
Island – 2025 & 2026
28.12.2025 – Sonntag
Im Flughafenhilton in München



Leaving Home at 4 p.m. – zu 50 % bei Nebel geht es nach München ins vertraute P7-Parkhaus, von dort schnurstracks …
Leaving Home at 4 p.m. – zu 50 % bei Nebel geht es nach München ins vertraute P7-Parkhaus, von dort schnurstracks ins Hilton. Etwas überraschend ist die lange Schlange vor der Rezeption und so dauert es eine Weile, bis wir dran sind. Das Zimmer 2118 mit der Watzmannsilhouette über dem Bett ist recht angenehm, Gott sei Dank mit einem Fenster zum Öffnen. Der uns so wichtigen frischen, kalten Luft in der Nacht steht also nichts entgegen.
Anschließend gehen wir über den Weihnachtsmarkt zwischen Terminal 1 und Terminal 2 – mit kleiner Eislauffläche, mit vielen Menschen und überteuerten Preisen – zum Rewe-Supermarkt. Unser Einkauf erweist sich allerdings als wenig erfolgreich, es gibt nichts Warmes mehr und so beschränken wir uns auf Getränke und Joghurt.
29.12.2025 — Montag



Um 7:45 Uhr sitzen wir beim Frühstück. Obwohl unser letzter Flughafen-München-Hotelaufenthalt …
Um 7:45 Uhr sitzen wir beim Frühstück. Obwohl unser letzter Flughafen-München-Hotelaufenthalt schon einige Jahre zurückliegt, fühlt sich alles vertraut an. Das Angebot ist groß und uns schmeckt es. Dann gehen wir zurück ins Zimmer und warten – und zweifeln auch etwas daran, ob diese Nacht unbedingt notwendig war. Wir hätten uns diese wohl sparen können – und unserem Kater wären auch zwei Fremdübernachtungen erspart geblieben. Im Nachhinein ist man klüger, das Stresslevel ist auf jeden Fall am Nullpunkt.
Das Boarden am Gate 11 im Terminal 1 erfolgt in-time, der Abflug verzögert sich jedoch. So erreichen wir Reykjavik fast eine Stunde später als erwartet. Der Flug an sich nervt, die Holzklasse ist schon gewaltig beengend, der Flieger samt Gepäckfächer ist voll. Gegen 16:45 Uhr landen wir endlich – sonderbarerweise erneut mit großen Augen, denn Kevlavik hat in unserem Gedächtnis anscheinend keine Spuren hinterlassen. Wie Islandneulinge suchen wir den Baggage-Claim, der wie immer seine Zeit braucht, bis er unseren Koffer ausspuckt. Recht zügig ist jedoch Hertz, hier bekommen wir einen weißen Isuzu D-Max mit um ca. 26500 km und seit Jahren wieder einmal mit Schaltgetriebe. Kalt ist es zwar nicht, allerdings sind die Straßen nass, sodass man mit Scheibenwäscher und Reflexionen beim Gegenverkehr „zu kämpfen“ hat – und es ist stockdunkel. Dann geht es schon los: 90 km in unser erstes Hotel, dem Frost & Fire Boutique-Hotel, von dem wir – aufgrund der Dunkelheit – kaum einen Eindruck gewinnen können. Auf den letzten Metern nach der Ringstraße hin zum Hotel erfreuen wir uns jedoch daran, dass nahezu jedes Privathaus American-like mit Lichterketten weihnachtlich geschmückt ist.
30.12.2025 – Dienstag
Auf nach Westen ins altbekannte Glacier Lagoon-Fosshotel












Gegen 7 Uhr stehen wir auf, es ist immer noch stockdunkel. Unausgesprochen stellen wir uns die Frage, ob die „kurzen Tage“ für einen Urlaub im wahrsten Sinne nicht zu kurz sind. Erfreulicherweise ist die …
Gegen 7 Uhr stehen wir auf, es ist immer noch stockdunkel. Unausgesprochen stellen wir uns die Frage, ob die „kurzen Tage“ für einen Urlaub im wahrsten Sinne nicht zu kurz sind. Erfreulicherweise ist die Polarlichtervorhersage besser als gestern.
Das Frühstück ist topp, vor allem anfangs, a little bit kommt angesichts der Dekoration und der Christmasmusik Weihnachtsfeeling auf. Dann trudeln zu viele andere ein und folglich verdünnisieren wir uns. Gegen 9 Uhr verlassen wir das Frost & Fire-Hotel ohne es bei Tageslicht gesehen zu haben. Die ersten Fotostopps des Tages sind ebenfalls noch dem Weihnachtsfeeling zuzuschreiben: die gestern Abend schon bewunderten im US-Style beleuchteten Häuser. Nach einem Bakerystopp geht es nach Selfoss, hier veranlasst uns eine beleuchtete Brücke zum ungeplanten Stehenbleiben. Highlight ist aber nicht die Bridge, sondern der ebenfalls im US-Style beleuchtete Friedhof. Zwar ist es immer noch stockdunkel, die bunt beleuchteten Gräberkreuze sind wirklich so wunderschön, dass die zweifelnden Gedanken des Morgens schon wieder vergessen sind. Der nächste Stopp ist ein Wiedersehen: der Seljalandsfoss. Es ist kalt, die Gischt und Nässe des Wasserfalls lässt es einen noch kälter wirken und es ist trotz des Datums – 30. Dezember – viel los, especially a lot of Japanese groups are to be seen. Nächster Stopp ist wieder eine Reise ins Jahr 2018, der Skogafoss. Dieses Mal ersparen wir uns den seitlichen Anstieg, sondern fotografieren den Wasserfall – wieder mit 1000 anderen Touristen – nur von unten. Zügig kehren wir zum Auto zurück, rasen weiter, kaufen in Vik noch einmal schnell ein, rasen weiter … – und werden geblitzt.
Das teuerste speeding ticket, we ever had: 400 €. Nichtsdestotrotz: The officer was nice and he gave us a visitor discount of 20 percent and he agreed to be photographed. Eine Ursache für unser speeding gibt es natürlich auch: Wir wollten noch bei Tageslicht zum Fjaðrárgljúfur, einem ca. 2 Kilometer langen und bis zu 100 Meter tiefen Canyon. Letzteres haben wir geschafft, allerdings mit 400 € weniger auf dem Konto. Der nunmehr teuerste Canyon of our life – teurer als alles im Grand Canyon – war dennoch super – trotz Strafzettel und des eisig kalten, starken Winds, der es einem schwer machte, geradeaus zu gehen.
Fjaðrárgljúfur ist wirklich ein traumhafter Canyon im Süden Islands nahe Kirkjubæjarklaustur. Üppiges Grün, Moose und Wildblumen prägen die Landschaft und machen den Ort zu einem unvergesslichen Naturerlebnis – ein absolutes Highlight. Das Wort „Fjaðrárgljúfur“ setzt sich aus dem Flussnamen „Fjaðrá“ und „gljúfur“, dem isländischen Wort für Canyon zusammen. „Fjaðrá“ bedeutet frei übersetzt etwa so viel wie „Federfluss“ – eine Anspielung auf die weichen Strömungen des klaren Wassers.
Mit 89 km/h statt mit den unerlaubten 120 km/h trödeln wir dann wieder im 2018-Feeling in unser altbekanntes Glacier Lagoon-Fosshotel, das wir schon fast in Dunkelheit erreichen. Die düsteren, dunklen Bestandteile des Tages finden noch eine Fortsetzung: Der Plastikkapselkaffee im Zimmer geht über und unsere Gletschertour für morgen wird gecancelt.
31.12.2025 — Mittwoch
Eine zweite Nacht im vertrauten Fosshotel









Das Frühstück gegen 8 Uhr verkommt etwas zur Massenverspeisung asiatischer Islandtouristen, das Restaurant ist proppenvoll und die von uns eigentlich bevorzugten …
Das Frühstück gegen 8 Uhr verkommt etwas zur Massenverspeisung asiatischer Islandtouristen, das Restaurant ist proppenvoll und die von uns eigentlich bevorzugten Fensterplätze sind besetzt. Ans Buffet gehen wir nur dann, wenn dort gerade kein Stau ist – so richtig „happy“ sind wir folglich nicht gerade, auch wenn das Angebot durchaus OK ist.
Gegen 9:15 Uhr verlassen wir das Fosshotel in Richtung Diamond Beach und Gletscherlagune. Nach gut 30 Minuten erreichen wir unser Ziel, biegen kurz nach der Brücke rechts zum Strand hinunter und hoffen auf mehr Eisberge als 2018. Dieses Mal haben wir mehr Glück, es glitzert und funkelt, vor allem auf der linken Seite des Lagunenabflusses hinein ins Meer und dort weiter am Strand, wirklich faszinierend schön, ganz langsam wird aus der Dämmerung Tag, Robben im Meer, relativ wenige andere Touristen – und ein eiskalter Wind, der die relativ normale Temperatur um 0 Grad gefühlt auf -15 Grad herabsenkt und nur mit dicken Handschuhen und Mütze auszuhalten ist. Kaum ist die Sonne da, wechseln wir die Seiten und fahren hinüber zur Lagoon mit weitaus größeren Eisbergen und einem hier phasenweise schon orkanartigen Sturm.
Schließlich machen wir uns wieder auf den Weg zur nächsten Lagune. Fjallsárlón ist ein Gletschersee am südlichen Ende des isländischen Gletschers Vatnajökull. Er liegt nur wenige Kilometer in der Nähe von Jökulsárlón bereits wieder in Richtung Hotel. Wieder erinnern wir uns an 2018: auf der Sandstraße nach oben und dann hinunter zum See. „Neu“ für uns ist wieder der extreme starke Wind, auf jeden Fall werden wir mit den gleichen problems konfrontiert wie in der Gletscherlagune. Der Eiswind lässt es viel kälter erscheinen als es tatsächlich auf der Temperaturskala ist. Zuweilen vermischt sich der Wind mit kleinstem Staub, der den kurzen Hike noch unangenehmer macht. Der Wind ist auf jeden Fall so extrem, dass wir uns beim Parken in Windrichtung hinstellen, damit die Türen nicht „aufgerissen“ werden. Tolle Fotos gelingen uns dennoch, nichtsdestotrotz sind wir froh, als wir wieder beim rettenden wärmenden Auto sind.
Nächster Stopp ist die kleine Kirche Hofskirka, eine berühmte Graskirche, die mit grasbewachsenem Dach und Mauern aus Stein und Torf gebaut wurde und den Eindruck erweckt, als wächst sie aus der Landschaft heraus.
Last stop ist wieder ein Gletscher, der Svínafellsjökull – eine Gletscherzunge des Vatnajökull. Eine der bekanntesten Island-Sagas – die Njáls saga – spielt auch hier unter dem Gletscher. Der Bauernhof aus der Sagazeit wurde im 17. Jahrhundert fast vom Svínafellsjökull begraben. Wir wandern die Sandstraße nach oben, dann geht es rechts nach unten ein paar Minuten hin zum Gletschersee, bewundern dort den aufsteigenden „scheinbar“ großen Mond hochoben am glitzernden brillantweißen Gletscher, stampfen herunten zwischen den zuweilen „schmutzigen“ Eisbergen herum und kehren dann zum Auto bzw. dann ins Hotel zurück. Seit 2007 werden hier übrigens zwei deutsche Bergsteiger vermisst, die nie von ihrer Wanderung zurückgekehrt sind und deren Zelte Wochen später gefunden wurden.
01.01.2026 – Donnerstag
Es geht zurück – Grimsborgir Hotel






Der erste Tag des neuen Jahres beginnt mit einem erfreulich leeren Frühstücksraum. Wir genießen …
Der erste Tag des neuen Jahres beginnt mit einem erfreulich leeren Frühstücksraum. Wir genießen heute das wirklich gute Frühstück im wahrsten Sinne des Wortes in Ruhe, checken gegen 9 Uhr aus und machen uns noch bei Dunkelheit auf den Weg (zurück) nach Vik. Auf der linken Seite tanken wir schnell per Karte für 85 €. Das 100 m entfernte Wollgeschäft – ebenfalls auf der linken Seite – erweist als Touristenshop und der uns schon bekannte Supermarkt ist leider noch zu. So geht es hoch zur Víkurkirkja mit dem rotem Dach auf dem Hügel über Vik, die einen Panoramablick auf die schwarze Küste bietet. Dann geht es weiter zum berühmt berüchtigten Black Beach. Reynisfjara ist einer der bekanntesten schwarzen Beaches der Welt, ein Ort gigantischer Schönheit, der schon einmal Bestandteil der Top 10-Liste der nicht tropischen Strände auf der Erde war und für folglich jeden Islandtouristen inclusive aller Social-Media-Nutzer ein Muss ist. Berüchtigt ist er insofern, weil die Wellen von Reynisfjara extrem stark sind und oft höher auf den Strand gelangen als man es erwarten würde. Uns erwischen die Wellen nur am Rand, sorgen aber für durchnässte Schuhe und Socken. A little bit trouble macht uns auch noch die Parkgebühr, die passende App haben wir nicht und der QR-Code beim Automaten doesn’t work. Da das Kennzeichen beim Einfahren gefilmt wird, löhnen wir unsere Parkgebühr später im Hotel fast schon konservativ online auf der Webseite. Immerhin funktioniert diese Notlösung perfekt. Mit unangenehmen nassen Schuhen verlassen wir Reynisfjara nicht ohne die kleine Kirkja rechts von der Straße samt ein paar beleuchteter Grabkreuze fotografiert zu haben.
Next Destination ist der Sólheimajökull, eine leicht zugängliche Gletscherzunge des Mýrdalsjökull-Gletschers und anscheinend ideal für geführte Gletscherwanderungen mit Steigeisen und Pickel. Maybe beautiful, but not today, because glacier and the lagoon are completely in shadow. Für uns war die Anfahrt und der kurze Hike eher also verschenkte Zeit!
Ein Highlight folgt aber noch in Hella: ein Café in einem amerikanischen Schulbus, dessen interessante Geschichte man unter hier nachlesen kann. Eigentlich muss man hier stehenbleiben, denn es ist nicht der Bus allein, sondern die Einrichtung mit vielen Relikten der 70iger und 80iger Jahre. Auch die Musik passt, nur die Preise sind modern aus der heutigen Zeit.
Der Ort Selfoss offeriert uns ebenfalls keinen geöffneten Supermarkt, sodass heute „Schmalkost“ auf der Speisekarte steht, denn das Restaurant im riesengroßen Grimsborgir Hotel wirkt nicht gerade anziehend auf uns. Unser Zimmer 805 befindet sich im Haus 8, ca. 150 m vom Haupthaus incl. Rezeption entfernt, ist jedoch topp. Später klingelt das Telefon: Northern Lights. Wir springen aus dem Bett, ziehen uns an und eilen – mit Stativ bewaffnet – und – man glaubt es kaum – wir fotografieren – in einigermaßen guter Qualität – unsere ersten Polarlichter.
02.01.2026 – Freitag
Die letzte Nacht am Flughafen – Aurora-Hotel












Mit dem Auto – Im Grimsborgir scheint es von der Außentemperatur kälter zu sein als …
Mit dem Auto – Im Grimsborgir scheint es von der Außentemperatur kälter zu sein als zuletzt, müssen wir doch erstmals unsere Frontscheiben abkratzen – geht es zum Frühstücken. Selbiges is very good, vor allem die Tart ist so außergewöhnlich delikat, dass wir uns ein zweites Mal davon am Buffet davon holen.
Heute geht es zuerst zum Gullfoss und anschließend zum „Blasengeysir“ Strukkur. Der Gulfoss gilt als der wohl bekannteste Wasserfall Islands, isländisch bedeutet Gulfoss übrigens der goldene Wasserfall. Über zwei gewaltige, fast im rechten Winkel aufeinander stehende Kaskaden stürzt das Wasser des Gletscherflusses Hvítá in eine 2,5 km lange und 70 m tiefe Schlucht. An warmen Sommertagen donnern pro Sekunde bis zu 1200 Kubikmeter Wasser in die Tiefe. Die obere Stufe des Wasserfalls hat eine Höhe von 11 m, die untere Stufe erreicht eine Höhe von 20 m. Die Fallkante beider Stufen wird durch zwei Lavaschichten gebildet. Zwischen den beiden Lavaschichten befindet sich eine weiche Schicht aus Flussschotter. Für uns waren leider wieder eisig kalte Hände angesagt. Nicht einmal das Aufwärmen im sündteuren Café – 23 € für 1 Stück Kuchen, 1 Cappuccino und 1 heiße Schokolade – konnte verhindern, dass die Heizung im Auto nachher auf Hochtouren lief.
Der im 10 km entfernt im Geysirgebiet gelegene Strokkur ist der aktivste Geysir in Island und bricht normalerweise alle vier bis zehn Minuten aus und erreicht eine Höhe von 15 bis 20 Metern. Jeder Ausbruch kündigt sich durch verstärkte Blasenbildung und der unruhig werdenden Wasseroberfläche an, dann bildet sich eine Wasserblase, ehe er ausbricht. War es beim Gullfoss schon kalt, dann stehen wir hier endgültig kurz vor dem Erfrieren. Fast 30 Minuten warten wir zwischen den Ausbrüchen mit dem Finger am Auslöser, um ja den richtigen Moment für die Blase zu erwischen. Mit 150 anderen Touristen – aufgestellt im Kreis – jeder will den Platz in der ersten Reihe – steht man einerseits schlotternd und andererseits regungslos da – und bekommt deshalb unweigerlich zusätzlich noch eiskalte Füße. Leider reagieren die Displays nicht auf den Handschuhdruck, die Finger werden langsam blau …
Nach kurzem Aufwärmen im Geysircenter geht es weiter ins Pingvellir (oder Thingvellir). Wir parken in vorderster Front, gehen vom Parkplatz zuerst nach rechts oben zu den 15 m voneinander entfernten Felsenwänden und von dort nach links zum vereisten Oxararfoss. Im Thingvellir Nationalpark treffen die Kontinentalplatten von Europa und Amerika aufeinander; für den Geologen sozusagen ein Highlight, denn die geologische Grenze der beiden Kontinente ist in Form der Felswände mit bloßem Auge zu erkennen.
Letztes Ziel ist die Hauptstadt Reykjavik mit der berühmten Hallgrímskirkja, entworfen 1937, fertiggestellt 1986, deren Gebäude von den in Island typischen Basaltsäulen inspiriert wurde – und zuvor – fast vom Auto aus – mit der Besichtigung der Skulptur Sólfar (engl. Sun Voyager). Die Skulptur steht direkt an der Küstenstraße, nur etwa 500 Meter von der ebenfalls berühmten Konzerthalle entfernt. Die Skulptur wurde vom isländischen Künstlers Arnason als Aluminiummodell entworfen und erinnert an ein Wikingerschiff.
Nach einer kurzen Marsch zum heute voll besetzten 2018-Café Babalú kehren wir zum Auto zurück, fahren mit zwei kurzen Stopps – Supermarkt und Tanken – mit ständigem Blick auf die Uhr – nach Kevlavik in unser Abflughotel Aurora. Es liegt ideal, genau zwischen der Rentalcarstation und dem Flughafengebäude, sodass wir wir uns am Abflugtag weder um die Autoabgabe noch um den Flughafentransfer kümmern müssen. Beides ist zu Fuß handelbar. Die Autoabgabe bzw. auch das Einchecken dauert nur wenige Minuten – und folglich geht der Urlaub unweigerlich dem Ende zu.
03.01.2026 – Samstag
Zurück nach Hause



Aufstehen noch vor vier Uhr – so beginnt der Abreisetag: Duschen, Frühstücken im 1. Stock, …
Aufstehen noch vor vier Uhr – so beginnt der Abreisetag: Duschen, Frühstücken im 1. Stock – bereits mit Gepäck – und dann zu Fuß zum Flughafen. Allerdings verschiebt sich der Flieger um 15 Minuten. Beim Frühstück sind wir fast die ersten – aufgrund der Verschiebung auch noch ohne bags – genießen kann man es angesichts der Uhrzeit natürlich nicht. Danach geht’s noch einmal schnell ins Zimmer, wir checken aus und machen uns auf den Weg ins Terminal. Der Self-Check verläuft „fast“ perfekt, das Aufgeben des Koffers auch, wir fotografieren ihn sogar noch einmal – leider verschlampen wir die Kofferbelege, was uns beim Ankommen in München nochmals Sorgen bereitet. Den Flug an sich – obwohl er sich weiter verzögert – empfinden wir dann als relativ kurz und angenehm. Am Baggageclaim in München warten wir und warten wir, bemerken die fehlenden Receipts – und lesen die Mail von Hertz, wonach wir das Auto mit einem Sprung in der Windschutzscheibe abgegeben hätten. Wir ärgern uns maßlos, weil es ja eigentlich unbeschadet übergeben und es auch so abgenommen wurde. Wenigstens taucht der Koffer als einer der letzten auf. Wenigstens ein Problem löst sich in Luft auf.
Das zweite Problem – the crack in the windshield – scheint sich am Montag zu erübrigen. Am Sonntagabend hatten wir Hertz geantwortet und ihnen mitgeteilt, dass der Leihwagen makellos zurückgegeben wurde. Gott sein Dank hatten wir das Auto auch noch fotografiert, das Foto übermittelt bzw. auch den accident report nicht verwendet. Während wir im Reisebüro waren und um Unterstützung in der Zusammenarbeit mit Sunny Cars, über die wir bzw. das Reisebüro gebucht hatten, gebeten haben, kam die Antwort: „After reviewing the photo you provided, it is clear that the damages in question were indeed present at the time of your pickup. Based on this, we will not be charging you for the damage.“ Zwar ist der Inhalt ohne Sinn, was uns egal sein muss, entscheidend ist Satzteil „… we will not be charging you for the damage„. Allerdings werden wir in Zukunft bei der Rückgabe noch vorsichtiger sein und auf ein Protokoll bestehen.
Unsere Route
Ein paar Fakten zu Island
Island ist ein Inselstaat im Nordatlantik, gelegen zwischen Europa und Nordamerika. Das Land hat eine Fläche von etwa 103.000 km² und zählt rund 390.000 Einwohner. Die Hauptstadt ist Reykjavík. Gezahlt wird mit der Isländischen Króna (ISK); ein Euro entspricht ungefähr 145 ISK. Bargeld spielt im Alltag kaum noch eine Rolle – selbst Parkgebühren werden meist per Kreditkarte oder App beglichen.
Politisch ist Island eine parlamentarische Republik. Das Parlament, das Alþingi, wurde bereits im Jahr 930 gegründet und gilt als eines der ältesten Parlamente der Welt. Island ist kein Mitglied der Europäischen Union, gehört jedoch zum Europäischen Wirtschaftsraum. Die Amtssprache ist Isländisch, das dem Altnordischen noch sehr nahe steht. Allerdings spricht fast jeder Isländer Englisch, was das Einkaufen, Tanken und Einchecken im Hotel absolut problemlos macht.
Geografisch und landschaftlich ist Island stark von Naturgewalten geprägt. Es gibt über 130 Vulkane, von denen etwa 30 als aktiv gelten. Rund 11 % der Landesfläche sind von Gletschern bedeckt. Eine zentrale Rolle spielt die Geothermie, die sowohl zur Stromerzeugung als auch zur Beheizung genutzt wird. Typische Naturphänomene sind Nordlichter, Geysire, beeindruckende Wasserfälle und ausgedehnte Lavafelder. Island liegt auf zwei Kontinentalplatten: der Eurasischen und der Nordamerikanischen Platte. Genauer gesagt verläuft der Mittelatlantische Rücken quer durch das Land. An dieser Nahtstelle driften die beiden Platten jedes Jahr um etwa 2 cm auseinander. Dadurch steigt Magma aus dem Erdmantel auf, was erklärt, warum Island so viele Vulkane, Geysire und geothermische Quellen besitzt. Eine besonders bekannte Stelle, an der man diese Plattengrenze an der Erdoberfläche sehen kann, ist der Thingvellir-Nationalpark, wo sich die Erdkruste sichtbar auseinanderzieht. Kurz gesagt: Island ist eines der wenigen Länder der Welt, in dem man die Trennung zweier Kontinentalplatten direkt an Land beobachten kann.
Das Klima ist kühl-gemäßigt und wird stark vom Golfstrom beeinflusst. Die Sommer sind mit Temperaturen von etwa 10 bis 15 °C relativ mild, während die Winter oft um den Gefrierpunkt liegen und damit für die nördliche Lage vergleichsweise moderat ausfallen.
Wirtschaftlich sind vor allem die Fischerei, der Tourismus und erneuerbare Energien von Bedeutung. Zum Alltagsbild gehören zahlreiche Schafe und die robusten Islandpferde. Eine Besonderheit ist, dass es in Island keine einheimischen Reptilien oder Amphibien gibt.
Kulturell auffällig ist das Namenssystem mit Patronymen, bei dem sich der Nachname vom Vornamen des Vaters oder der Mutter ableitet, etwa Jónsson für „Sohn von Jón“. Island besitzt eine sehr ausgeprägte Buch- und Lesekultur und gilt als eines der sichersten Länder der Welt. Zudem verfügt das Land über keine eigene Armee.
