Our first trip to Egypt (2026)

27.03.2026, Freitag und 28.03.2026, Samstag

Franz-Josef-Strauß-Flughafen und das Giza Pyramids View Inn

Seit gestern Abend hat uns — nach der immer traurigen mit schlechtem Gewissen erfolgten „Pumiabgabe“ in Faistenhaar — der Flughafen München wieder, P7 — mit der Neuerung …

Seit gestern Abend hat uns — nach der immer traurigen mit schlechtem Gewissen erfolgten „Pumiabgabe“ in Faistenhaar — der Flughafen München wieder, P7 — mit der Neuerung, dass wir kein Parkticket zum Ausfahren mehr brauchen — und das Hilton-Flughafenhotel auch. Nach dem Einchecken — this time without standing in a long queue — geht es wie gewohnt zum Supermarkt, unser „fürstliches“ Abendessen gibt es dann im Zimmer 2117.
Um kurz nach 7 Uhr frühstücken wir, um 8:20 Uhr sitzen wir nach dem erfolgreich bewältigten Bagdrop mit Schwerpunkt „Where do we put our receipts?” am Gate 14 im Terminal 2. Wenn alles klappt, geht es um 11:15 Uhr nach Genf. Irgendwie können wir es noch gar nicht glauben, dass wir heute Abend mit Blick auf die Pyramiden ins Bett gehen: Am Freitag noch mit Trouble im Büro, am Freitagmittag die „tolle“ Dienstbesprechung in der Prinzregentenschule und am Samstagabend in Kairo – for the first time in our life – an einem der Weltwunder in Gizeh – was für eine kleine, große Welt!
Der Genfer Flug nach Kairo verzögert sich um 1 Stunde, was wir noch in München erfahren, was einerseits weniger Hektik in der Schweiz bedeutet, andererseits eine spätere Ankunftszeit in Kairo. Wir kommen relativ pünktlich an, allerdings ist unser Gate zu Geneuve noch unbekannt. Wir fragen und man verweist uns auf das Terminal B. Auf dem Weg dorthin geht es durch die Passkontrolle, ehe man sich für links oder rechts entscheiden muss: Hier stehen die Gates 31 – 34 und 41 – 44 zur Auswahl. Wir pokern, entscheiden uns glücklicherweise für das zweite Angebot. Es wird B44 … – in dem Rundbau sitzen wir schließlich an die 2 Stunden tatenlos – gestärkt mit einem Schweizer Latte Macchiato – herum, ehe es kurz nach 3 Uhr endlich losgeht. Vier Stunden Flug stehen vor uns, überraschenderweise sogar mit Abendessen.
20:10 Uhr: Wir landen zu Kairo – und stehen gefühlt stundenlang an der Bank, um das Visum zu ergattern. Zwischendrin bleibt Zeit für 100 € am Wechselschalter 6100 Ägyptische Pfund zu holen. Bei allen anderen vor uns dauert es ewig – bei dem jungen bärtigen Mann mit Rucksack umso schneller – und bei uns auch. 60 US-Dollar hingelegt – und die zwei Marken, die in den Pass eingelegt werden müssen, liegen schon auf den Tresen. We do not understand why, freuen uns aber. Dann geht es schon zur nächsten Schlange, zur Passkontrolle und es dauert und dauert. Das Baggage Claim lässt uns wenigstens nicht warten und voll bepackt mit unseren beiden großen Koffern geht es nach draußen. Wie in Phuket erwarten uns Schilder über Schilder, auf denen wir aber weder unseren Namen noch unser Hotel „entdecken“ können. Nach einer Weile erbarmt sich einer, spricht uns an – wir sind misstrauisch – er telefoniert zweimal mit unserem Hotel und dann löst sich ein junger Kerl aus der Menschenmenge und kommt auf uns zu. Mit drei US-Dollar weniger für den Helper geht es zum Auto. Bestens präpariert fragen wir ihn nach der Namensliste, um ja nicht auf irgendeinen „Falschfahrer“ hereinzufallen. Nun geht es erstmals durch den Kairoer Verkehr, der vorsichtig ausgedrückt schon regelloser als in Deutschland vonstatten geht. Man wechselt die Spur wie man will, schneidet die anderen Autos, hupt, blendet auf und wundert sich über plötzlich auftauchende Baustellen auf der rechten Spur. So ganz easy wird es für uns wohl nicht werden, wenn wir am Montag unseren Leihwagen holen, hoffen aber, dass dann mit reduzierter Geschwindigkeit und Tageslicht alles halb so schlimm wird. Nach einer Stunde erreichen wir das Giza Pyramids View Inn. Es ist wahrlich „unterirdisch“, weit unter unserem üblichen mittlerweile etwas „verzogenen“ Anspruch hinsichtlich Hotellevel, mit kleinstem Zimmer und schmuddeligem Umfeld. Allerdings ist man freundlich und der View to the Pyramids ist wirklich real. Übermüdet steigen wir nach einer kurzen Stippvisite auf dem Rooftop ins Bett, begleitet von stetigem Baulärm mit nervigem Getute beim Rückwärtsfahren eines Baggers.

29.03.2026, Sonntag

Unterwegs in Kairo

Über Nacht ist das Hotel nicht besser geworden, das Frühstück mit gelber …

Über Nacht ist das Hotel nicht besser geworden, das Frühstück mit gelber, schon einmal warm gewordener Butter passt sich dem an. Statt Kaffee gibt es Saft, die dünne „Langsemmel“ schmeckt nach nichts, die Wurst ist „bunt“, nur der Yogurt ist normal. Nun warten wir auf unseren Führer, der gegen 9 Uhr kommen soll. Wenigstens geschlafen haben wir auf unserem recht schmalen Bett einigermaßen gut, um 7 Uhr hat es geregnet, auf dem Rooftop tropft es durch das Dach, gegen 8:15 Uhr wird das Wetter besser. Unsere Saladinotours kommen nicht um 9 Uhr, sondern erst eine Stunde später, worüber man uns gegen 8:45 Uhr per Mail informiert. Blöd, wenn man ohne Zugang ist und erst online gegen 9:25 Uhr gehen kann. So beginnt der Tag unerfreulich und wir sind zunehmend genervt. Kurz vor 10 Uhr werden wir dann abgeholt, mit der tatsächlich Deutsch sprechenden Führerin, aber in einem „falschen“ Uherauto. Der Verkehr ist extrem, sodass die Anfahrt zur Zitadelle und zur Muhammed Ali-Moschee länger dauert als unsere Führerin erwartet hat. Unsere Begeisterung hält sich bei diesen beiden Sehenswürdigkeiten in Grenzen. Im „richtigen“, etwas neueren Mitsubishi samt neuem Fahrer geht es dann ins Koptenviertel incl. der hängenden Kirche, die auf einer babylonischen Festung erbaut wurde. Die Inhalte bleiben religiös, es folgt Kirche auf Kirche, unter anderem einer, in der die heilige Familie übernachtet haben soll, und die phasenweise so überlaufen sind, dass man sich gefühlt nur zentimeterweise fortbewegen kann. Die Heiligen bewahren unsere Führerin aber nicht vor einem Sturz, ihr wird aufgeholfen – für Sekunden denken wir an ein abruptes Ende unserer Führung. Sie kann aber unsere Tour fortsetzen und folglich werden wir ungefragt zum Shoppen „gebracht“: Im Bekleidungsgeschäft trotzen wir dem Angebot, im Gewürzeshop lassen wir uns „verführen“ und kaufen – vermutlich total überteuert – Zimt für 30 €. Dann geht es – zielgerichtet angesteuert von den jeweiligen Guides incl. auch den unsrigen – zum Mittagessen in eine moderne, laute „Busabfüllstation mit Buffet“ für Touristen aus nichtarabischen Ländern. Genauso haben wir uns all das definitiv nicht vorgestellt. Wenigstens das letzte Ziel, der Khan el-Khalili-Basar, entspricht unseren Erwartungen, auch wenn das dortige Angebot maybe zu 50% „Made in China“ ist.
In der Summe war die Bangkoktour um Klassen besser. So fällt logischerweise unser Bakschisch viel, viel spärlicher aus, bei 200 ägyptische Kronen – knapp über 3 € – lassen wir es bewenden. Zurück im Hotel verbringen wir den restlichen Tag – nach einem kurzen Getränke- und Yogurteinkauf in einem der für Kairo typischen, extrem einfachen Läden mit Coca-Cola-Aufschrift – bei Sonnenschein auf dem „riesigen“ nur gut einen Meter breiten Balkon, der folglich eigentlich nur für einen von uns Platz bietet. Abends essen wir – nach einem Sunset-Orange Juice auf der Dachterrasse – im Zimmer.

30.03.2026, Montag

Die Pyramiden, das GEM und durch den Kairoer Verkehr

Der erste wirkliche spannende Tag: die Pyramiden, das Rental Car und das GEM stehen auf dem Programm. Um 7 Uhr sind wir oben beim Frühstück, …

Der erste wirkliche spannende Tag: die Pyramiden, das Rental Car und das GEM stehen auf dem Programm. Um 7 Uhr sind wir oben beim Frühstück, Self-Service heute, wieder mit Orangensaft, Eier, Kuchen und irgendeinem Teilchen bei Sunshine heute. Dann geht es die 100 Meter nach vorne. Lange müssen wir nicht warten, nach 5 Minuten sperren sie auf, der Rucksack wird durchleuchtet und dann geht es langsam die Teerstraße nach oben mit den ersten Photos der Sphinx. Die Cheopspyramide umkreisen wir, bleiben bei den fast zerfallenen Königinnenpyramiden stehen und lassen es uns kurz hintereinander zweimal nicht nicht nehmen, in die Gräber hinabzuklettern. Erstmals richtig konfrontiert werden wir beim zweiten Grab mit den erwarteten vielbeschriebenen landesüblichen Bakschischforderungen. Man ist mit dem Trinkgeld unzufrieden und motzt herum. Zuvor fordert man uns noch übertrieben höflich auf, in das Grab hinunterzuklettern, macht sogar ein Foto, gibt Hinweise, rückwärts hinabzuklettern, dann ist der Egyptman mit 10 Pfund sichtlich wie ausgewechselt unfreundlich. Wir „schießen“ 20 Pfund nach – dann gibt er wenigstens Ruhe. Die nächste Pyramide – die nur wenige Meter niedrigere Chephren – gehen wir entlang und steuern die niedrigere, deutlich kleinere und für viele wenigere attraktive Mykerinospyramide an. Nichtsdestotrotz steigt mit jeder Minute die Anzahl der Kamele – und der Touristen – erstere fotografieren wir gerne, letztere negieren wir, da auffällig viele davon Deutsch sprechen. Dann es wieder in Richtung Sphinx den Berg hinunter, vorbei am Kamel- und Pferdekutschen-Parking Lot zum Sphinx-Touristen-Hotspot. Kurz nach 10 Uhr verlassen wir das Pyramidenareal und kehren nochmals schnell ins Hotel zurück.

Um 11 Uhr soll der Flughafenshuttle kommen, um 11:15 Uhr kommt er dann tatsächlich in einem wahrlich schepprigen Gefährt, das ihn aber nicht davon abhält, mit high speed den Terminal 3 am Flughafen anzusteuern. Er schafft es in-time, auch wenn ein Kontrollstop am rechten Fahrbahnrand aufgrund der blinkenden Kontrollleuchten vonnöten war. Das extrem hilfsbereite Team am Car Rental-Informationsschalter erleichtert uns, den Kontakt mit unserer Verleihfirma herzustellen. Nach einem Telefongespräch taucht der auffällig schweigsame „Abholer“ bereits mit unserem roten Leihwagen auf. Stunden später wissen wir übrigens immer noch nicht, um welches Auto es sich handelt. Nach dem Island bedingten peniblem Fahrzeugcheck geht es los in die Autohöhle des berühmt berüchtigten Kairoer Traffic, der uns als Mitfahrer gestern und vorgestern Abend Respekt eingeflößt hat.

Trotz einer verpassten Straße erreichen wir das Gem „heil“ und zu früh. So warten wir in dem Areal zwischen Gepäckcheck und Eintritt noch eine halbe Stunde und exakt um 15:00 Uhr und 2,5 Sekunden – und ja nicht früher – betreten wir das Milliardenprojekt Great Egyptian Museum. Es enthält wirklich alles, was für den Historiker der pharaonischen Antike interessant ist, für uns, die in diesem Bereich der Geschichte eher Schmalspurwissen aufweisen, zu viel. Ramses, Tut-Ank-Amun – mit mehr können wir nicht dienen, unser Wissen beschränkt sich auf die Neuere und Neueste Geschichte. So dauert unser Besuch nur 75 Minuten, genug Zeit dennoch einen Eindruck von diesem phänomenalen Bauwerk zu gewinnen. Auch der erste Tankstopp verläuft ohne Probleme, das Benzin ist billig und den Hebel zum Öffnen des Tankdeckel finden wir rasch, wenngleich mit Unterstützung des ägyptischen Tankwarts. Aktuelles Problem ist nur noch, wie man im Grunde nach dem Ausmachen des Motors das Auto verschließt und gleichzeitig der Radio auch ausgeht. Aber auch das werden wir in den nächsten Tagen uns irgendwie beibringen. Beim Parken auf dem Hotelparkplatz lief es jedenfalls schon deutlich besser als beim Parken beim GEM. Abends gehen wir „oben“ zum Essen: Pepperonipizza und Cevapcici.

31.03.2026, Dienstag

Leaving Kairo | Holy Family Hotel

Früh um 7 Uhr geht es zum Breakfast – the last one with pyramid view -, 25 Minuten später nach dem Auschecken ohne Tipping trotz mittlerweile gewachsener Hotelliebe zum gegenüber …

Früh um 7 Uhr geht es zum Breakfast – the last one with pyramid view -, 25 Minuten später nach dem Auschecken ohne Tipping trotz mittlerweile gewachsener Hotelliebe zum gegenüber geparkten Auto. Leider blinkt die Reifendruckanzeige – was zunächst für innere Unruhe sorgt. Je weiter wir aus Kairo heraus bewegen, umso schmuddeliger wird es. Müllberge links und rechts von der Straße, der Nilkanal ist total verdreckt. Eigentlich unvorstellbar, was wir zu sehen bekommen und wie die Menschheit mit Mutter Natur umgeht. Nirgends haben wir solche Berge von Unrat gesehen wie hier.
Saquara erreichen wir nach 45 Minuten. 1225 Pfund kostet der Eintritt, beim Eingang müssen wir rechts ranfahren, damit unsere Koffer durchleuchtet werden, was uns natürlich nervt. Kofferraum auf, Großkoffer 1 und Großkoffer 2 – und einer passt aufs Auto auf, dann der Handgepäckkoffer! Besagte Stufenpyramide – die älteste der Welt – empfängt uns mit 20 Reisebussen und folglich vielen Reisegruppen. Einzelreisende wie wir es sind begegnen uns kaum, was uns schon am Parkplatz mit 3, 4 „normalen“ Autos bewusst wird. So besuchen wir Saquara den Raum zwischen Dreißigergruppen nutzend, müssen aber manchmal aber warten, bis die Horden ihrem jeweiligen Führer incl. Schild folgend die „überdachten“ alten Säulen passiert, schnaufend enge Treppen erklommen oder bei den „schmusenden“ Kameltreibern samt Kamel zwecks Fotoangebot den Weg versperrt haben.
Insgesamt ist Saquara für uns enttäuschend, in Gizeh war alles „spaciger“ mit viel, viel mehr Raum für uns Individuals. Zurück auf der Schmuddelstraße steuern wir die nächste Tankstelle an, um die uns Sorgen bereitenden Reifen checken zu lassen. Zwar versteht man uns nicht, die Kommunikation gelingt aber dank Hände und Füße. Außerdem wäre die Reifendruckkontrolle umsonst gewesen, wir lassen es uns aber nicht nehmen, dem friendly nicht Bakschisch verlangenden Egypt man 100 Pfund aufzuzwingen. Dann geht es für 200 km auf die Eastern Desert Road mit 5 Spuren, 3 für Pkws und 2 für Lkws schön ordentlich mit Betonschweller getrennt. Auch hier sind die Pkws in der Minderzahl. Zwei Mautstellen knöpfen uns je 10 Pfund – sage und schreibe fast 17 Cent – ab. Irgendwann biegen wir gen Gebel El Tair ab, fahren über weitere „Müllstraßen“ durch „übereinfache“ Orte – man kann z. T. nicht einmal von Teerstraßen sprechen – mit wild umherlaufenden Schulkindern auf der Straße oder winkend vom offenen Kleinlaster – und erreichen unsere heutige Unterkunft, das Holy Family Hotel mit der Holy Family Church bestens geschützt – „eingegittert“ mit Polizei samt Gewehr – und erneuten leichten Sprachschwierigkeiten beim Passieren. Unser Zimmer 714 ist groß und geräumig, das Hotel ist aber very, very strange. Nichtsdestotrotz funktioniert hier das WLAN und der Blick auf den Nil ist topp. Auf jeden Fall können wir ein Erstresümee von uns geben: 90 Prozent der Ägypter sind extrem freundlich. Die folgende Nachricht verärgert uns etwas: „Dear Evelyn, we all in Steigenberger Resort Achti Luxor are looking for the honor of welcoming you, arrive safely. We cannot guarantee a parking space for you ahead of time. Please check with us when you arrive so we can let you know if parking is available. If it isnt, we can guide you to the nearest public parking area. Thank you.“ Strange für ein Fünf-Sterne-Hotel!
Den Rest des Tages verbringen wir indoor im Zimmer.

01.04.2026, Mittwoch

Auf nach Luxor ins Steigenberger

Ein dürftiges Frühstück – so beginnt der Tag. Vergleichbar geht es weiter: Einer der Polizisten bei der Kirche bequatscht …

Ein dürftiges Frühstück – so beginnt der Tag. Vergleichbar geht es weiter: Einer der Polizisten bei der Kirche bequatscht uns und fährt mit. Angekündigt für nur 2 km, sodass wir das zunächst relativ gelassen hinnehmen – obwohl es nervt. Verständigen kann man sich kaum und sekundenweise droht die Sache zu eskalieren, bis uns sein arabischer Kauderwelsch per Telefon über das Steigenberger Hotel auf Englisch übersetzt wird. Er begleitet uns insgesamt fast 70 km, zunächst zu einer Straßenkontrollstation im Auto, von dort werden wir mit einem bis nach Luxor eskortiert – So ist der Plan. Aus unserem Plan, eine kleine Straße 20 km entlang am Nil zu fahren, wird folglich nichts. Das Tanken – erstmals unter Polizeiaufsicht mit Pistole – können wir gegen die bewaffnete Obrigkeit noch „durchsetzen“. Irgendwann erreichen wir besagte Station, er steigt aus und – nun kommt der Höhepunkt – das eskortierende Polizeiauto lässt uns nach 1 km passieren und dreht um.

So ganz können wir all das, was passiert ist, nicht glauben. What a stupid start in the day – wir sind aber erleichtert und Gott sei Dank wieder frei in unseren Entscheidungen. Außerdem wurde der German Driver mit geringer ägyptischer Erfahrung vom Egypt policeman nicht kritisiert. Wenigstens auch etwas Positives! Unser gedanklich schon abgeschriebener Dendaratempelstopp – so hatte der Steigenbergerman es uns verklickert – wird nun wieder real umsetzbar. Gott sei Dank, denn er erweist sich a) als sehenswert und b) als nicht overcrowded. Nach einem angesichts der leicht bedrohlichen Tankfüllung notwendigen zweiten Tankstopp geht es bei rather dusty sky und 40 Grad nach Luxor in das schon erwähnte Steigenbergerhotel. Leider erweist es sich als in die Jahre gekommen und die 5 Sterne scheinen ein Relikt des letzten Jahrhunderts zu sein. Der Trouble beginnt bei der Hotelparkplatzsuche, setzt sich fort beim Autozusperren, das einfach nicht gelingen mag, und endet beim fragwürdigen Service incl. Zimmer des Hotels. Die Stimmung ist folglich im Keller. Besser wird sie nach dem geglückten Zusperren des Autos – wir mussten übrigens nochmals umparken – und dem Verweilen am Nilufer vor dem ebenfalls antiquiert aussehenden Hotelpool. Dort stoßen wir auf einen Gast aus dem Giza Pyramids View Inn: besagte asiatisch aussehende allein reisende recht auffällige Frau mit Handystativ und Fernauslöser. Sie stammt – so erzählt sie uns – eigentlich von den Philippinen und lebt in Minnesota und ihr nächstes Ziel wird – wie unseres – Assuan sein. Gegen 18:30 Uhr geht es ins Restaurant – wir haben Halbpension gebucht. Dem gegrillten Hühnerfleisch samt dem sonderbaren „dünnen“, innen leeren“, aber frischen Luftbrot bzw. dem „süßen“ Dessertangebot können wir auf jeden Fall nicht widerstehen. Morgen steht der Luxor- und der Karnaktempel auf unserer To-Do-Liste.

02.04.2026, Donnerstag

Luxor- und Karnaktempel

Beim Frühstück ist trotz der frühen Zeit schon (zu) viel los, es ist laut und alles ist irgendwie lieblos arrangiert. Gegen 7:30 Uhr …

Beim Frühstück ist trotz der frühen Zeit schon (zu) viel los, es ist laut und alles ist irgendwie lieblos arrangiert. Gegen 7:30 Uhr brechen wir auf. Zunächst einmal ist unser Auto eingesperrt, allerdings ist es ein weißer Kleinbus mit wartendem Fahrer. So dauert es nicht lange, bis wir unser Hotel in Richtung Luxortempel verlassen können. Hier läuft alles perfekt, der Parkplatz ist nahezu leer und der Tempel auch. So erkunden wir ihn ohne von Reisegruppen genervt zu werden bzw. müssen wir nie warten, um unsere Fotos machen zu können. Wäre jetzt noch strahlend blauer Himmel, dann wäre alles perfekt. Leider ist uns der dusty sky erhalten geblieben. Nichtsdestotrotz sind wir happy, denn being alone in a popular destination is a worthful matter for us. Sogar die Sphinxallee haben wir für uns allein, die 2,6 km zum Karnaktempel führt.

10 Minuten vor 9 Uhr verlassen unser erstes Tagesziel und steuern den schon genannten Karnaktempel an. Hier kehrt sich alles ins Gegenteil um: Busse, Reisegruppen, Menschenmassen. Wenigstens klappt das Parken und Ticketbesorgen, der Rest ist ein Menschenauflauf mit vielen deutschen Stimmen, die in ihren Gruppen – mit Schildern und Fähnchen – über das ganze Areal verteilt gebannt ihren Führern lauschen und Einzelheiten erfahren, die sie soundso am Ende des Tages wieder vergessen haben. Gezwungenermaßen kommen wir uns vor wie Slalomläufer auf der Skipiste, weichen den Gruppen wie Slalomstangen aus und blicken in viele scheinbar interessierte Gesichter und zuweilen genervte Kinderaugen. All das lässt auch in uns das Interesse schwinden. So we leave after 1 hour und werden am Parkplatz zum zweiten Mal mit der Situation konfrontiert, dass unser auffällig roter Chinese SUV von einem weißen Minibus incl. wartendem Fahrer eingesperrt ist. Er fährt aber sofort weg und wir kehren zurück in Richtung Luxortempel zum Souqmarkt. Diesen zu besuchen ist nach den beiden Tempeln und gefühlt 17000 Säulen eine willkommene Abwechslung, auch wenn man schon aufgrund der Hautfarbe bzw. kleidungsbedingt als Tourist erkannt und folglich ständig angesprochen wird.
Mittlerweile ist es erneut über 40 Grad heiß. Sichtlich erschöpft und durstig kehren wir noch vor 12 Uhr ins Hotel zurück und verbringen den Nachmittag am Gott sei Dank nicht überfüllten Pool. Gegen 15 Uhr beginnt es zu regnen, sodass wir uns auf den Balkon im mittlerweile gemachten Zimmer begeben. Abends gehen wir wieder zum Essen, wieder mit Luftbrot und Desserts …

03.04.2026, Freitag

Im Tal der Könige

Es geht nach dem Frühstück ins Tal der Könige. Grab 2, Ramses IV., dann …

Es geht nach dem Frühstück ins Tal der Könige. Grab 2, Ramses IV., dann Grab 6, Ramses IX., Grab 9, Ramses V. und Ramses VI., Grab 11, Ramses III. und zuletzt Grab 17, Seti I.. Was wir wo gesehen haben, ist für uns nur nachträglich an der Reihenfolge der Fotos nachzuvollziehen, für Seti und Grab 9 muss man extra bezahlen, die anderen drei sind im normalen Ticketpreis enthalten. Letztendlich sind alle sehenswert, manche sind „kürzer“, manche tiefer im Berg. Auf jeden Fall ist schon einiges los, als wir ankommen. Schon beim Parken werden wir kurz angesprochen, damit wir zum nächsten Auto auf der rechten Spur „aufschließen“. Besagter „Ansprecher“ geleitet uns auf einer Abkürzung zum Ticketschalter und spricht uns danach nochmals an und offeriert uns eine Privatführung für 40 €, die wir – eigentlich überraschend für uns – annehmen. Mike – sein Name – besitzt zwei Staatsbürgerschaften – die britische und die ägyptische – er führt uns dann zunächst zum Shuttle und dann in der oben genannten Reihenfolge von Grab zu Grab und versorgt uns jeweils davor mit den vielen Backgroundinfos. Im Nachhinein erweist er sich als außergewöhnlich nett, humorvoll, sein Englisch ist großteils verständlich, er lebte lange Zeit in London, war verheiratet, arbeitete dort als Übersetzer für das Militär, seine Frau verstarb an Krebs und kehrte irgendwann danach nach Ägypten zurück. Sogar das eine oder andere deutsche Wort ist ihm vertraut, beispielsweise „bekloppt“ oder „Mensch Meier“. Bis zum letzten Setigrab bleiben wir an seiner Seite, lassen uns instruieren, er wartet dann vor den Gräbern, bis wir nach 10 – 15 Minuten aus dem Berg wieder „auftauchen“. So dauert unser Tal-der-Könige-Visit gut 2,5 Stunden und wir wissen nun vieles, was wir sicherlich heute Abend wieder vergessen haben. Unsere Wege trennen sich beim letzten Grab, er „kassiert“ ab, in Euro und bekommt sogar noch 10 € mehr, weil es uns sehr gut gefallen hat. Auf jeden Fall war eine Führung zu dritt einhundertmal besser als in einer Gruppe mit 30 Touristen. Hängen bleibt außerdem, dass es in den Gräbern „verdammt“ warm wird. So sind wir zuweilen froh, als wir die Tombs verlassen, auch angesichts der heute relativ angenehmen Außentemperaturen um die 30 Grad.
Nach dem Valley of the Kings geht es – wieder allein – zum 15 Minuten entfernten Tempel der Hatschepsut, der uns als Gesamtbauwerk mit dem „Gebirge“ im Background auch gefällt, aber viel viel weniger Zeit in Anspruch nimmt.
Final cultural destination sind die Kolosse von Memnon, bei denen wir wirklich nur parken, Fotos machen und wieder fahren, ohne ein Ticket lösen zu müssen.
Deutlich klüger, was die Geschichte der Pharaonen betrifft, kehren wir gegen Mittag nach einem recht teuren Stop für Coladosen und Pringels (16 €) ins Steigenberger zurück.
Abends sind wir ein letztes Mal hier im Steigenberger beim Dinner, schon aus Gewohnheit mit den Barbecueangeboten – heute Hackfleisch im Teigmantel – incl. Luftbrot und danach steht wieder die „Plünderung“ des Dessertangebots an.

04.04.2026, Samstag

Kato Dool Wellness Resort in Assuan

So früh waren wir noch nie dran – the last breakfast here at the Steigerberger Hotel. Danach …

So früh waren wir noch nie dran – the last breakfast here at the Steigerberger Hotel. Danach checken wir aus und wir verlassen Luxor. So geht es 110 km auf normalen, relativ kleinen Straßen entlang dem Nil und Kanälen nach Edfu, dem vorletzten und einem der besterhaltenen Tempel of our Egypt tour. Irgendwann nervt die Fahrerei dann doch, auch wenn das Fahren durch die Dörfer uns das reale und nicht das Pauschalurlauberziel Ägypten zeigt. Kurz vor dem Tempel – schon in Edfu – zeigen sich die ersten Touristenschwärme, die in Kutschen eine nach der anderen hintereinander – nach dem Tempelbesuch – zurück zu Ihrem Nilkreuzfahrtschiff gekarrt werden.
Definitiv ist im Tempel weniger los als in Karnak, wir parken „wild“ bei der ersten sich ergebenden Gelegenheit und sind prinzipiell von dem massiven Bauwerk beeindruckt. Nichtsdestotrotz spürt man eine gewisse „Tempelsattheit“. Jeder Tag alte Geschichte – in Massen genossen – hinterlässt dann doch Spuren der Ermüdung. So verkommt der Tempelbesuch eher zur Stippvisite. Nach dem relativ großen Edfu incl. mehrstöckiger Häuser geht es dann wieder auf Land auf den kleinen Straßen weiter, die teilweise in so schlechtem Zustand sind, dass in der Regel alle Touristen, die mit Fahrer unterwegs sind, einen Riesenbogen um sie machen und auf dem Weg nach Assuan die Western Desert Road bevorzugen. Die verwunderten und doch freundlichen Blicke wirken auf uns jedenfalls so, dass wir wohl die „first tourists of the day“ sind. Irgendwann verlassen wir das grüne „Nilumfeld“, begeben uns wieder in die Wüste und legen die letzten Kilometer nach Assuan auf der Western Desert-Autobahn zurück. Das bunte im nubischen Stil gebaute Wellnessresort Kato Dool vielleicht 100 Meter oberhalb des Nils erreichen wir kurz nach 13 Uhr. Es ist groß, bunt, ungewöhnlich, faszinierend, freundlich und das totale Gegenteil zum mit 0% Prozent Charme gestalteten Kettenhotel Steigenberger. Wir bekommen das letzte Zimmer mit dem Namen Khufu und verbringen den Nachmittag auf dem Balkon mit dem wunderschönen Nilblick samt Inselchen, in der Ferne den Staudamm, manchmal brüllenden Kamelen und den zuweilen lauten Touristenbooten am Flussufer. Zu beanstanden gibt es – bis jetzt – fast nichts: Das Frühstück morgen Früh gibt es leider erst um 8 Uhr und vielleicht wäre WLAN im Zimmer noch praktisch gewesen. Am Spätnachmittag essen wir vorne noch etwas – und hören Fußball. Beides mit erfolgreichem Ergebnis: Bayern gewinnt und die Fleischbällchen und das Kofte schmecken. Anschließend geht es früh ins Bett.

05.04.2026, Ostersonntag

Seti Abu-Simbel-Hotel

Das späte Frühstück nervt etwas – der Inhalt auch. Eigentlich essen wir nur …

Das späte Frühstück nervt etwas – der Inhalt auch. Eigentlich essen wir nur das Omelette und den Jogurt, den Rest lassen wir – da zu ägyptisch – stehen. Dann checken wir aus, spielen kurz „Taxi“ für einen jungen Hotelbeschäftigten und erkunden das unterhalb des Hotels gelegene nubische, very touristic Dorf. Zum Teil sind die Häuser wirklich schön bemalt, vieles wirkt aber eher wie Graffiti for Tourists. Spannend und interessant ist es dennoch, wir fahren das enge Sträßelchen bis zum Ende hindurch, insgesamt ist vieles sehr einfach, fast schmuddlig und vor fast allen Häusern sind Verkaufsstände. Wir drehen um, fotografieren weiter, die Touristenkamele und die Hunde, die wir vom Hotel schon gesehen hatten, kommen uns entgegen, manchmal müssen wir auch einzelnen Autos und Motorradanhängern ausweichen. Dann geht es – nach dem Tanken – schnurstracks auf die Westen Desert gen Abu Simbel. Gegen 12:30 Uhr sind wir da und steuern gleich die Tempel an. Der Besucherandrang hält sich in Grenzen, da die meisten Bustouren, die uns schon auf der Autobahn entgegengekommen sind, großteils schon weg sind. So können wir die beiden aufgrund des Staudammbaus versetzten Tempelanlagen in relativer Ruhe „genießen“, wobei wir bei den gemachten Fotos im Inneren der Tempel zuhause uns wohl wieder vor die Standardfrage stellen werden, ob es ein Foto von Abu Simbel, von Luxor oder von Edfu ist.
Danach geht es ins nahegelegene Seti Abu-Simbel-Hotel, das nach Kato Dool wieder professioneller zu sein scheint: Frühstück gibt es morgen schon ab 6 Uhr, was unserem Plan mit der recht langen Fahrstrecke zurück nach Luxor entgegenkommt, und auch das WLAN works. Den restlichen Tag verbringen auf unserem Balkon mit Blick auf den Nassersee und sind kurz am riesigen, kaum besuchten Pool. Abends speisen wir recht bescheiden: Yogurt und Prinzenkeks.

06.04.2026, Ostermontag

Back to Luxor – Malkata House Boutique hotel

Das Frühstück ist tatsächlich schon um 6 Uhr fertig – und so kommen wir erfreulicherweise früh weg. …

Das Frühstück ist tatsächlich schon um 6 Uhr fertig – und so kommen wir erfreulicherweise früh weg. Fast 500 km stehen uns bevor: über Assuan zurück nach Luxor mit einem geplanten Stopp beim St. Simeon-Kloster. In der Früh geht es schnell zum Tanken, gegen 9:30 Uhr erreichen wir nach einem weiteren Tankstopp das besagte Kloster.

Das festungsähnliche Kloster St. Simeon stammt ursprünglich aus dem 7. Jahrhundert und wurde im zehnten Jahrhundert wiederaufgebaut, um die Nubier zum Christentum zu bekehren. Es ist das größte archäologische Kloster in Ägypten und wurde 1925 von einem italienischen Archäologen wieder entdeckt. Ungewöhnlich ist die Verbindung zweier Religionen, denn es empfing auch muslimische Pilger.

Nach dem Stopp geht es auf der Western Desert Road weiter. 50 km davor verlassen wir die Egyptian Autostrada, nehmen eine Abkürzung, die uns wieder durch die extrem einfache Welt führt. Die Anzahl der Eselkarren steigt rapide an, die Straßenqualität nimmt ab – und bettelnde Schulkinder hängen sich ans Auto, als wir wegen unserer GoPro kurz einmal stehen bleiben müssen. Einerseits sind das spannende Eindrücke, aber irgendwie ist deren grenzenlose Aufdringlichkeit – sie schreien am Spiegel hängend „Money“ – auch unangenehm. Ein vielleicht zehnjähriger Junge fährt kurz darauf mit einem Motorrad samt Anhänger wild gestikulierend parallel zu unserem Auto und legt in seinem Alter schon eine Aggressivität im Verkehr an den Tag, wie man es eigentlich nur von deutschen Autobahnen kennt. Auch das empfinden wir für strange, vor allem weil wir zuvor eigentlich nur herzlich lachenden Kindern begegnet sind. Sind das schon die Zeichen der Weiterentwicklung: Betteln, ohne offensichtlich Hunger zu haben, den englischen Begriff schon verinnerlicht, und Gesten der Respektlosigkeit im Verkehr? Eigentlich ärgert uns dies, denn bisher waren alle Eindrücke von den Menschen so positiv – auch wenn wir auf viele sicherlich den Eindruck erwecken, schaulustige Vertreter der besseren Welt zu sein.
Kurz darauf erreichen wir unser Hotel nahe den Kolossen von Memnon, die wir ja am Freitag schon fotografiert hatten und der Tempelanlage Medinat Habu. Unser Room ist im 2. Stock, riesig, mit zwei Klimaanlagen, wobei eine nicht funktioniert – und vielen lästigen Fliegen. Das WLAN funktioniert, die Begeisterung hält sich aber in Grenzen. Der eintönigen View in die Wüste inclusive den Hügeln vor uns ist definitiv nicht das, was zu einem positiven Eindruck beiträgt. Folglich vermeiden wir weitere Ausgaben vor Ort und üben zumindest essenstechnisch Verzicht.

07.04.2026, Dienstag

Hurghada – Fort Arabesque Resort, Spa and Villas

Ganz in der Früh beobachten wir das Landen der Heißluftballons, dann ist das Frühstück um 7 Uhr – die Koffer schon …

Ganz in der Früh beobachten wir das Landen der Heißluftballons, dann ist das Frühstück um 7 Uhr – die Koffer schon im Kofferraum – besser und herzlicher als erwartet. Es gibt Omelette, abgepackten Yogurt und ungetoastetes Toastbrot mit Butter und Honig und Marmelade und Erdbeersaft – und für den Verursacher der kindness 50 ägyptische Pfund Bakschisch. Dann geht es auch schon los, zuerst in die falsche Richtung zu den Kamelenmurals, dort drehen wir um, fahren zum Tanken und dann auf der Autobahn durch die Wüste 250 km gen Hurghada. Unsere Makadibay samt Fort Arabesque erreichen wir gegen 11:15 Uhr, gebucht haben wir eine Seaview Swimup-Villa – all inclusive. Wir parken vor der Rezeption, 50 m weiter ist dann die Villarezeption mit weniger Touristen und viel mehr privacy und much more friendlyness. Man spricht Deutsch – the clerk at the reception und – wie sich später herausstellen sollten – 75% of all tourists. The clerk ist – wie gesagt – überaus freundlich und legt bei der Übergabe der von uns geliebten und sehnsüchtig herbeigesehnten All-Inclusive-Kette sogar Hand an. Dann werden wir in unsere „Schwimmaufvilla“ gebracht, sie ist eigentlich wunderschön und gleichzeitig dennoch ein Horror, denn sie ist part of mass tourism. Wir genießen unseren privaten Pool mit Schwimmverbindung zu den anderen „Schwimmaufvillas“ in the same row. Sogar im Wasser gilt: You have to speak German. Das vorbei schwimmende faltenreiche Pärchen spricht Deutsch und uns in Deutsch auch an. That’s it, what we like.
Schwimmend im Pool wird uns das Begrüßungsarrangement gebracht: a bottle of red Egyptian wine und eine Etagere der heißgeliebten süßen Teilchen. Im Main Ressort International Buffet geht es vergleichsweise weiter, you hear the German Language und you feel the intimate special flair of McDonald’s. Es ist Essensmassenabfertigung pur, es klappert das Geschirr, es ist laut, die Tische im Schatten sind besetzt, es ist die Hölle los – wenngleich das Essensangebot natürlich vielfältig und gut ist. Lange halten wir es nicht aus, der gemeine deutsche, leicht bauchige, oft tätowierte German tourist mit Sonnenbrille im Haar cool hochgesteckt schreckt uns eher ab als uns zu einer längeren Verweildauer zu überzeugen. Wir erkunden die riesige Anlage weiter, sind kurz am Strand und können keine allzu großen Unterschiede bei der Strandqualität und der systematischen Anordnung im Liegebereich zwischen Bibione und hier feststellen. Gott sei Dank sind wir hier nur eineinhalb Tage, länger würden wir es hier nicht aushalten bzw. sind wir auch froh, dass wir morgen Vormittag noch unser Auto haben, um wenigstens für ein paar Stunden der ägyptisch-deutschen Enklave entfliehen zu können.
Die vorher ausgewählte „Jungle Bar“ im inneren Bereich des Pool- und Strandbereichs ist wenigstens kaum frequentiert und ruhiger. Mit uns sind es genau 4 Gäste, allerdings auch hier 100 percent German. Unseren „Deutschlandkummer“ bekämpfen wir mit ei-nem Cocktail mit Alkohol, letzteres „incredient“ ist nach ein paar Schluck deutlich spürbar. Dennoch schaffen wir es, dank unseres hilfsbereiten receptionist an unserer special reception die Autoabgabe morgen zwischen 13 und 14 Uhr so arrangieren, dass wir uns am Donnerstagmorgen nicht mehr darum kümmern müssen. Besagter German speaking receptionist ruft unsere Kontaktnummer an und managt alles – zunächst einmal ohne Gewähr – aber für 200 ägyptische Pfund Bakschisch – perfekt, auch wenn unsere Sonderabholung darüber hinaus eine zusätzliche Lücke von 25 € in unserem Geldbeutel hervorrufen wird. What shall’s? So kehren wir immer noch leicht alkoholisiert in unsere Villa zurück und genießen oberhalb der „Touristenarena“ die Ruhe. Nichtsdestotrotz sind wir sehr verwundert, worauf der typical German tourist bei der Erkundung eines fremden Landes anscheinend Wert legt. Lernt man so ein Land kennen?
Abends werden wir all Inclusivler mit Kette uns natürlich noch einmal ins Schlachtfeld begeben, in der Hoffnung um 1,5 Sekunden nach Buffeteröffnung einem Großteil unserer Landesgenossen aus dem Weg gehen zu können. Maybe we are the first who get the delicious sweet cakes? Selbiges planen wir auch für das morgige Frühstück: Um exakt 7 Uhr und 1,5 Sekunden biegen wir um die Ecke und werden als born Berchtesgadian die Frühstücksschlacht eröffnen – so ist zumindest unser Plan for tomorrow morning.

08.04.2026, Mittwoch

All day in Hurghada

Die gestrigen Vorhaben hinsichtlich der Buffetschlacht haben wir erfolgreich umgesetzt, sowohl …

Die gestrigen Vorhaben hinsichtlich der Buffetschlacht haben wir erfolgreich umgesetzt, sowohl abends als auch heute Früh. Die Begeisterung fürs Angebot sinkt aber zunehmend, von 10 Jogurten kann man auch nur einen essen, die Wurstangebote am Buffet schrecken schon farblich ab bzw. liegen die Brot- und Semmelangebote weit unter dem Level der homemade products.
Danach gehen wir kurz zum Wasser vor und machen uns am letzten Autotag dann auf gen Hurghada. Die Moschee El Mina – unser erstes Ziel – gilt als eine der berühmtesten und größten Moscheen der Region. Erbaut 2012 befindet sie sich im wieder glaubhaft wirkenden Zentrum – die Vororte ähneln mit den relativ neuen Bauten eher einer US-Einfahrtsstraße ohne McDonald’s – direkt am Wasser in der El Mina Street. Auffällig sind die zwei ca. 40 m hohe Minarette auf dem großen Platz samt herumliegenden Hunden und im In-nern der hallenartige Saal mit riesigen Kronleuchtern unter einer 25 Meter hohen Kuppel.
Wir parken direkt neben der Moschee – safe – nur gut 15 Meter hinter einer Polizeikontrollstation samt Polizeiauto – und werden beim schüchternen Betreten logischerweise auch erstmals mit der Kleiderordnung konfrontiert. So ziehen wir die Schuhe aus bzw. beachten auch die „Frauenvorschrift“, das Haar mit einem Kopftuch zu bedecken.
Wir scheinen die ersten tourists of the day zu sein, die die Moschee besuchen und die beim Verlassen mit der typischen Finger-Daumen-Geste auch zum Bakschisch aufgefordert werden. Vier Euro in Münzen erweisen sich für den eigentlich absolut unfreundlich schauenden alten Egyptman als ausreichend. Fast hätten wir aber noch einen riesigen Fauxpas begangen und die Schuhe zu früh angezogen, auf den wir aber Gott sei Dank noch rechtzeitig hingewiesen werden. Kaum 100 m entfernt inspizieren wir – dieses Mal ohne dafür löhnen zu müssen – den Fischmarkt. Aufs Weiterfahren in die 30 km entfernte Retortensiedlung El Gouna verzichten wir angesichts der fortgeschrittenen Zeit. So kehren wir zum Hotel zurück, tanken aber nochmals auf dem Rückweg. Überraschenderweise ist unser Rentalcarabholer – man kommt zu dritt – pünktlich, allerdings knöpft man uns für eine „unbewiesene“ Geschwindigkeitsüberschreitung – neben den vereinbarten 25 € für die Hotelabholung – weitere 10 € ab. Ob wir hier wieder hinters Licht geführt wurden oder ob die 10 € berechtigt sind, wissen wir natürlich nicht. Die Andeutungen und das Schmunzeln unseres so extrem freundlichen und sympathischen German speaking receptionist, der uns bei der Übergabe aus kaum 50 m Entfernung beobachtet hat und dem wir danach vom speeding ticket erzählen, bestätigen unseren Verdacht, dass die erstere Vermutung wahrscheinlicher ist. Als Islandgeschädigte mit 400 € werden aber speeding tickets in dieser Dimension leicht hochnäsig aus dem Budget „Portokasse“ beglichen. Danach geht es zum Buffet mit einem anschließenden „zweiten“ Strandspaziergang. Angesichts dieser Eindrücke – it’s like in Italy – verbringen wir den Rest „oben“ in aller Ruhe ohne übergewichtige Tattoo-Germans am Pool vor unserer Villa. Abends sind wir natürlich zum letzten Mal beim Dinner.

09.04.2026, Donnerstag

Back to home

Überpünktlich beim Frühstücken, dann schnell nochmals …

Überpünktlich beim Frühstücken, dann schnell nochmals zurück in unsere Villa – dann werden auch schon unsere Koffer geholt. Unser Shuttle ist schon da, wir checken schnell an der allgemeinen, erneut unfreundlichen Rezeption aus und dann geht es auch schon zum recht modernen und sauberen Flughafen. 8:30 Uhr: Securitycheck 1 mit Koffer, dann zum Edelweißschalter ohne uns anstellen zu müssen, Ausfüllen der Departure Card, Passkontrolle erneut ohne Schlange, Security Check 2 – und um kurz nach 9 Uhr sitzen wir dann schon am Gate 42. Die beiden Flüge zunächst nach Zürich und von dort nach München gehen „normal“ ohne erwähnenswerte Verzögerungen oder Vorfälle vonstatten.

Der Ägyptenurlaub ist nun vorbei. Summa summarum lief alles perfekt und die Hürden, die man in jedem Urlaub meistern muss, hielten sich wirklich in Grenzen. Es ist auf jeden Fall problemlos, Ägypten im Leihwagen „unpauschal“ zu bereisen. Das Autofahren in Kairo war spannend und aufgrund des very great jobs der Lotsin keineswegs ein Horror. Die Pyramidentage waren traumhaft, die ersten Tempelbesuche auch, irgendwann – bei uns spätestens nach Luxor – stellt sich aber das Gefühl ein, dass man keine mehr sehen kann. Spannend war aber auch das sehr einfache reale Egypt. Zum Teil ist unvorstellbar, wie sehr sich das normale Deutschland davon unterscheidet. Der letzte Abschnitt – Hurghada – war Gott sei Dank zeitlich so kurz bemessen, dass der uns eigene Germanfrust noch nicht zu einer vorzeitigen Abreise geführt hat. Wenn ein Hotel gefühlt zu 80% von Deutschen „besetzt“ ist und jeder zweite Bedienstete mit „Alles gut?” und „Guten Appetit!“ einem begegnet, spätestens dann sind wir am falschen Platz. Dank der perfekten Planung hatten wir – erneut Gott sei Dank – bei der maybe arroganten Zimmerkategorie darauf geachtet, dass wir in der Villa unsere Ruhe hatten. Im Gesamtblick darauf aber war Hurghada erschreckend.
Das Rote Meer – hier in Hurghada – hat uns auch nicht sonderlich beeindruckt und kann mit dem Süden von Mauritius überhaupt nicht mithalten, wenngleich das Wasser sauber war. Wenige Meter hinter dem Strand beginnt die Wüste, der Zugang zum Meer außerhalb der Hotelanlagen ist praktisch nicht möglich. Das Beachprozedere am Strand unseres „Fort Arabesque“ erinnert in abschreckender Weise an die Liegestuhlorganisation in Caorle oder Bibione oder maybe in Gran Canaria.
Verschont blieben wir – ein drittes Mal „Gott sei Dank“ – von Magen-Darm-Problemen. Die ständigen Warnungen im Vorfeld waren uns eine Lehre. Wir haben nie Leitungswasser getrunken, waren beim Duschen vorsichtig, haben auf Salat und in den einfacheren Unterkünften sogar auf Kaffee – was schon etwas heißen muss – verzichtet.

Zu guter Letzt: Der Verleihfirma „AutoUnion“ mit ihrem Chinese car mit der fast täglichen nervigen Meldung „Smart key non detected“ werden wir auch an anderen Orten aus dem Weg gehen.
Right now we say: „We won’t come back!“