellt. Hauptgang ist ein Filet auf Blumenkohlgemüse, die Pana Cotta als Nachspeise schmeckt am besten. Begleitet von Hyänengeschrei schlafen wir ein.
Sonntag, 11. August 2019








Kurz nach 5 Uhr springen wir aus den Federn. Alles verläuft wieder wie am Vortag, die Weckprozedur, das kurze Frühstück, nur dass unser Safari Drive höhepunktlos bleibt. Außer drei …
Kurz nach 5 Uhr springen wir aus den Federn. Alles verläuft wieder wie am Vortag, die Weckprozedur, das kurze Frühstück, nur dass unser Safari Drive höhepunktlos bleibt. Außer drei Nashörnern und dem Hyänenbau mit mehreren müde herumliegenden Tieren gibt es nichts zu fotografieren. Zurück in der Lodge verabschieden wir uns mit 300 Rand Trinkgeld von Greg. Ein kleines Desaster ist das Omelette mit Pilzen, Lulu und Cyrstel ist dieser Faux Pas sichtlich peinlich, insbesondere Lulu geht dies anscheinend zu Herzen. Ein erwartet kurzer Abschied von den Deutschen, herzlich oder emotionaler erfolgt dies von Jean-Michel, Laurencine und Agathe, mit denen wir uns ja doch zwei ganze Tage gut verstanden haben. Wir checken aus, holen nochmals Lulu, die wir um ein Foto bitten und mit dieser Geste und 200 Rand versuchen aufzumuntern. Dann geht es gen Lower Sabie Rest Camp. Bis auf einen Stau mit 30 Autos wegen einer Löwengruppe – zwei Löwinnen mit zwei kleinen – ergibt sich nichts Besonderes. Auf besagte Löwen können wir bestenfalls einen Blick erhaschen, als sie die Straße überqueren. Eigentlich der erste nervige Eindruck, den wir von Südafrika bekommen. Es scheint wirklich so zu sein, dass der Süden des Krugerparks eher überlaufen ist. Der von der CiC gewünschte Loop nach dem Camp war inhaltlich mager, der besagte Eindruck vom overcrowded Süden bestätigt sich, als wir bei der Lodge vorfahren. Der Parkplatz ist voll, Autos kommen und fahren, vergleichbar einem Supermarktplatz in der Großstadt. Unser Zelt ist OK, mehr aber auch nicht. Bushfeeling wie in den anderen günstigen Lodges kommt hier garantiert nicht auf, da unser tent 10 ohne jegliche Aussicht irgendwo im Nirwana ist. Zu Fuß gehen wir zurück ins Haupthaus, bleiben kurz für einen Mocca im überlaufenen Mugg&Bean und versorgen uns im Supermarkt mit dem Notwendigsten fürs Abendessen bzw. Frühstück, sprich wir kaufen Toastbrot, Butter, Käse und eine Zwiebel. Jetzt sitzen wir auf der Veranda und lassen den Tag ausklingen. Morgen ist der letzte Tag im Kruger, geplant ist es, schon wieder früh aufzustehen, um vielleicht den anderen Touristen etwas aus dem Weg gehen zu können, das Ziel ist Swaziland. Trotz des „Nachlassens“ am heutigen Tag war der Kruger wirklich schön.
Montag, 12. August 2019
Leaving Kruger: Lodge Summerfield Botanical Garten im Szaziland (ESwatini)















Die nächtlichen Ängste, dass Kleingetier unsere Essensvorräte geplündert haben, erweisen sich als falsch. So …
Die nächtlichen Ängste, dass Kleingetier unsere Essensvorräte geplündert haben, erweisen sich als falsch. So frühstücken wir mit Tee, Kaffee und Toast und brechen gegen 6:20 Uhr von Lower Sabie Richtung Skukuza auf, fahren also auf der gleichen Straße zurück, auf der wir am Vortag gekommen sind. Nahezu an der gleichen Stelle, an der wir die Löwen gesehen haben, stehen schon wieder Autos. Dieses Mal stehen wir fast in der ersten Reihe, die Löwengruppe – etwas versteckt im Busch – ist vielleicht 30 m unter uns. Zuweilen können wir den Löwenbabys beim Hin- und Herspringen zuschauen, manchmal hören wir sie nur, dann taucht wieder ein anderer auf. Auf einmal ist sogar der Löwenchef zu sehen, die ihn begleitenden Damen sind dafür verschwunden. Einen absolut freien Blick können wir aber nicht erhaschen, weil wir mittlerweile von anderen Fahrzeugen umgeben sind und jeder versucht irgendwie so nah an die Böschung zu gelangen, um nach unten blicken zu können. Plötzlich taucht eine der Löwinnen 50 m weiter mitten auf der Straße auf und mit viel Glück schaffen wir es, zurückzustoßen und zwischen zwei anderen Autos nach vorne zu pretschen und nun wirklich einen Toppplatz zu ergattern. Folgen dieser waghalsigen Autowendeaktion sind zwar ein paar blaue Flecken, die aber – in Anbetracht dessen – was sich nun uns bieten sollte, schnell vergessen sind. Kaum stehen wir vorne, beginnt die Show der Babys. Direkt vor unserer Nase überqueren sie die Straße, zwei legen sich sogar auf die Straße. Es sind nicht zwei, nein sieben oder acht – diese faszinierenden Tierchen verschaffen uns einen unvergesslichen Moment, den wir, wie nicht anders zu erwarten, mit unseren Kameras festzuhalten versuchen. Fast eine Stunde dauert die Vorführung vom ersten Stehenbleiben bis zu diesem Augenblick. Irgendwann ist aber die Tiershow vorbei und alles löst sich auf.
Doch nur 10 Minuten später geht es weiter. Ein Nashorn mit Baby überquert die Straße, auch ein unvergesslicher Moment, der aber nur wenige Sekunden dauert – und folglich auch keinen Stau auslöst. Von der H4 1 biegen wir links auf die S21, eine recht interessante Schotterstraße, auf der wir unter anderem wieder auf Elefanten stoßen. Dann erreichen wir die wieder geteerte H3, beim Picknickplatz Afsaal Picnic Spot bleiben wir kurz stehen. Leider drängt etwas die Zeit, denn eigentlich wäre diese „Raststätte“ recht schön gewesen. Wir nehmen uns nur etwas mit, die Toilettenbezeichnung „Cows“ und „Bulls“ werden wir aber nicht vergessen. Beim Malelanegate verlassen wir dann endgültig und mit Wehmut den Kruger mit Zielrichtung Swasiland oder wie es nun richtig heißt ESwatini. Der Grenzübergang verläuft problemlos, man muss sowohl bei der Ausreise als auch bei der Einreise aussteigen und seinen Pass abstempeln lassen bzw. 50 Rand Gebühr bezahlen. Ingesamt waren es wohl 200 km nach dem Krüger zu unserer Lodge Summerfield Botanical Garden erreichen. Angekündigt als ein „normales“ Hotel fahren wir auf Anwesen zu, das aus zig kleinen „Villen“ in einem parkhaftig gestalteten Bereich besteht und auf dem auch die russische Botschaft untergebracht ist. Recht herrschaftlich erfolgt auch die Begrüßung. Mit Schlips erfolgt das Einchecken, dann werden wir zu unserem Haus gebracht, Nummer 111, mit freien Blick auf einen Park und eine Baustelle. Alles wirkt eigentlich perfekt, es fehlt jedoch eine Terrasse, die Dusche mit superangenehmen Druck erinnert etwas an die antiquierte Duschkabine zu Hause. Wir entscheiden uns angesichts der vernünftigen Preise ins ca. 800 m entfernte Restaurant zu gehen. Auch dort wirkt alles etwas gestelzt, der künstliche Weiher verleiht dem Restaurant ein wenig Las Vegas-Style. Wiener Schnitzel und Filet, Wasser, ein Glas Rotwein und ein Espresso für 400 Rand ist doch recht günstig. Wir sitzen draußen, wo es den Eindruck macht, dass es etwas weniger fein zugeht. Kaum eine Stunde später sind wir im Zimmer zurück. Das Bett wartet auf uns, leider auch eine Mücke, die uns die ganze Nacht umschwirrt.
Dienstag, 13. August 2019
Zurück nach Südafrika gen Tembe National Park








Das Frühstück gibt es beim Pool. Wir beschränken uns auf die im Zimmerpreis …
Das Frühstück gibt es beim Pool. Wir beschränken uns auf die im Zimmerpreis eingeschlossene Continental Version, was sich angesichts des hervorragenden Süßangebots als die richtige Entscheidung erweist. Kurz nach sieben Uhr verlassen wir das Summerfield und kehren auf die Autobahn in Manzini zurück, das Ziel ist der Grenzübergang Goler back to South Africa. Was bleibt von Swasiland? Holz- und Zuckerrohrindustrie, die Dörfer sind unseres Erachtens vergleichbar den armen Vierteln in Südafrika. Beeindruckt hat uns die schon in Südafrika gelegene Stadt Jonzini mit ihrem wilden Markt- und Geschäftstreiben. Zu gerne hätten wir hier mit versteckter Kamera all dies festgehalten, so bleiben Schnappschüsse aus dem Auto. Seit unserem morgendlichen Aufbruch nieselt es die ganze Zeit dahin und wir steuern heute den Tempe Elefant Park mit der gleichnamigen Lodge an. Um kurz vor 13 Uhr erreichen wir auf 4-wheel-Antrieb erforderlich machenden sandigem Boden unser Ziel. Diese von Schwarzen geführte Lodge ist sichtlich einfacher und mit über 18 Zelten auch recht groß. Der Check-in verläuft problemlos, wir bekommen Zelt 8 mit einem recht weiten Weg, der vom Parkplatz weggeht. Eine Stunde haben wir noch Ruhe, denn um 14 Uhr gibt es Lunch. Unser fester Platz im Essenszelt ist ganz hinten und etwas dunkel, dafür nahe an der Ausgabetheke. Es gibt einen Chickenburger mit Salat, der recht gut schmeckt. Weniger schmecken uns die deutlich mehr Deutschen, am Nachbartisch sitzt eine Reisegruppe aus Österreich. Einer davon fällt uns mit seinem Kaiser-Wilhelm-Gedächtnisbart auf. Deren Reiseführer spricht uns dann auf den Rucksack an, den er als Deutsch sprechender Südafrikaner auf einer Messe bekommen hat. Vor den Safariwagen tapsen wir etwas verunsichert herum, weil wir nicht wissen, in welchen wir steigen sollen, was dann aber von einem mit dem Nennen der Zimmernummern verkündet wird. Sechs Deutsche, ein in Swasiland unterrichtender Amerikaner aus Chicago und der Fahrer sind unsere Mitstreiter. Dann geht die Fahrt los. Landschaftlich deutlich grüner und buschiger stehen „tierisch“ Elefanten im Zentrum des Interesses. Wir bekommen sie verdammt gut zu Gesicht, insbesondere bei den sich streitenden Elefantenbullen, die direkt an unserem Auto entlangstreifen. Für die Teleobjektive sind sie zuweilen zu nah und für logisches Handeln auch, denn wir sind – aufgeregt wie wir sind – nicht in der Lage, die Einstellungen an der Kamera zu ändern. Nichtsdestotrotz gelingen uns viele Schnappschüsse. Kurz nach 18 Uhr sind wir zurück, um 19 Uhr gibt es Dinner: Suppe, dann ein gut schmeckendes Impalagulasch mit Reis und ein süßes Tortenstückchen mit Vanillesauce. Die einzelnen sind übrigens mit kleinen Nationalflaggen dekoriert, wovon wir wenig begeistert sind, aber den Eindruck der „too many Germans“ bestätigt. Um 8 Uhr sind wir schon wieder im Zelt. Festzuhalten bleibt noch der Manager, der von Tisch geht und sich nach dem Verlauf des Tages erkundigt.
Mittwoch, 14. August 2019
Ein ganzer Tag im Tembe





















Wir schlafen recht gut, kurz vor 6 Uhr stehen wir schon beim Essenszelt für das short breakfast …
Wir schlafen recht gut, kurz vor 6 Uhr stehen wir schon beim Essenszelt für das short breakfast vor der Morgensafari. Toast, Tee und Jogurt mit Früchten wecken die Lebensgeister, in gleicher Besetzung wie am Vorabend geht es kurz vor halb Sieben los. Unser Fahrer macht sich auf die Suche nach Löwen. Heute fahren wir vermehrt durch offenere Gebiete mit weniger dichten Gebüschen. Trotz blauem Himmel ist es etwas neblig, am Horizont sehen wir im Nebelschleier eine Büffelherde. Gemeinsam mit zwei anderen Safariwagen stoppen wir für eine Kaffeepause. Per Funk erfährt unser Führer von vier Löwen, die ein paar Kilometer entfernt sich auf der Sandstraße aufhalten. Er drückt aufs Gas – und wir haben Glück – sie sind noch da. Foto für Foto wird gemacht. Wieder sind die Löwen für einige Momente so nah, so dass die Teleobjektive versagen, aber auch dieses Shooting werden wir nicht vergessen. Um 9:40 Uhr sind wir zurück, und sitzen kurz darauf auch schon beim big breakfast mit poached eggs und toast. Auf dem Rückweg zum Zelt kommen wir noch mit dem Chicagoer und dem Reiseführer ins Gespräch. Letzter erzählt von der Unzufriedenheit der weißen Bevölkerung mit der aktuellen, korrupten südafrikanischen Regierung. Gegen 11 Uhr „landen“ wir in unserem Zelt, warten und überspielen und schreiben.
Obwohl wir jetzt erst 24 Stunden im Tempe Elefant Park sind, können wir diesen Stopp auch als gelungen reüssieren. Die Landschaft ist anders als zuvor, die Game Drives weichen in ihrem Ablauf – obwohl sie inhaltlich gleich sind – doch voneinander ab. Hier fährt der Guide oft rücksichtslos auf die Tiere zu, fährt querfeldein und erklärt auch weniger, was eventuell auch daran liegt, dass wir sein Englisch einfach schwerer verstehen. Greg ist der bessere „Lehrer“ für uns gewesen. Dennoch ist diese Abwechslung vielleicht gut. Negativ allenfalls ist, dass es zu viele Deutsche gibt und die vielen Gäste den Eindruck einer Massenveranstaltung erwecken. Vielleicht ist man aber auch von der exklusiven Rhino Post Safari Lodge verwöhnt. Der nachmittägliche Game Drive bietet außer Elefanten nichts Besonderes, mit einer Ausnahme: Ein Safariwagen gibt seinen Geist auf und die Reparaturversuche scheitern. So werden die Insassen – it was the Austrian party – auf die anderen verteilt. Wir nehmen also zwei Österreicher und deren Führer – der Mann mit dem gleichen Rucksack – auf. Zum Abendessen gibt es Gemüsesuppe, Kuduspieße mit Reis und gefrorenen Cheesecake. Kaum stehen die ersten Gäste auf, schließen wir diesen an und verschwinden in unser Zelt.
Donnerstag, 15. August 2019
Vom Tembe N. P. zur Kosy Forest Lodge









Morgens verläuft alles wie gehabt: Short breakfast und Vollbesetzung mit Österreichern im Wagen. …
Morgens verläuft alles wie gehabt: Short breakfast und Vollbesetzung mit Österreichern im Wagen. Highlight der Tor sind wieder die Löwen. Wir treffen auf drei Vertreter dieser Gattung und fotografieren natürlich wieder wie die Wilden. Den Coffee Stop nehmen wir auf der Landebahn von „Tempe International“ ein, das wir uns mit ein paar Zebras teilen. Big breakfast folgt mit scrambled eggs.
Nach einer kurzen Verabschiedung vom Chicagoer – er unterrichtet irgendwo in Michigan Mathematik an einem College – bereiten wir uns auf die Abreise vor. Schnell duschen wir, machen die Koffer fertig und checken aus. Zwei Damen bringen uns noch die schweren Koffer zum Auto, scheinbar mühelos tragen sie diese z.T. auf dem Kopf. Knapp 50 km sind es nur zur nächsten Lodge, der Kosy Forest Lodge. Wir lassen uns zunächst freiwillig Zeit, die letzten 10 km dann gezwungenermaßen, denn nach der Abzweigung fährt man auf furchtbaren Waschbrettstraßen und das letzte Stück im halbtiefen Sand, was natürlich Erinnerungen an unsere frühere Afrikaurlaube auslöst. Einige kurze Abschnitte, vor allem als es in Kurven steil nach oben geht, sind mit langen Pflanzenblättern auf der Fahrspur ausgelegt, die ein Steckenbleiben verhindern sollen. Wir parken bei dem Schild „guests parking“und werden dort von Mary empfangen, die auch dann den Check-in managt. Wir entscheiden uns für das Kanufahren morgen Früh und werden heute Nachmittag wohl nur faul in oder besser vor unserem Häuschen verbringen. Um 13 Uhr wird es Lunch geben, um 17 Uhr den Sundowner am Pool und um 19 Uhr Dinner. Jetzt ist es kurz vor Eins und wir sind eigentlich recht froh, dass heute kein Stress angesagt ist. Morgen geht es ans Meer, zur Thonga Beach Lodge, auf die wir natürlich gespannt sind: Das erste Mal nach Namibia an der Westküste sehen wir die Ostküste des afrikanischen Kontinents.
Der Lunch war recht gut, zuerst „pflufflige“ Semmeln mit einer flüssigen Gewürzmischung und dann Lasagne. Dann erkunden wir den Poolbereich mit einem tollen Seeblick, die im Wasser herumtollenden Kinder sind – was deren Eltern nicht stört, uns dafür mehr – ziemlich laut. Wir sitzen und lesen auf den Liegestühlen, kurz nach 16 Uhr wechseln wir den Schauplatz zurück zu unserem Chalet. Um 5 Uhr werden wir aber gen Pool aufbrechen, in der Hoffnung a) einen Gin&Tonic und b) den Sonnenuntergang genießen zu können. Pünktlich sind wir oben, aber unsere vorher benutzten Liegestühle sind nun besetzt. So sitzen wir direkt am Pool, hinter uns die hyperaktiven Kinder. So verschwinden wir auch baldmöglichst wieder. Um 19 Uhr gehen wir nach oben zum Dinner, es gibt Kornsuppe, frittierten Fisch und Brownies. Die Kinder oder besser die nicht reagierenden Eltern nerven weiterhin, nichtsdestotrotz war das Essen recht gut. Zwei Tische waren – was nachträglich noch von Bedeutung sein wollte, um das Lagerfeuer aufgestellt. Wir verziehen uns rasch in unsere Cabin …
Freitag, 16. August 2019
Auf ans Meer: Thonga Beach Lodge










Pünktlich um 7 Uhr sind wir oben, steht doch das Kanufahren an. Schnell trinken wir einen Nescafé und kommen auch mit dem französischen Paar – sie hat einen verkrüppelten Arm, wir vermuten Contergan …
Pünktlich um 7 Uhr sind wir oben, steht doch das Kanufahren an. Schnell trinken wir einen Nescafé und kommen auch mit dem französischen Paar – sie hat einen verkrüppelten Arm, wir vermuten Contergan – ins Gespräch. Auffällig ist, dass er nicht ein Wort sagt und dass sie uns von der Thonga Beach Lodge vorschwärmt. Außerdem erfahren wir, dass während der Nacht die Sitze beim Lagerfeuer allesamt abgebrannt sind. Leider trudeln nun immer Gäste ein, insgesamt sind es nun acht. Mit dem Safariwagen geht es zum zweiten See, zu Fuß dann zum Seeufer. Kunene-geschädigt lassen wir paddeln, wir können genießen und fotografieren und müssen uns um nichts kümmern. Unser Paddler erweist sich – fast erwartungsgemäß, kann man sagen – als Bayernfan, sodass der Gesprächsstoff nicht ausgeht. Eigentlich erfolgte das recht malerische Bootfahren gar nicht auf dem offenen See, sondern auf einem Kanal, der links und rechts am Ufer von dichtem Grün eingesäumt ist. Auf jeden Fall fanden wir es recht schön. Zurück in der Lodge gibt es dann das große Frühstück, wir bestellen natürlich wieder Omelette bzw. scrambled eggs mit sausage, die sich optisch und geschmacklich als eine mit Käse gefüllte „Debrezinerverwandte“ herausstellt. Anschließend checken wir aus, wir steigen in unseren Ranger, unser Paddler fährt als Lotse im Safariwagen voraus, da er andere Gäste als Shuttle zu ihrem nicht Allradangetriebenen Auto bringt. Bei der Tankstelle im Ort springt er nochmals zu uns her und verabschiedet sich recht nett von uns. Wir drücken ihm nachträglich 200 Rand Trinkgeld in die Hand. Nun machen wir uns auf den Weg in die Thonga Beach Lodge, die der CiC nachträglich ja noch ins Programm aufgenommen hat. Die Thonga und Kosy gehören beide zur „Isibindi-Gruppe“. Die Fahrstrecke dorthin ist wieder recht kurz, nur 70 km, 35 davon allerdings wieder nur für Allradfahrzeuge geeignet. Besagter „Allradteilanteil“ erweist sich großteils als nervige Waschbrettpiste mit einigen kurzen Tiefsandabschnitten. Unterbrochen wird unser Fahrt von einer nur einige Sekunden dauernden Fehlermeldung unseres Rangers mit der Bezeichnung Transmission – wir starten ihn einfach neu und die Meldung ist weg – und einem Stopp durch die Polizei. So wurden wir befragt, ob wir etwas zu dem Besitzer eines hier abgestellten Mercedes sagen können. Wir verneinen und man lässt uns dann auch wieder fahren. Je näher wir zur Ortschaft Mabibe kommen, umso hügeliger wird es auch. Der letzte Abschnitt nach dem Tor zur Lodge ist dann extrem steil, einspurig, aber befestigt, mit dem Fuß auf der Bremse fahren wir langsam erste Blicke auf’s Meer erhaschend nach unten. Dort angekommen werden wir empfangen, man kümmert sich um uns: Das Gepäck wird uns abgenommen, unser Auto wird weggebracht, feuchte Tücher und der Begrüßungsdrink werden uns gereicht – mit anderen Worten werden wir umgarnt. Nach dem Check-in und der kurzen „Führung“ bringt man uns zu unserem Zimmer mit der Nr. 11. Spätestens hier wird uns klar, dass wir uns in einer sehr luxuriösen Lodge befinden, in der wir uns aber von der ersten Sekunde wohlfühlen und die wir unausgesprochen als „Nr. 1 of all up to now“ wahrnehmen. Schon in der Rezeption haben wir uns für den Sundownerausflug zum Lake Shibaya entschieden. Die Ocean Safari mit dem Zodiac nehmen wir uns auch noch vor, allerdings entscheiden wir uns später dagegen bzw. sollte diese am nächsten Morgen windbedingt soundso gecancelt werden. Wir sind keine 10 Minuten im Zimmer und machen uns schon auf den Weg zum Strand. Direkt gegenüber von unserer Hütte führt der Weg zum praktisch menschenleeren, ewig langen Strand. Ohne jegliche Bebauung präsentiert er sich uns, nur das Beachvolleyballnetz und einer zweiter Aufgang zur Lodge mit Stufen macht deutlich, dass man sich in der Nähe einer Lodge befindet. Vom Strand fallen einem nicht einmal die einzelnen Hütten auf. Die Sonne scheint, blauer Himmel, allerdings ist es recht windig, der jeglichen Gedanken in den Indischen Ozean zu springen, gar nicht aufkommen lässt. Wir spazieren gen Süden bis zur nächsten Bay mit einer wie eine Skialpinabfahrtsstrecke aussehenden Düne, stoßen dort auf ein paar Football spielende Jugendliche und einem einsamen Fischer und drehen dann um. Natürlich halten wir unsere Eindrücke wieder mit unseren Kameras fest. Beim zweiten Aufgang gehen wir wieder nach oben, von hier hat man etwas erhöht einen tollen Blick auf den Strand, Liegestühle und Tische für die Lodgegäste laden direkt ein, hier zu verweilen. Auch wir bleiben ein paar Minuten dort. Gegen 14:45 Uhr sind wir dann wieder im Speisebereich bei der Lodge und holen uns noch etwas von Lunchbuffet. Dann kehren wir in unserer Luxuschalet zurück und bereiten uns auf unseren Ausflug vor. Es stellt sich heraus, dass wir die einzigen sind, was zur Folge hat, dass wir Tulani, unseren Guide, viele, viele Dinge über Mandela, Religion und Region fragen können. Er fährt los und hilft einem entgegen gekommenen Lodgegast aus der Bredouille, als dieser beim Ausweichen steckenbleibt. Der Gin & Tonic schmeckt, die Hippos sind – wenn auch weit entfernt – zu sehen. Es stört nur der Rauch bzw. die Rauchsäule, weil ein paar Kilometer entfernt Grasland abgebrannt wird. Gegen 18:45 Uhr sind wieder zurück, das Dinner beginnt um 19:30 Uhr. Der Rust-en-vrede, den wir vorher der überaus freundlichen und engagierten Mitarbeiterin in der Rezeption als „interessanten“ Rotwein genannt haben, steht schon bereit, trotz 540 Rand haben wir im Grunde keine Chance jetzt nein zu sagen. Dies stört uns aber auch nicht sonderlich, denn er schmeckt uns wirklich gut. Das als Brai bezeichnete Dinner ist eigentlich ein Buffet, es gibt Rind und Huhn, letzteres an einem dünnen Holzstab. Die Salate und die Kartoffeln und die Creme Brulee – davon haben wir uns sogar zwei genommen – waren topp, das Fleisch war OK. Danach verschwinden wir – den Alkohol von unserer ganz geleerten Rotweinflasche spürend – in unser Chalet.
Samstag, 17. August 2019
Vom Meer nach St. Lucia: Kwlucia Private Safari Retreat









Vor dem Frühstück gehen wir zum Sonnenaufgang an den Strand. Leider ist es etwas …
Vor dem Frühstück gehen wir zum Sonnenaufgang an den Strand. Leider ist es etwas wolkig, so dass aus dem perfekten Erlebnis nichts wird. Warmes Frühstück gibt es ab 8 Uhr, wir genießen dieses und bedauern, dass uns hier nur eine Nacht vergönnt war. Beim Auschecken kommen wir erstmals mit der Managerin in Kontakt, der ersten weißen Beschäftigten, die uns hier aufgefallen ist. Kurz nach 9:30 Uhr verlassen wir die Thonga Beach Lodge. Ziel heute ist St. Lucia, 220 km entfernt. Besonders der erste Teil zieht sich allradbedingt, im nächstgrößeren Ort tanken wir. Mit Ausnahme eines am Straßenrad tanzenden Teenager erreichen wir ohne Highlights kurz nach 14 Uhr San Lucia bzw. das Kwalucia-Private-Safari-Retreat. Tiefe Wolken, hohe Mauern und zwei Hunde erwarten uns. Der Chef hier führt uns in seinen „Park“, der sich hinten den Mauern verbirgt, und verwickelt uns beim Check-in in ein recht nettes Gespräch, wobei man den Eindruck nicht los wird, dass er an vielen Restaurants und Touristenangeboten umsatzbeteiligt ist. Auch wir können uns seiner Verkaufsstrategie nicht entziehen und buchen eine Whale-Watching-Tour für den frühen Morgen. Lassen wir uns überraschen! Wir gehen dann zu Fuß ins Ortszentrum, nach 100 Metern beginnt es zu nieseln. So gehen wir nur zum Spar und holen uns ein paar Snacks. Aufs Abendessen zu verzichten, fällt uns nach den letzten Tagen mit den ausgeprägten Fressorgien nicht schwer. Beim Zurückgehen steigen wir nochmals in unseren Ranger, um vielleicht doch schon heute einen besseren Eindruck von diesem sehr, auch von Deutschen gerne besuchten – sie waren uns im Spar sofort aufgefallen – Ziel zu bekommen. Wir fahren ans Meer, gehen den Boardwalk und es beginnt noch stärker zu regnen. Ohne ein Krokodil gesehen zu haben bzw. einen Rand für die angebotenen Touristensouvenirs ausgegeben zu haben, kehren wir in unser Retreat zurück. Der georderte Aschenbecher wurde von unserem Verkaufsprofi bis jetzt nicht geliefert, vielleicht weil er damit nichts verdienen kann. Bald werden wir das Licht ausmachen, denn um 5:25 Uhr werden wir morgen Früh für unsere Tour abgeholt.
Sonntag, 18. August 2019
Whale watching night mare











Kurz vor 5 Uhr stehen wir auf. Schnell geduscht und eine Tasse …
Kurz vor 5 Uhr stehen wir auf. Schnell geduscht und nach einer Tasse Kaffee stehen wir wie gefordert vor der Eingangstüre. Kurz darauf biegt ein Traktor mit einem Boot in die Katonkel-Straße. Gleichzeitig öffnet sich hinter uns nochmals die Eingangstüre und das angekündigte zweite Pärchen erscheint. Alle vier klettern aufs Boot, das wir nun für mehr als drei Stunden nicht mehr verlassen sollten. Recht gemächlich geht es durch die Straßen von St. Lucia, den Sandstrand erreichen wir nach ca. 15 Minuten. Etwas verängstigt stellen wir fest, dass kein weiteres Boot zu sehen ist und der Seegang mit meterhohen Wellen für uns Landratten extrem bedrohlich. Der Traktor dockt vorne den Anhänger ab und dockt hinten wieder an. Mit anderen Worten soll das Boot ins Wasser geschoben werden. Wir erhalten Schwimmwesten und sollen uns – so die Anweisung – ordentlich festhalten. Das andere Pärchen – aus Eastgermany, derzeit beruflich an der Botschaft in Mozambique – erzählt uns, dass der Anbieter nur eine Fischlizenz und keine für Whale Watching besitzt. Irgendwie wird uns immer mulmiger zumute, dann geht es schon los. Die ersten 25 Meter kein Problem, dann versucht der Steuermann den anbrausenden Wellen zu entkommen, gibt Vollgas, unser Boot wird hin- und hergeworfen, steigt mit den Wellen und fällt dann wieder bretterhart nach unten. Wir umklammern die seitlichen Haltegriffe und fühlen mächtig unwohl. An Fotografieren oder Ausschau nach Walen zu halten, ist undenkbar. Was haben wir uns da eingebrockt? Dieser Gedanke verfolgt uns bis zum Schluss, auch wenn die See – je weiter wir uns vom Ufer entfernen – ruhiger wird. Irgendwann kann oder besser könnte man tatsächlich fotografieren. Die Entfernung zu den Walen ist aber so groß, dass uns nicht ein einziger guter Schnappschuss gelingt. Innerlich genervt sehnen wir das Ende herbei, Gott sei Dank ist das Landemanöver weniger gefährlich als der Start zuvor. Was bleibt, ist der Ärger. So ganz nebenbei erfahren wir auch, dass alle anderen Touren aufgrund des starken Winds abgesagt wurden. Wie konnten wir uns das nur aufschwatzen lassen bzw. welche Unverschämtheit besitzt der „Verkaufsknabe“, uns so etwas anzubieten? Aber wir haben es überlebt. Im Zimmer zurück duschen wir, bevor es zum Frühstück geht. Nach 20 Minuten fällt ihm – besagten „Verkaufsuhu“ – ein, uns zu fragen, ob wir auch etwas Warmes haben wollen. Dass wir zu diesem Zeitpunkt schon satt sind, ist wohl klar. Auf jeden Fall steht für uns fest: „We won’t come back anymore.“ Mit den Ossis ratschen wir nebenbei und erfahren allerlei Unwichtiges über das Leben eines Beamten im diplomatischen Dienst. Sympathisch sind sie definitiv nicht, freundlich sind sie zwar, herzlich nein, auf jeden Fall sind sie Viel- oder Dummschwätzer. Wir machen uns auf den Weg in den Isimangaliso-Park, lt. „Verkaufsuhu“ mit Schlange stehenden Leoparden ausgestattet und einem Traumstand namens Cape Vidal, der den von Thonga Beach in den Schatten stellt. Das Ergebnis passt zum Tag: no leopards, no giraffes, no elefants, one rhino in a distance of 10 km, few buffaloes, 6 zebras. Cape Vidal ist zugegebenermaßen ein nicht hässlicher Beach, den man aber mit vielen anderen Touristen teilen muss. Mit anderen Worten ist das Resümee enttäuschend. Allerdings muss man zugeben, dass er durch das viele Grün landschaftlich recht schön ist. Was wir am meisten gesehen haben? Touristen. Isamangaliso wirkt wie ein Park für Menschen, die sich Tiere anschauen wollen, im Gegensatz zum Kruger, der ein Park für die Tiere ist, denen wir zuschauen dürfen. Gegen 16:15 Uhr sind wir zurück, wir holen noch schnell Geld vom ATM und spazieren einmal durch die touristische Hauptstraße. Das Abendessen fällt wieder aus, denn morgen steht mit der Rhino Ridge Safari Lodge wieder ein Essensvollversorger an. Hoffentlich ist der Montag aber auch wieder ein besserer Tag als heute. Auch von Hluhluwe – sprich: Schluschluwe – erhoffen wir uns wieder mehr Tiere. Jetzt ist es 18:10 Uhr und Lesen und Schreiben ist angesagt, und natürlich auch das Bettchen.
Montag, 19. August 2019
Rhino Ridge Safari Lodge im Hluhluwe-Imfolozi-Park









Um 7:30 Uhr gibt es Frühstück, die großen Koffer sind schon im Auto. Unser Zorn auf den „Verkaufsuhu“ …
Um 7:30 Uhr gibt es Frühstück, die großen Koffer sind schon im Auto. Unser Zorn auf den „Verkaufsuhu“ hat sich gelegt. Bevor man endgültiges Urteil fällt, soll man erst eine Nacht darüber schlafen. Möglich macht der Sinneswandel auch das wirklich sehr gute Frühstück. Warme Waffeln mit warmem Kompott plus Sahne, ein vorzügliches Omelette und zum Abschluss nochmals besagte Waffelkomposition. Mr. Uhu bringt uns sogar noch ein paar Stücke vom gestern auf unserer Horrortour gefangenen Thunfisch, die eher wie Schweinemedaillons schmecken und aussehen und überhaupt nicht den typischen Fischgeschmack aufweisen. Dann checken wir aus. „Uhu“ samt Frau begleiten uns noch zum Auto und – man höre und staune – auch eine kurze Umarmung und abschließendes Winken beenden die St. Lucia-Episode. Dann geht es gen Hluhluwe, oder genauer gesagt gen Hluhluwe-Imfolozi-Park. Kaum verlässt man St. Lucia, wird Afrika wieder zu Afrika. Wir fahren kilometerlang durch besiedelte Gebiete und weichen den vielen Ziegen am Straßenrand aus. Eine davon hat – obwohl selbst noch von mickriger Statur – einen großen Schutzengel, denn sie spaziert mit atemberaubendem Schneckentempo über die Straße. Wir stoppen, dann erreicht die Ziege die andere Fahrbahn – und es naht ein Laster. Bleibt er stehen oder gibt es Ziegenpfannkuchen? 10 cm davor kommt er zum Stehen. Gott sei Dank, denn unser Herz war auf Seiten von Meister Zieglein. Gegen 10 Uhr erreichen wir den Park und er wirkt auf uns – obwohl sich die wilden Tiere kaum zeigen – erheblich natürlicher und ehrlicher als der Isimangaliso. Wir driven rum, außer einer Gruppe Elefanten und few Pumbas bekommen wir kaum wildlife zu sehen. 12:30 Uhr: Wir erklimmen die auf einem Hügel gelegene Rhino Ridge Safari Lodge. And it looks pretty luxory. Unser Zimmer ist Nr. 15, es ist vielleicht 100 m vom Haupthaus entfernt. Alles wirkt modern und wohl designed. Jetzt warten wir auf den Lunch, der extrem starke Wind verhindert, dass wir den eigentlich wunderschönen Blick von der Veranda aus genießen können. Besagten nehmen wir gemeinsam mit unserem Fahrer und zwei weiteren Pärchen – eines aus Dachau und eines aus Vancouver – ein, alle zusammen bilden dann auch die Besetzung unseres Game Drives. Zum Lunch gibt es sowohl Süßes – Gott sei Dank – als auch Deftiges. Unsere Safari bringt wenig Tierhighlights: ein Krokodil, ein Nashorn mit kleiner Begleitung, ein fast unsichtbares Chamäleon in einem Busch und direkt vor der Lodge auf dem Fußweg eine dahinkringelnde, Micropuffotter. Beeindruckt hingegen war jedoch vom Alkoholtäschchen unseres Drivers mit vielleicht 25 Minifläschchen verschiedenen Inhalts. Auf jeden Fall können wir unseren Gin & Tonic sichern. Zurück in der Lodge bringen wir wie üblich unsere Kameras ins Zimmer – hier wieder Escortservice, der uns dann 15 Minuten auch wieder abholt. Kartoffelsuppe, Fisch mit Gemüse und Apfeltart bilden das Dinnermenü. Natürlich fällt uns auf, dass sich die Trainees nahezu zerreißen, um alles richtig zu machen. Eskortiert geht es dann zurück ins Zimmer.
Dienstag, 20. August 2019
Ein ganzer Tag im Hluhluwe-Imfolozi-Park






Das Pre-Frühstück um 6 Uhr fällt etwas mager aus. Erfolgreicher verläuft dann unser Gamedrive Nr. 2 ….
Das Pre-Frühstück um 6 Uhr fällt etwas mager aus. Erfolgreicher verläuft dann unser Gamedriver Nr. 2 hier in der Rhinoridge. Wir sehen – dem Namen der Lodge entsprechend – mehrmals Nashörner, Zebras, Giraffen und zweimal eine Riesenherde Elefanten. Herde 1 – vielleicht 25 Tiere – begegnet uns auf einem Hügel, den sie quer durch die sich gegenüberstehenden Safariwagen nach unten entlanglaufen. Elefant 26 hat anscheinend den Anschluss verloren und nimmt eine Abkürzung, die direkt hinter unserem Wagen, in dem wir in der letzten Reihe sitzen, verläuft. 26 streift also direkt an uns vorbei und lässt es sich nicht nehmen, mit einer Kopfdrehung und kurzem Innehalten uns eines prüfenden Blicks zu unterziehen. Beeindruckende Sekunden, die man nur in Gedanken bewahren kann, für’s Fotografieren war a) er zur nah und b) wir zu überrascht. Auf diese Herde stoßen wir später nochmals, als sie die Straße überquert und Madame Elefantenchefin wild trompetend ihre Folgschaft zur Geschlossenheit hinsichtlich Wanderformation auffordert. Eigentlich frieren wir die ganze Zeit so vor uns hin, denn Decken werden dieses Mal keine verteilt. Vor allem auf den Hügeln pfeift der Wind ganz schön stark. Kurz nach 9:30 Uhr sind wir wieder in der Lodge, das Frühstück gibt es draußen in einem relativ windgeschützten Bereich. Es wäre gut gewesen, wenn sich nicht schon wieder ein Pilz im Omelette befunden hätten. Aber wie heißt es? Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Besagter Fremdkörper wurde rechtzeitig vor dem Verzehr entdeckt. Die Mittagspause verbringen wir zunächst vorne im Windschutz, dann ziehen wir uns in unsere Nobelhütte zurück, duschen und warten auf den letzten Gamedrive in diesem Urlaub. Morgen Früh verzichten wir zeitbedingt darauf, weil wir ja fast 500 km bis nach Moorcroft Manor zu fahren haben. Psychisch sind erste Back-to-Germany-Depressionen latent festzustellen. Unser Safariwagen ist nun endgültig deutschsprachig, ein junges Schweitzer Ehepaar und ein Stuttgarter Pärchen haben die Plätze der Canadier eingenommen. Mit der haben wir noch die Kontaktadressen getauscht, sie war wirklich nett, er verdient die Bezeichnung „Stoffel Wolfgang“. Die Tour ist ohne Highlights, relativ viele Nashörner und Giraffen. Zum Dinner gibt es griechischen Salat und Erbensuppe, dann Rinderfilet, Caramelcreme bzw. Mousse. Ausnahmsweise gönnen wir uns zwei Gläser vom Rotwein, erfragen auch noch dessen Namen:„Protea“, einsüdafrikanischer Merlot – mit der deutschen Postleitzahl von Hallbergmoos auf dem Etikett. Darauf weisen uns die Dachauer hin, als wir uns von ihnen und den Schweizern verabschieden.
Mittwoch, 21. August 2019
Leaving the animal world: Moorcraft Manor Lodge






Wir verlassen nach unserem einsamen Frühstück auf der Terrasse – die …
Wir verlassen nach unserem einsamen Frühstück auf der Terrasse – die anderen sind ja schon auf dem Game Drive – unser Rhino Rhidge mit Wehmut. Ein Nashorn samt Kind kreuzt noch unseren Weg, auch Giraffen lassen sich noch blicken. Dann ist animal world im Grunde vorbei. Auf der N2 geht es 250 km nach Durban, auf der N3 nach Pietzermaritzburg bzw. nochmals ca. 40 km darüber hinaus. Zu erwähnen sind zwei Lkw-Fahrer Streiks, als diese mit ihren quergestellten Fahrzeugen bei Richards Bay die Fahrbahnen blockieren. Wir stehen kurzfristig im Stau, kommen dann aber vorbei. Runter von der Autobahn fahren wir noch 120 km über Underberg nach Heimville in unsere Lodge Moorcraft Manor. Von Heimville ginge es übrigens abenteuerlich in Serpentinen auf den Sani-Pass, auf dem sich die Grenze zum Königreich Lesotho befindet. Sichtlich erledigt vom Fahrtag verbunden mit der Befürchtung, dass auch der Folgetag so werden würde, wenn wir auf den Pass hochfahren, streichen wir dieses Vorhaben. Auch auf das Dinner verzichten wir, zu sehr lockt müdigkeitsbedingt das Bett. Moorcraft wirkt a little bit British style und wir sind die einzigen Gäste. Den riesigen Park mit kurzgeschnittenem Gras und „Blechtieren“ bzw. einem See, einem Steg und ein kleinen Brücke halten wir fotografisch beim Sonnenuntergang natürlich noch fest.
Donnerstag, 22. August 2019
Drakensberge: Giant Castle Park








Das zweite einsame Frühstück schmeckt gut, um Viertel nach 8 Uhr verlassen wir …
Das zweite einsame Frühstück schmeckt gut, um Viertel nach 8 Uhr verlassen wir Moorcraft. 230 km – also deutlich weniger – ist unsere Fahrstrecke. Wir fahren die Landstraßen wieder zurück auf die N3, die wir nach knapp 50 km wieder verlassen. Unser Ziel ist der Giant Castle Park. Die Gesteinsformationen sind schön, aber ob man sie partout gesehen haben muss, lassen wir dahingestellt. Gegen 11:20 Uhr stehen wir recht einsam vor der gleichnamigen Lodge. Es rührt sich nichts, kaum andere Touristen sind zu sehen. Missmutig erfahren wir auch, dass wir erst gegen 14 Uhr einchecken können. So what should we do? Wir entscheiden für eine Wanderung zu den Main Caves, für die man auch eine Permit benötigt, da ein Ranger die Höhlenzeichnungen erklärt. Wir gehen los, zeitgleich macht sich eine amerikanische Familie auf den Weg. Dass sie Amerikaner sind, bekommen wir erst mit, als sie ihren Präsidenten als senil bezeichnen und wir daraufhin wohl etwas auffällig schmunzeln. Die Rangerin checkt die Permits und führt uns dann zu den Höhlenzeichnungen, die sie uns dann in schlecht verständlichem Englisch erklärt. Zurück gehen wir entlang dem kleinen Fluss, dann checken wir ein, das Häuschen Nr. 8 – von der Rezeption wohl am weitesten entfernt – wird uns zugewiesen. Es steht direkt am Abhang und bietet ein schönen Blick auf besagte schöne, einen aber nicht Hocker hauende Bergwelt. Nach einer kurzen Ruhepause lunchen wir im Restaurant. Von ca. 25 Tischen sind exakt zwei belegt, Fish & Chips mit Salat plus Kaffee mit Kuchen und Kokoseiscreme – so lautet unsere Order, auch schon in der Absicht auf das Dinner erneut zu verzichten. Jetzt sitzen wir gerade auf unserer Veranda, fotografieren eher langweilige Vögel bzw. schreiben hier während die Sonne gerade hinter den Berghängen verschwindet. Morgen gibt es wieder erst um 7:30 Uhr Frühstück, dann fahren wir zum Camp Didima – ca. 120 km -, das auch noch in den Drakensbergen liegt.
Freitag, 23. August 2019
Camp Didima | Drakensberge








Das Frühstück ist OK und lonesome. Nur ein weiteres Pärchen sitzt im Restaurant. Wider….
Das Frühstück ist OK und lonesome. Nur ein weiteres Pärchen sitzt im Restaurant. Wider Erwarten bereitet uns das Finden der richtigen Route keine Schwierigkeiten. Drykod ist angeschrieben, obwohl es eine unpaved gravel road ist. Die Entscheidung durch verlassene Gebiete bzw. kleine Dörfer war auf jeden Fall richtig. Unser Camp Didima erreichen wir kurz nach halb zwölf. Es zeigt sich als recht weitläufiges Areal mit verstreuten, recht komfortablen Hüttchen, dem Hauptgebäude und vielleicht 100 m entfernt einem Konferenzgebäude, vor dem bei unserer Ankunft 20, 30 recht noble Karossen stehen. Einchecken dürfen wir leider nicht. So machen wir uns auf den Weg zur Rainbow Gorge, die einfach ca. 3,25 km entfernt sein soll. Der Blick ins Tal mit den höchsten Bergen ist bedauerlicherweise schon wieder von Rauchwolken geprägt, schöne Fotos in diese Richtung oder auch Hikes auf der anderen Talseite fallen also von vornherein schon einmal. Unser Rainbow-Hike führt auf einem betonierten Weg 0,7 km nach oben. Dann biegt man links ab. Nun ist es ein langsam ansteigender Trampelfahrt durch abgebrannte Wiesen, bei denen aber schon wieder das neue Gras hervorkommt. Der Weg führt dann in ein Tal oberhalb eines kleinen Baches, den man irgendwann unter sich hört. So gehen wir dahin, mittlerweile in einem Wäldchen und der Pfad nähert sich dem Wasser langsam an. Schon etwas müde erreichen wir den kleinen Wasserfall, den Endpunkt unserer Wanderung. Auf dem Rückweg kommen uns dann ein paar Touristen entgegen, zuvor waren wir allein unterwegs. Kurz nach 14:30 Uhr checken wir ein, unser Hütte ist die Nr. 31b. Der Türöffnermechanismus bereitet uns noch Probleme, die wir nur mit Unterstützung von der Rezeption lösen können. Dann kehren wir zurück ins Haupthaus, um im Restaurant einzukehren. Unsere Frage nach Kuchen führt zu unverkennbarer Unfreundlichkeit, vielleicht wäre es sinnvoller gewesen, nur um eine Lunchkarte zu bitten. Mit etwas energischerem Auftreten können wir uns aber durchsetzen, Cola, Wasser, ein Cheesecake und ein Toffet Apple Pudding mit Vanillesauce wird uns gebracht – allerdings als Folge der leichten Übertragungsmängeln, denn bestellt wurde Kaffee statt Cola. Chips und Apfelsaft holen wir uns noch aus dem Shop, dann sitzen wir im nachmittäglichen Sonnenlicht mit Blick auf die mit Rauch umfüllten Berge auf unserer Terrasse, überspielen Fotos, lesen und schreiben. Wlan gibt es hier anscheinend nur im Konferenzgebäude, so sind wir abgeschlossen von der großen, weiten Welt, was uns aber nicht sonderlich stört. Morgen gibt es hier Frühstück Gott sei Dank schon ab 7 Uhr. Ziel ist die Montusi Mountain Lodge. Ob wir die geplante längere Wanderung zum Amphitheater machen, erscheint derzeit – in Anbetracht der schmerzenden Beine des „Tourfahrers“ – noch dazu an seinem Geburtstag – höchst zweifelhaft.
Samstag, 24. August 2019 – Geburts- und Hochzeitstag
Montusi Moutain Lodge | nördlichere Drakensberge






Das Frühstück war OK, mehr aber auch nicht. Wieder waren wir recht einsam, nur ein weiteres Pärchen – vermutlich auch Deutsche – hatte sich um kurz nach 7 Uhr ins Restaurant verirrt. Dann brechen wir auf. Unsere …
Das Frühstück war OK, mehr aber auch nicht. Wieder waren wir recht einsam, nur ein weiteres Pärchen – vermutlich auch Deutsche – hatte sich um kurz nach 7 Uhr ins Restaurant verirrt. Dann brechen wir auf. Unsere Absicht, auf der Straße weiter ins Tal hineinzufahren, um vielleicht mehr über die Feuerherde zu sehen, erweist sich als überflüssig bzw. Flopp, denn nach 3 km stehen wir erneut vor einer Schranke. Wir drehen um und begeben uns in Richtung Royal Natal Nationalpark. Trotz Geburtstag wird die Wanderung zum Amphitheater diskussions- und alternativlos – trotz des Angebots von kürzeren Wanderungen – vom CiC in die Wege geleitet. Nach dem Stopp beim Visitorcenter – hier wurden dem Tourdriver wichtige Informationen vermutlich vorsätzlich vorenthalten – wird der Parkplatz beim Beginn des Hikes anvisiert. Obwohl der dort stehende Volunteer von möglichen Katastrophen und Notfällen spricht, zeigt der CiC Führungsstärke und gibt gegen 11 Uhr bei gnadenlos herunterbrennender Wintersonne das Signal zum Aufbruch. So geht es langsam und sicher und beständig nach oben. Der Weg führt im Grunde in eine Gorge, auf der rechten Seite des Tals und bietet – bis auf wenige Abschnitte – kaum Schatten. Erst gegen 12:30 Uhr erklärt sich der CiC ernsthaft bereit, angesichts des sichtlich leidenden und kurz vor einem vorgetäuschten Kreislaufkollaps stehenden Tourdrivers mit Beinverletzungen, die eigentlich eine Sofortoperation erforderlich machen, umzudrehen. Besagten Parkplatz erreichen wir gegen 14 Uhr, mit dem Ergebnis, dass der Tourdriver lebt, aber jammert. Resümee der Wanderung: Sie wäre relativ schön gewesen, der überlebende Tourdriver sieht sich aus Glaubhaftigkeitsgründen außerstande, dies in einem offiziellen Statement zu veröffentlichen. Immer noch schwer jammernd erreichen wir unsere vielleicht 30 km vom Royal Natal entfernte Montusi Mountain Lodge. Der erste Eindruck beim Heranfahren: vornehm, der Eindruck beim Parken vor dem Häuschen: topp und der dritte Eindruck beim Inspizieren der Räume: sehr vornehm. Als erste Minuspunkte sind aufzuführen: We‘ve already had better showers before and the offered cake was a little bit small. In einer halben Stunde gehen wir zum Dinner und wir sind schon gespannt, ob der Supereindruck sich auch im Restaurant bestätigt.
Nichtsdestotrotz denken wir immer wehmutiger daran, dass es morgen heimgeht. Ein wunderschöner Urlaub, den Madame CiC hier „zusammengewurstelt“ hat! Das Dinner hat sich unseren bisherigen Eindrücken angepasst: Salat, Suppe, Rinderfilet mit geraspelten Kartoffeln und Zucchini, dazu Mineralwasser und ein Glas Rotwein. Als Nachspeise Mousse in einem kleinen Metalleimerchen und Blaubeereis mit Baiser. Beim Abräumen des Desserts halten wir das kleine Eimerchen mit einem klitzekleinen Restchen noch zurück, auf die der Tourdriver ungern verzichtet. Diese „kleine Frechheit“ führt dazu, dass Zanele – so heißt unsere noch recht junge Bedienung mit Glatze – a) liebevoll lacht und b) fragt, ob wir nicht noch ein zweites Becherchen haben wollen. Gesagt, getan, Frechheit siegt! Ihre so nette Reaktion lässt uns mutig werden und wir fragen nach dem Namen des Rotweins, von dem wir uns ein zweites Glas bestellen. Sie bringt uns die Flasche, wir fotografieren das Etikett und fragen, ob wir von ihr samt CiC ein Foto machen dürfen, wozu sie erwartungsgemäß einwilligt. Dann verdrücken wir uns, beim Hinausgehen werden wir noch von der Restaurantmanagerin – übrigens die einzige weiße Angestellte, die uns begegnet ist – begleitet und der wir natürlich von Zanele vorschwärmen.
Sonntag, 25. August 2019, und Montag, 26. August 2019
Es geht heimwärts



Um 7:30 Uhr stehen wir wieder im Restaurant, besser gesagt auf der Außenterrasse. Es ist etwas windig, man bedient sich selbst und wir ordern zwei Croissants und scrambled eggs. Und wer bringt uns diese? Zanele …
Um 7:30 Uhr stehen wir wieder im Restaurant, besser gesagt auf der Außenterrasse. Es ist etwas windig, man bedient sich selbst und wir ordern zwei Croissants und scrambled eggs. Und wer bringt uns diese? Zanele. Wir zeigen ihr das Foto vom Vorabend und sie bittet uns, ihr dieses an ihre Mailadresse zu schicken. Dann kehren wir zurück und beschäftigen uns mit den last preparations for the departure back to Germany. Um kurz vor halb zehn verlassen wir die von uns sehr geschätzte Montusi Mountain Lodge. Knapp 350 km stehen vor uns. Vor allem die 300 km auf der Autobahn sind erschreckend langweilig und ermüdend. Genial und mit gewohnt höchster Perfektion vorbereitet erfolgt aber die Zufahrt zum Flughafen. Jede Anweisung war richtig: vom richtigen Abbiegen bis hin zur Auswahl der Fahrspur. Europcar ist schnell gefunden, trotz des kleinen Steinschlags und dem nur zu drei Viertel gefüllten Tanks erfolgt die Abgabe problemlos – vielleicht auch geschuldet dem Gesprächsthema, in dem wir den Europcarbeschäftigten verwickelt haben: Bayern München. Er ist übrigens total auf dem Laufenden und kennt das Ergebnis vom Vorabend: 3:0 gegen Schalke mit den drei Lewandowskitoren. Eine Weile brauchen wir, bis wir den South African-Schalter gefunden haben und es geht positiv weiter: keine Warteschlange und unsere zwei Koffer können wir auch gleich abgeben. Dann ein letztes Zigarillo vor der Türe, durch den Securitycheck und die Passkontrolle – und unser Gate A05 ist auch nur um die Ecke. Seit gut 1,5 Stunden warten wir hier und über vier Stunden müssen wir noch herumbringen. Der Abflug ist um 20:30 Uhr. Irgendwann brechen wir auf zum Mugg & Bean und bestellen Toast und einen Hamburger. Zwar ist die Bedienung freundlich, aber der Hamburger ist das Geld nicht wert. Das Boarden verläuft etwas konfus, es gibt keine richtigen Schalter und man weiß nicht einmal, wo man sich anstellen soll. Die Folge ist, dass wir verspätet wegkommen. Der Tourfahrer verzichtet hamburgerbedingt auf das Abendmenü. Dann holt uns die Müdigkeit ein und wir „verschlafen“ relativ gut den Flug.
Um 7:30 Uhr setzt der Flieger auf, die Heimat hat uns wieder. Beim Baggage-Claim gibt es denn noch Unerfreuliches, denn der zweite Koffer lässt sehr lange auf sich warten. Das nervt zwar, lieber aber bei der Heimkehr als bei der Ankunft im Urlaubsland. Dann geht es gen Faistenhaar, um unseren Oberstar abzuholen und um 10:30 Uhr endet der Urlaub mit dem Betreten der Wohnung endgültig.
Final words to South Africa:
– Kruger N.P.: 1*
– Tempe Elephant Park: 1*
– Hluhluwe: 1-
– Tourplanung: 1***
– Tour driver: 2, leichte Konzentrationsdefizite am 1. Tag
Plans and wishes for our next vacation:
– Township tour in Soweto
– Lower Sabie Camp: tent with view
– Shopping in a Spar before entering Kruger (shampoo, coffee, butter, eggs, tea)
– Important: cooler bag
No’s for the next stay:
– Isimangaliso and Kwlucia Safari Retreat
– Drakensberge
– Blyde River Canyon
– Ekaya Bush Lodge
– Kosi Forest Lodge
