Neapel & Rom – 2020

22.02.2020, Samstag

Von München nach Neapel

Obwohl das Boarden vom Gate 34 etwas konfus war, verlassen wir pünktlich München. Unser Flieger …

Obwohl das Boarden vom Gate 34 etwas konfus war, verlassen wir pünktlich München. Unser Flieger ist wider Erwarten voll, die Maschine ist eine A320, unsere Sitzplätze sind 12A und 12B, eine Exitrow mit drei Sitzplätzen, wobei man hier keineswegs mehr Platz hat.
Erstmals fliegen wir über Rosenheim, sehen den Simssee und den Chiemsee. Logischerweise fliegen wir niedriger als bei den Langstreckenflügen, man erkennt mehr und die schneebedeckten Alpen von oben bei blauem Himmel zu sehen, ist auch recht beeindruckend.
So kurze Flüge vergehen wirklich wie im Flug, gerade war man noch über den Alpen, dann ist man schon über dem Mittelmeer im Landeanflug auf Neapel. Unser Pilot muss nochmals durchstarten, was einerseits zu einer kleinen Verzögerung, anderseits uns in den Genuss einer weiteren Ehrenrunde über den Stadtkern führt. Wir steigen über Treppen aus, nicht an einem Gate, der wartende, bald überfüllte Bus bringt uns zum Hauptgebäude. Neapels Flughafen ist kein Vergleich mit München, klein, alt, schmuddelig, aber problemlos: Nicht einmal die Pässe mussten wir vorzeigen und unser Koffer erscheint zuverlässig auf dem Baggage Claim. Sonnenschein, 17 Grad, so empfängt uns die Stadt. Wir gehen die 100m zur Bushaltestelle für den Rental Car Shuttle und nach 10 Minuten kommt auch schon der kleine Bus. Mit dem Jeep Compass wird es nichts, wir bekommen einen nigelnagelneuen Dacia Duster in weiß, Diesel und ohne Automatik. Dank des antiquierten Navigationsgeräts – Modell Ehefrau mit Surface – erreichen wir problemlos unser erstes Ziel, das Herculaneum. Auch die Zahlstellen — manchmal mit Personen besetzt, manchmal nur eine Box, in die man 2,10 € werfen muss — für die Autostrada können uns nicht aufhalten. Etwas doof stellen wir uns jedoch beim Parken an. Irgendwie übersehen wir, dass normale Autos in der Tiefgarage parken müssen. Da sich die Schranke öffnet, parken wir zunächst auf den Parkplätzen für die Beschäftigten. Vorsichtshalber fragen wir beim Besorgen der Eintrittskarten nochmals nach und schon werden wir aufgefordert, unseren Dacia gefälligst in die Tiefgarage umzuparken.
Das Herculaneum überrascht uns mit Gebäuden, die faszinierend erhalten sind. Mehrstöckige Häuser, Wände mit Gemälden, die Römerstraßen — hier kann man sich vorstellen, wie man vor 2000 Jahren gelebt hat bzw. — steht man vor den Skeletten in den Fischerhütten — welche Tragödie sich hier ereignet hat. Praktisch zwei Stunden halten wir uns dort auf. Dann geht es gen Hotel, dem Bosco de Medici Resort. Mandarinen- und Orangenbäume säumen malerisch den Parkplatz, betritt man aber die Rezeption, später das Zimmer und noch später die Dusche, spätestens dann merkt man, dass das Wort Resort etwas arg hoch gegriffen ist. Aber für eine Nacht ist es Ok! Zu Fuß gehen wir noch für eine Stunde ins Zentrum, wir entscheiden uns gegen Essengehen und besorgen uns stattdessen noch ein Brot und Teilchen. Außerdem stibitzen wir uns noch zwei Orangen, die zehnmal besser schmecken als die vom Aldi zuhause. Der Dom Santuario della Beata Vergine Maria del Santo Rosario di Pompei ist uns mehrere Fotos wert, ungewöhnlich ist der allein stehende Glockenturm. Nun sind wir zurück im Zimmer, liegen im Bett, lesen bzw. schreiben an diesen Aufzeichnungen.

23.02.2022, Sonntag

Pompei und Amalfi

Um kurz nach halb acht sitzen wir beim Frühstücken. Es gibt eigentlich alles, was man …

Um kurz nach halb acht sitzen wir beim Frühstücken. Es gibt eigentlich alles, was man benötigt. Der italienische Kaffee ist zwar gewöhnungsbedürftig, umso besser schmecken die süßen Angebote, zwei kleine, flache Kuchen, die einer Linzer Torte ähneln. Dann geht es zu den Ausgrabungen. Den Parkversuch 1 brechen wir ab, weil uns das Touristengirl vom Shop direkt beim Parkplatz einen Audioführer aufschwatzen will. Beim zweiten Parkplatz sind wir gefühlt die ersten, wir löhnen 10 Euro, gehen kurz in die falsche Richtung, und erreichen deshalb erst nach der ersten Busladung den Kassenschalter. Nichtsdestotrotz wirkt alles recht friedlich, das große Theatro haben wir praktisch allein für uns. Auf jeden Fall merken wir rasch, dass Pompei schon noch deutlich größer ist als das Herculaneum. Wir gehen von Haus zu Haus und sind mächtig beeindruckt. Das Amphitheater macht irgendwie den Eindruck, als sei es zwar 2000 Jahre alt, dass es aber durch den Ausbruch des Vesuv verschüttet war, kann man gar nicht glauben. In einem Seitengang wird an das Pink Floyd-Konzert von 1971 erinnert. Nachdenklicher wird man aber beim Anblick der Gipsfiguren, die die Menschen in der Sekunde der Katastrophe von damals darstellen. Gegen 11:40 Uhr verlassen wir Pompei in Richtung Amalfiküste. Erster Stopp ist Positano, wir parken in einem Parkhaus – leicht übertrieben – mit Valetparkingsystem, d. h. man lässt den Schlüssel im Auto. Wir gehen durch die engen, touristischen Gassen zum Dom, dann hinab zum Meer und kehren in einem Restaurant in Strandnähe ein. Wir ordern ein San Pellegrino, einen Fisch und einen Thunfischsalat mit Brot. Das Essen schmeckt, die Portionen sind mickrig, aber die Entscheidung hier Halt zu machen, bereuen wir nicht. Auf der engen Einbahnstraße geht es wieder nach oben zur Hauptstraße und es dauert nicht lange, bis wir wieder von den wahnsinnigen Motorradfahrern überholt werden, die uns zuvor schon aufgefallen waren. Sie fahren wirklich wie die Verrückten, es ist eigentlich ein Wunder, dass keiner von denen irgendwo stürzt oder in den Leitplanken hängt. Dann erreichen wir Amalfi. Unser Hotel heißt Il Niedo und liegt etwas außerhalb. Unser Zimmer ist von der Straße aus gesehen im 3. Stock, der 1. und der 2. Stock ist über einen Aufzug erreichbar, wobei dieser aber so eng ist, dass wir mit unserem Gepäck gerade noch reinpassen. Das Zimmer ist frisch renoviert und hat einen großen Balkon im Stil einer Dachterrasse. Kaum angekommen machen wir uns wieder zu Fuß auf den Weg ins Zentrum. Knapp 15 Minuten sind es, zunächst marschieren wir entlang der Straße, nach dem Tunnel biegen wir nach links oben ab. Der Fußweg führt uns entlang der Häuser am Berg und bietet einen tollen Blick auf das Meer und den Ort. Dann geht es in engen Gassen über viele Stufen hinab zum Domplatz. Hier merkt man von der ersten Sekunde an, dass in Amalfi der Tourismus regiert. Der Dom ist wieder nur über viele Stufen erreichbar und wird außen leider gerade renoviert, so dass uns ein gutes Foto verwehrt bleibt. Innen ist er allerdings beeindruckend. Dann machen wir noch ein paar Schnappschüsse am Meer. Nach ein paar Metern auf der Hauptstraße von Amalfi, die ja wieder am Dom vorbeiführt, entscheiden wir uns, in unser Hotel zurückzukehren. Recht müde – nach vielen, vielen Treppen – sind wir froh, als wir dieses erreichen.

24.02.2020, Montag

Vesuv und Neapel

Der Tag beginnt mit einem exquisiten Cappuccino und einem tollen Kuchen. Bevor wir starten, muss …

Der Tag beginnt mit einem exquisiten Cappuccino und einem tollen Kuchen. Bevor wir starten, muss der Mann von der Rezeption noch ein Auto wegfahren, dann geht es weiter entlang der Amalfiküste. Die Abzweigung nach Ravello verpassen wir, kurz vor Salerno geht es dann ins Landesinnere auf die Autostrada. Unser nächstes Ziel ist der Vesuv, der sich heute hinter Wolken verbirgt. In vielen Serpentinen fahren wir noch oben. Irgendwann geht es nicht mehr weiter, besser gesagt dürfen wir nicht weiter und parken rechts in der Straße, die von der Hauptstraße weggeht. Vorne an der Kreuzung steigen wir in einen Kleinbus, der uns zum Tickethäuschen bringt. Gekostet hat uns dieser Trip 4 Euro, für die Tickets für den Vesuv zahlen wir 10 Euro pro Person. Dann geht es zu Fuß aufwärts zum Kraterrand, Gott sei Dank scheint mittlerweile die Sonne. Dem Geburtstagskind fällt der Hike sichtlich leicht, der Tourdriver jedoch stößt mal wieder an seine sportlichen Grenzen und beklagt in leicht miesepetriger Laune die geringe Zahl von Pausen. Aus seiner Sicht verständlich, denn es waren exakt null. Dennoch war es wert, den Vesuv zu erklimmen. Allerdings wirkt alles irgendwie wie von gestern, eine touristische Attraktion für jeden mit Infrastruktur von gestern. Dies gilt für den etwas sonderbaren Shuttle, für die Tatsache, dass man vom Tickethäuschen zum Beginn des Hikes 1 km gehen muss und auch die Kioske oben wirken so als leben wir noch im letzten Jahrhundert. Nach einer halben Stunde machen wir uns wieder auf den Weg nach unten, dieses Mal ohne Shuttle und — da es abwärts geht — auch weniger anstrengend. Dann geht es gen Neapel. Alles läuft perfekt, irgendwann wird der Verkehr chaotisch. Die Abstände zum Nachbarauto werden geringer, der Roller, der sich vorbeidrängelt, wird Usus. Trotzdem erreichen wir ohne Delle unser Royale Continentale. Das Auto steht in der Tiefgarage und wir scheitern zunächst beim Öffnen der Balkontür. Der Blick vom 9. Stock ist toll, direkt auf das Castello dell´Ovo. Mit dem Taxi und danach 20 Euro weniger in der Geldbörse lassen wir zum Dom kutschieren. Dann erkunden wir die Altstadt. Die Krippenstraße ist eher eine Touristenfalle, die kleinen Gässchen etwas entfernt davon mit der aufgehängten Wäsche in den oberen Stockwerken verleihen der Stadt aber ihren Charme. Immer wieder entdecken wir beeindruckende Innenhöfe, die zu erkunden sicherlich interessant wäre. Der Hunger und die Müdigkeit treiben uns in eine Pizzeria. Dass wir in Neapel eine Margherita ordern, versteht sich von selbst. Sie schmeckt im Grunde dem Preis entsprechend. Sie stillt den Hunger und kostet nur 6,50 Euro. Dann geht es weiter zur Metro, denn Neapels U-Bahn soll die schönste Europas sein. Wir fahren nur eine Station, vom Piazza Dante zur Toledo. Erstere Haltestation wird den Ansprüchen wahrlich nicht gerecht, Toledo aber schon. Faszinierend künstlerisch gestaltet in Blautönen ist sie für viele Touristen zu einem „Muss“ geworden. Parallel zur Via Toledo in den schmalen Gassen geht es wieder in Richtung Hotel. Plötzlich befinden wir uns im nichttouristischen Neapel, alte Wohnhäuser und „glaubhafte“ Geschäfte ohne Souvenirs. Die Roller rasen trotzdem hindurch, zwar passen wir auf Rucksack und Kamera gut auf, ein Gefühl der Gefährlichkeit empfinden wir jedoch nicht. Dann erreichen wir den Piazza Plebiszita mit dem anscheinend berühmten Café Gambrinus, das wir vom Fernsehen schon kennen. Den hier angebotenen Süßigkeiten können wir uns — wie viele andere — nicht entziehen. Wir sitzen im Zelt vor dem Café und „verprassen“ incl. Trinkgeld 30 Euro. Aber die Teilchen waren es wert, genauso wie der Blick danach in das Innere des Cafés. Unser Hotel erreichen wir dann über Seitengässchen praktisch von oben. Nun liegen wir im Bett, müde und in Anbetracht des zweimaligen Einkehrens nicht hungrig.

25.02.2020, Dienstag

Von Neapel nach Rom | Vom Autofahrer zum Fußgänger

Wie immer zur gleichen Zeit — 7:30 Uhr — geht es zum Frühstück. Es ist wie immer, nur lauter, denn …

Wie immer zur gleichen Zeit — 7:30 Uhr — geht es zum Frühstück. Es ist wie immer, nur lauter, denn es ist ein recht großes Hotel. Übertriebene Freundlichkeit ist hier übrigens nicht im Preis inbegriffen. Danach inspizieren wir noch das Castello dell Ovo, was wir uns hätten sparen können. Gegen 9 Uhr verlassen wir das Hotel und verkehrstechnisch überraschenderweise problemlos Neapel. Wir entscheiden uns, anfangs eher auf der Landstraße zu bleiben, denn wir haben ja genügend Zeit für die Fahrt nach Rom. Unsere Route: Pozzuoli, Formio, dann die Berge hoch nach Ceprano und dann über die Autobahn zum Flughafen Fiumicino ca. 30 km von der Innenstadt entfernt. Wir suchen Avis und ordern direkt bei der Abgabe ein Taxi, das uns für 60 Euro zum Hotel Michelangelo beim Vatikan bringt. Nicht billig, aber bequem! Das Hotel macht ein recht positiven Eindruck auf uns, wir bekommen das Zimmer 410 mit einem kleinen Balkon und einen ebensolchen Aschenbecher. Kaum die Koffer aufs Zimmer gebracht düsen wir schon wieder los. Zuerst der Geldautomat, dann der Petersdom, die Engelsburg, dann überqueren wir den Tiber, entdecken eher zufällig am Straßenende die Spanische Treppe, die wir uns natürlich nicht entgehen lassen, dann zur Fontana di Trevi, dann zum Pantheon und zum Piazza Navona, ehe es wieder zurück zum Hotel geht. Mit anderen Worten sind wir entgegen unserer Absicht wieder mächtig gelaufen. Unser Füße — wie soll es anders sein — lassen uns dies spüren, gewonnen haben wir dafür die Erkenntnis, dass es Rom ohne Touristen trotz Jahreszeit und Corona Virus wohl nicht gibt.

26.02.2020, Mittwoch

Forum Romanum, Kolosseum, Lateranskirche San Giovanni

Das Frühstück ist OK, und wieder leiser, aber im Grunde nicht überwältigend. Wir haben viel vor und um um kurz nach halb Neun starten wir. Der Petersplatz …

Das Frühstück ist OK, und wieder leiser, aber im Grunde nicht überwältigend. Wir haben viel vor und um um kurz nach halb Neun starten wir. Der Petersplatz ist heute überraschenderweise abgesperrt. Wir vermuten, dass dies mit Aschermittwoch zu tun hat. Unser erstes Ziel ist die Area Sacra, auf die wir eher zufällig stoßen. Dann passieren das Monumento a Vittorio Emanuele und gelangen zu den Trajansmärkten, die in unserem Ticket für das Forum Romanum enthalten sind. Erstmals werden unsere Taschen gecheckt — was uns heute noch mehrmals blühen sollte. Leider ist es wolkig, Sonne und blauer Himmel bringt uns der Vormittag nicht. Über einen Tunnel gelangen wir von dort zum Forum di Cesari und dann zu unserem ersten wirklich geplanten Ziel, dem Forum Romanum. Hier wird uns richtig bewusst, dass unsere Eindrücke und Erinnerungen von unserem ersten Besuch schon gewaltig verblasst sind. Beim Kolosseum setzt sich dies dann fort, wir erinnern uns daran, dass es früher dunkler war und die Außenwände anscheinend irgendwie gereinigt wurden, beim Inneren kommen wir uns nahezu vor, als ob wir zum ersten Mal da sind. Auf jeden Fall stehen Menschenschlangen vor den Kassen, Gott sei Dank sind wir Ticketholder und das Anstehen bleibt uns erspart. Allerdings lässt man uns auch nicht deutlich früher als zu der auf den Voucher vorgegebenen Zeit hinein. Aber auch ohne anstehen zu müssen, zeigt sich der Besucherandrang hier ganz gewaltig. Folglich gehen wir im Grunde einmal herum, machen unsere Fotos und „verziehen“ uns dann wieder. Unser nächstes Ziel ist die Lateranskirche San Giovanni, entfernungsmäßig unser weit entferntesten Ziel für heute. Auch hier werden unsere Taschen durchleuchtet. Eine sicherlich beeindruckendes Bauwerk — mit einem stilistischen Faux Pas: Plastikstühle als Sitzbänke. Dafür scheint mittlerweile die Sonne. Mittlerweile machen sich außerdem unsere Füße bemerkbar, eine Pause ist vonnöten. Das Café Panella in der Via Merulana ist unsere Wahl. Wir ordern Nudeln, ein San Pellegrino, ein Teilchen mit Vanillecremefüllung und einen exzellent schmeckenden Kaffee — oder etwas detaillierter: Nidi di pasta fresca al pomodoro con crema di parmigiano, profumati al basilico, ein Sfogliatella und einen Panellino. Frisch gestärkt, aber immer noch mit müden Beinen geht es weiter zur Santa Maria Maggiore — leider ebenfalls mit Plastikstühlen, aber ebenso schön wie San Giovanni. Über das Capitol, die Tiberinsel und den Stadtteil Trastevere mit vielen kleinen Sträßelchen — am Tiber gelegen— geht es dann endgültig gen Hotel. Resümee für den Tag: sehr schön, Patient lebt zwar noch, aber die Füße …

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27.02.2020, Donnerstag

Vatikan

Wir stehen früher auf und frühstücken auch kürzer. Außer einem Teilchen und einem Jogurt und einer Tasse Kaffee bzw. Tee …

Wir stehen früher auf und frühstücken auch kürzer. Außer einem Teilchen und einem Jogurt und einer Tasse Kaffee bzw. Tee gibt es nichts, denn um kurz nach 7 Uhr wollen wir beim Eingang zu den Vatikanischen Museen sein, um — ohne anzustehen — reinzukommen. Wir sind trotz eines klitzekleinen Umwegs pünktlich am Fuße vor den Treppen beim Eingang. Wir erhalten unser Audiogerät, um unsere Führerin — nicht unsympathisch — besser zu verstehen. Sie begleitet uns bis zur Sixtinischen Kapelle. Dort sammelt sie die Geräte wieder ein. Der Eingang ist mittlerweile hochmodern gestaltet, so modern, dass wir uns sicher sind, dass er definitiv — trotz unserer Erinnerungslücken — bei unserem ersten Besuch anders war. In der Sixtinischen Kapelle darf man nicht fotografieren, folglich bewundert man stehend nach oben blickend Michelangelos Wunderwerk und geht dann wieder weiter. Außer den von Raffael gestalteten Zimmern und einem Daliwerk, das sogar uns Kunstbanausen sofort ins Auge sticht, und einer hochmodernen Videoinstallation haben wir nur wenige Stunden später schon fast alles wieder vergessen, außer dass die Museen prunkvoll sind, viel Krusch herumsteht und die katholische Kirche unverschämt reich sein muss. So verwundert es auch nicht, dass wir nach nur 90 Minuten wieder den Ausgang ansteuern. Wir kehren zurück zum Petersdom — sind wieder Ticketholder — und müssen trotzdem 25 Minuten warten. Durchgecheckt betreten wir gegen 10:30 Uhr den Petersdom. Natürlich sind wir wieder beeindruckt — wir machen unsere Fotos und stehen herum, denn — fast schon erwartungsgemäß — Sitzgelegenheiten gibt es auch hier nicht. Dann gehen wir durch die Gruft der Päpste, u.a. mit dem 33-Tage-Papst, und kehren — weil uns dieser Gang wieder nach außen führt — erneut in den Dom zurück. Michelangelos Grab, das von Johannes Paul II. und die Statue von Petrus sind unsere nächsten Ziele innerhalb der Basilika. In einem Seitenaltar beginnt eine Messe, der wir kurz beiwohnen, allerdings nicht um zu beten, sondern um ein paar Minuten in Ruhe sitzen können, denn für Betende hat man — schon wieder erwartungsgemäß — ein paar Plastikstühle belassen. Unsere Füße machen sich unschwer wieder bemerkbar, was zur einvernehmlichen Entscheidung führt, heute im wahrsten Sinne der Worte kürzer zu treten. Wir suchen uns ein Café, was aber im direkten Umfeld des Doms gar nicht so leicht ist. Das auserwählte finden wir nur auf Umwegen bzw. ist es so klein, dass wir es von der Liste streichen. Dann setzen wir uns bei einem Restaurant hin und verlassen es 3 Minuten später aufgrund des sonderbaren Essensangebots bzw. Bestellprozedere wieder. In der Borgo Pio finden wir dann eines, das — obwohl es etwas schattig ist — unseren Ansprüchen entspricht. Ein Thunfischsalat, Gnocchi und zwei Flaschen San Pellegrino füllen unseren Magen. Dann wärmen wir uns bei den Kolonnaden in der Sonne wieder auf. Trotz Restaurantbesuch und Aufwärmen bleiben wir bei unseren Entscheidung, heute nicht schon wieder einen neuen Streckenrekord aufzustellen und kehren um Viertel nach zwei mit in einem Minisupermarkt erworbenen Cola, einer Orange und Schokolade ins Hotel zurück.

28.02.2020, Freitag

Unterwegs & Shopping im Stoffgeschäft

Heute starten wir wieder normal in den Tag: Wir stehen um 7 Uhr auf und sitzen eine halbe Stunde später …

Heute starten wir wieder normal in den Tag: Wir stehen um 7 Uhr auf und sitzen eine halbe Stunde später bei einem ausführlicheren Frühstück. Unser erstes Ziel ist der Campo di Fiori, sozusagen ein kleiner Viktualienmarkt mit durchaus touristischem Angebot. Auch wir schlagen ein bißchen zu, um für unsere Neighbours ein kleines Mitbringsel zu haben. Dann beginnen wir mit der Kaffeehäusertour: Das viel gelobte Sant’Eustachio lassen wir links liegen, es wirkt ungemütlich und man kann sich nicht hinsetzen, wir gehen am Pantheon vorbei und erreichen Nr. 2. Es ist das Caffe Tazza D’Oro, das zunächst auch nicht unseren Vorstellungen entspricht. Wir probieren es aber aus, den Espresso im Stehen für 1€ zu ordern — und es funktioniert. Nr. 3, das Angelina a Trevi gibt es nicht mehr, es stand in einem unserer Reiseführer und hätte in der Via Poli 27 sein müssen, aber da nichts. Dann geht es zur Fontana di Trevi. Wir sind gegen 9:45 Uhr da, aber es fließt noch kein Wasser und er wird noch gereinigt. Wir vertrödeln uns etwas die Zeit und hoffen auf die magische Uhrzeit 10 Uhr und — das Wasser wird angeschaltet. Dann erreichen wir die Spanische Treppe, gehen fotografierend nach oben — natürlich ohne den Anschein zu erwecken, dass wir uns auf den Stufen ausruhen wollen — und werfen oben einen kurzen Blick in die Kirche Trinita Dei Monti. Von dort hat man einen wunderschönen Blick auf Rom. Wir gehen an der Villa Medici vor und beim nächsten Aussichtspunkt hinunter zum Piazza del Popolo. Ein kurzer Stopp, dann steuern wir die nächste Kirche an: die Santa Maria sopra Minerva, die uns irgendwie noch im Gedächtnis war. Leider wird sie gerade renoviert und tolle Fotos zu machen, ist a) nicht erlaubt und b) nicht möglich. Nun werden wir zunehmend hungriger. Auf unserem Weg kommt uns nichts Passendes unter, einmal sitzen wir sogar schon, gehen aber wieder, weil uns keiner beachtet. Von vorgestern wissen wir aber noch, dass auf der Piazza Navona viele Lokale sind. Zum geschätzten 100. Male an diesem Tag kommen wir am Pantheon vorbei, gehen sogar nochmals kurz hinein und dann erreichen wir den vertrauten Platz. Sonnenschein, viele Lokale und ein scheinbar freundlicher Kellner: So fällt man herein! Der Kellner ist nur vorübergehend freundlich, die Preise überteuert, der georderte Schokoladenkuchen ist mickrig, die Reihenfolge Eis vor Bruschetta ist äußerst fragwürdig und für uns nicht nachvollziehbar und der Platz beengt. Zu guter Letzt beginnt man auch noch wenige Meter vor uns zu musizieren. Dass die drei Musikanten nach ihrem Spielen auch noch Trinkgeld ergattern wollen, versteht sich von selbst. Wenigstens hier haben wir Glück: schnell beim Kellner bezahlt und weg! Nun als letztes Tagesziel steht ein Stoffgeschäft auf dem Plan! Zum zweiten Mal kommen wir auf dem Weg dorthin zum Campo Fiori, dann zur Area Sacra, bei der wir gestern schon waren. Dort zählen wir die Katzen, dann biegen wir bei der nächsten Straße links ab und nach 100 Metern ist das Stoffgeschäft erreicht. Wir werden über eine Metalltreppe in die unteren Verkaufsräume geführt und 5 Minuten später werden für 3 Meter Stoff über 120 € abgebucht. Über kleine Straßen parallel zum Tiber machen wir uns auf den Rückweg. An einer kleinen Bäckerei mit vielen „dolcis“ können wir nicht vorbeigehen und holen für den Tee im Hotel noch 2 Teilchen und eine Tiramisu. Mit über 20000 Schritten laut Huawei erreichen wir dann unser „Michelangelo“, um uns etwas auszuruhen. 3 Stunden später düsen wir noch einmal nach vorne zum Petersplatz und zur Engelsburg zu einem kurzen abendlichen Fotoshooting.
Um halb 8 sind wir dann wieder „zuhause“. Rechnet man das Flughafenhotel in München mit, sind wir nun eine Woche unterwegs. Wir haben sehr viel gesehen, sind viel „gehatscht“, haben sehr viel fotografiert und in Rom auch sehr viele Erinnerungen auffrischen können. Resümee am Vorabend zur Heimreise: Great week, great job. Ob wir morgen trotz Coronavirus-Hysterie problemlos die Heimat erreichen, wissen wir logischerweise noch nicht bzw. unklar ist auch, was wir morgen Früh noch „anstellen“ werden. Auf den Flug bzw. die Ankunft in München sind wir auf jeden Fall gespannter als normal üblich. Schauen wir mal!

29.02.2020, Samstag

Von Rom zurück nach München

The final day! Frühstücken ist wie immer, dann treten wir unsere letzte Runde an. Wir gehen …

The final day! Frühstücken ist wie immer, dann treten wir unsere letzte Runde an. Wir gehen über den Petersplatz zur Engelsburg, dann über die Brücke Richtung Campo Fiori wieder in den kleinen Gässchen vom Vortag. Natürlich passieren wir auch wieder die kleine Bäckerei, nur dieses Mal kaufen wir nicht nur ein, sondern bestellen uns einen Cappuccino, einen Tee und ein Croissant. Auch auf die Adresse haben wir geachtet: Via de Pellegrino 129a. Heute ist es hier deutlich ruhiger als gestern Nachmittag, der Blick in die kleine Backstube links von der Theke bleibt uns nicht verborgen. Beim Markt drehen wir dann um, über die Ponte Vitorio Emanuele II gehen es dann wieder auf die Vatikanseite des Tibers, ein letzter Stopp beim Petersdom und um kurz vor halb elf sind wir wieder im Hotel. Um viertel nach 11 Uhr checken wir auf und warten auf das Taxi, das kurz danach auch vorfährt. Eine halbe Stunde später stehen wir vor dem Flughafen, ohne Warten sind wir rasch eingecheckt. Nun sitzen wir beim Gate D5, unsere Sitzplätze sind wie beim Hinflug 12A und 12B. Sozusagen scheint alles glatt zu gehen, von großer Hysterie ist hier nichts zu spüren. Unser Flieger geht um 15.35 Uhr. Bis dorthin sitzen wir lesend und surfend rum.
Es bleibt also genügend Zeit noch auf unser Hotel einzugehen: Starhotel Michelangelo, zu finden in der Via della Stazione di S. Pietro 14. Resümee: ruhig, angenehm, mit Kleinstbalkon, sodass man beim Schlafen die Türe öffnen kann. Wenn man etwas kritisieren will, dann wäre es die veraltete Badlösung, also die Badewanne als Dusche oder das gute, aber etwas eintönige Angebot beim Frühstück.

Informationen zu Herculaneum

Herculaneum ist eine antike römische Stadt, die – wie Pompeji – beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. zerstört wurde. Aufgrund ihrer außergewöhnlich guten Erhaltung gehört sie heute zu den wichtigsten archäologischen Fundstätten der Welt.

Lage

Herculaneum liegt an der Küste des Golfs von Neapel, am westlichen Hang des Vesuvs. Die Stadt befand sich in einer landschaftlich attraktiven und klimatisch günstigen Region. Heute liegen die Ausgrabungen im modernen Ort Ercolano, nahe der Stadt Neapel in Süditalien.

Geschichte

Ursprünglich wurde Herculaneum vermutlich von Oskern oder Griechen gegründet, später stand die Stadt unter samnitischem und schließlich römischem Einfluss. In der römischen Kaiserzeit entwickelte sich Herculaneum zu einem wohlhabenden Ort, der vor allem von reichen Römern als Wohn- und Erholungsstadt genutzt wurde.

Im Jahr 79 n. Chr. wurde Herculaneum durch den Ausbruch des Vesuvs vollständig zerstört. Anders als Pompeji wurde die Stadt von extrem heißen pyroklastischen Strömen überrollt. Diese begruben Herculaneum unter einer mehrere Meter dicken Schicht aus vulkanischem Material und konservierten viele Gebäude und Gegenstände außergewöhnlich gut.

Bedeutung

Die Bedeutung Herculaneums liegt vor allem in seinem hervorragenden Erhaltungszustand. In der Stadt wurden zahlreiche organische Materialien gefunden, darunter Holz, Möbel, Türen, Dachbalken und sogar Lebensmittel. Solche Funde sind in der Archäologie äußerst selten.

Besonders bedeutend ist die „Villa der Papyri“, in der hunderte verkohlte Schriftrollen entdeckt wurden. Sie gilt als die einzige weitgehend erhaltene Bibliothek der Antike und liefert wertvolle Erkenntnisse über Philosophie und Literatur der römischen Zeit.

Archäologische und kulturelle Bedeutung

Herculaneum ermöglicht tiefe Einblicke in das Alltagsleben, die Architektur und den Wohlstand der römischen Oberschicht. Im Vergleich zu Pompeji ist die Stadt kleiner, aber detailreicher erhalten. Zusammen mit Pompeji zählt Herculaneum zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist von großer Bedeutung für die Geschichts- und Altertumsforschung.

Informationen zu Pompeji

Pompeji ist eine antike römische Stadt, die im Jahr 79 n. Chr. beim Ausbruch des Vesuvs zerstört wurde. Durch die plötzliche Verschüttung unter Vulkanasche blieb die Stadt außergewöhnlich gut erhalten und zählt heute zu den bekanntesten archäologischen Stätten der Welt.

Lage

Pompeji liegt in Süditalien in der Region Kampanien, nahe dem Golf von Neapel, am Fuß des Vesuvs. Die Stadt befand sich in einer fruchtbaren Gegend mit guten Handelsverbindungen zu Land und zu Wasser. Heute liegen die Ruinen nahe der modernen Stadt Pompeji, unweit von Neapel.

Geschichte

Pompeji wurde vermutlich im 7. Jahrhundert v. Chr. gegründet und stand im Laufe seiner Geschichte unter dem Einfluss verschiedener Völker, darunter Griechen, Etrusker und Samniten. Im 1. Jahrhundert v. Chr. wurde Pompeji eine römische Kolonie und entwickelte sich zu einer bedeutenden Handels- und Hafenstadt.

Am 24. August des Jahres 79 n. Chr. brach der Vesuv aus. Über mehrere Stunden regnete Asche und Bimsstein auf die Stadt herab. Viele Gebäude stürzten ein, und zahlreiche Bewohner kamen ums Leben. Die Stadt wurde vollständig verschüttet und geriet für viele Jahrhunderte in Vergessenheit.

Bedeutung

Pompeji ist von großer historischer Bedeutung, da die Stadt einen nahezu vollständigen Einblick in das Leben einer römischen Stadt ermöglicht. Straßen, Wohnhäuser, Geschäfte, Tempel, Thermen und öffentliche Gebäude sind bis heute sichtbar.

Besonders bekannt sind die Wandmalereien, Mosaike und Graffiti sowie die Gipsabgüsse der Opfer, die die letzten Augenblicke der Bewohner eindrucksvoll zeigen. Diese Funde machen Pompeji zu einer einzigartigen Quelle für das Verständnis des römischen Alltags.

Archäologische und kulturelle Bedeutung

Pompeji erlaubt einen umfassenden Blick auf alle sozialen Schichten der römischen Gesellschaft – von reichen Bürgern bis zu einfachen Handwerkern und Sklaven. Gemeinsam mit Herculaneum gehört Pompeji zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist für Archäologie, Geschichtsforschung und Bildung von zentraler Bedeutung.